Newsletter Editorial 6. Juli 2026: WM-Nominierung Dressur, Gedanken zu Raphael Netz, Leichtigkeit und Cathrine Laudrup-Dufour
Raphael Netz – mit wunderbarer Leichtigkeit zur Dressur-WM!
Der Newsletter auf EQUI PAGES. Immer aktuell. Immer montags. Immer wissen, was Sache ist. Foto: sportfotos-lafrentz.de Jeden Montag macht sich Jan Tönjes im EQUI PAGES-Newsletter seine Gedanken über aktuelle Geschehnisse und kommentiert diese. Hier das Editorial vom 6. Juli 2026.
Dressur heißt, so wird ja gern zitiert, die natürlichen Anlagen eines Pferdes durch systematische Ausbildung verbessern, nein, verfeinern. Wie das geht, hat Raphael Netz am vergangenen Wochenende in Hagen beim Nationenpreis der Dressurreiter gezeigt.
Es sind die Details, die begeistern
Das Vergnügen, ihm beim Reiten zuzuschauen, beginnt schon vor der eigentlichen Prüfung. Diese Ruhe, mit der er im Schritt in die Arena kommt. Das konzentrierte Antraben. Ein Schulterherein an der langen Seite – das letzte Finetuning vorm Einreiten. Dann die Prüfung: jedes Halten sicher, ruhig, geschlossen. Das Rückwärtsrichten – lehrbuchreif. Wir kennen alle Pferde, die nur rückwärtskriechen können, weil sie – auch um in der Passage dann viele Punkte einzusammeln – mit festem Rücken durchs Viereck gesteuert werden. Solche Pferde stehen nicht selten am Ende noch vor einem Paar wie Raphael Netz und Great Escape Camelot. Weil die Pferde über mehr „Grundqualität“ verfügen. Wobei die Frage gestellt sein darf, ob vorne, und, ja, auch hinten hochgerissene Beine so viel mehr Grundqualität darstellen als ein konstant schwingender Rücken. Oder als ein Pferd, das in allen Grundgangarten und allen Lektionen nie den jeweils geforderten Takt verliert.
Eine 12,5 für die Einwirkung
Raphael Netz versteht es, die natürlichen Gegebenheiten, die sein Wallach mitbringt, zu verbessern. Und das sind eben Stärken und auch Schwächen. Er zelebriert Dressur. Wenn ich eine 12 vergeben dürfte, dann für die Hand des 27-Jährigen. Dieses gefühlvolle Federn in Richtung Pferdemaul. Eine Einwirkung, die man nicht sieht. Aber erkennt. Nicht zuletzt an dem Gesichtsausdruck seines Sportpartners . Wenn man die beiden erlebt, dann ist das keine Worthülse, sondern der sinnliche Eindruck, der das Herz höherschlagen lässt. Ich haue einfach mal „einen raus“ und gebe eine 12,5!
Wer eine Antwort auf viele durchaus zu Recht gestellte Fragen rund um den Dressursport haben möchte: 10 Buchstaben, vorne ein „R“ (ich überlasse es jeder und jedem Einzelnen, die Lösung zu erschließen).
Pferde formen und zum Strahlen bringen
Raphael Netz bekam mit neun Jahren einen Haflinger, Aki, damals drei, dem er allerlei Lektionen beigebracht hat. Er hat ihn bis Prix St. Georges platziert. Vielleicht hat auch das ihn geprägt und in ihm die Überzeugung reifen gelassen, dass man auch mit Pferden, die ein paar weniger „PS“ haben, nach oben kommen kann.
Wenn man sie nur richtig reitet.
Und wie er das genau macht, kann die Welt nun bei der WM in Aachen erleben, denn Netz ist im Dressurteam, das Montagmittag nominiert wurde!
Pferde gesucht – und gefunden…
Das richtige Pferd zu finden, ist ja nicht einfach. Viele überlegen momentan, ob es überhaupt noch ein neues Pferd geben soll. Ich kann nur sagen: Ja!
Auch wenn es schwierig sein mag, ist – frei nach Loriot – ein Leben ohne Pferd möglich, aber sinnlos.
Und das schreibe ich nicht, weil wir seit dem 1. Juli eine Kooperation mit ehorses haben, dem größten Online-Pferdemarkt der Welt, über die wir uns sehr freuen! (wer vorbeischauen möchte: hier geht’s direkt zu den Verkaufspferden).
Auch wenn wir etwas dressurlastig an diesem Montag sind – in der jetzt anbrechenden Woche steht das große Turnier im schwedischen Falsterbo an. Da haben wir noch einen Tipp: Neben Fünf-Sterne-Springen und Derby gibt es dort etwas, auf das wir schon gespannt sind: Die Dänin Cathrine Laudrup-Dufour wird ihre neue Kür das erste Mal reiten. Ich nehme an, wir sind nicht die einzigen (Deutschen), die da ganz genau hinschauen.
In diesem Sinne, beste Grüße und bis nächsten Montag!
Jan Tönjes
jan.toenjes@equi-pages.de
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Dieser Text wurde erstmals am 22. Juni 2026 veröffentlicht. Immer montags kommentiert Jan Tönjes auf EQUI PAGES das Geschehen in unserem wöchentlichen Newsletter.
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