Katharina, „Katha“, Meyer und Aspen T – ein wunderbares Märchen
Zwei, die sich von Geburt an kennen im CCI5*-L-Cross Luhmühlen: Katharina, „Katha“, Meyer und Aspen T. Foto: sportfotos-lafrentz.de Schon als Katharina Meyer noch Tietz mit Nachnamen hieß, war sie mit Feuer und Flamme Vielseitigkeitsreiterin. Jagden in der Lüneburger Heide, wo die Familie lebt, sind fester Bestandteil des Alltags. Genau wie das Training bei Claus Erhorn, Mannschafts-Olympiasieger von Seoul 1988. „Mein Mentor“, sagt Katharina mit Nachdruck.
Vom Watt in die Heide
Als ein Nachwuchspferd wegen einer Borrelieninfektion ausfällt, geht es auf die Pferdesuche. „Da hat mein Vater Andreas Dibowski angesprochen und der sagte: ,Ja, ich hab da ein Pferd, die ist aber nicht ganz leicht. Das ist ein Rennpferd, die hat der Fritz Butt noch Duhner Wattrennen selber geritten und gewonnen. Die ist nicht so ganz einfach‘“.
Gerd Döscher, der das besagte Pferd angeritten hatte, ist da eher Sorte unverblümt: „Oh, Katha, mach das nicht, die ist ganz wild.“ Aber Katharina Meyers (damals noch Tietz) Neugierde ist geweckt. „Ich hab mich daraufgesetzt und das hat super geklappt. Ich hatte ’n tolles Gefühl.“ Der Handel ist perfekt. Anakonda, so der Name der Stute, zieht bei Familie Tietz ein.
Anakonda, wild, und „Braxxis“ Nichte

Die Stute stammt aus der Zucht von Friedrich Butt, der Mann, dem der Vielseitigkeitssport Pferde wie die Mannschafts-Olympiasieger Butt’s Abraxxas, „Braxxi“/Ingrid Klimke und Butt’s Leon/Andreas Dibowski verdankt. Aber auch Butt’s Avedon/Andreas Dibowski oder „das schnellste Pferd der Welt“, Anna Siemers Butt’s Avondale – beides Pferde, die in CCI5*-L ihre Qualität unter Beweis gestellt haben – stammen aus den nahezu reinen Vollblutstämmen, mit denen Butt Hannoveraner Leistungspferde gezüchtet hat.
Bestes (Voll-)Blut
Ankakonda stammt von Sir Shostakovich xx ab, der einige international erfolgreiche Vielseitigkeitspferde gezeugt hat. Ihre Mutter ist die Star Regent xx-Tochter Anthea aus der Kira-Annabell v. Kronenkranich xx. Letztere ist Braxxis Mutter.
Das Paar Katha und Anakonda passt gut zusammen. Bis Drei-Sterne, „noch nach dem alten Format“, also dem heutigen Vier-Sterne-Niveau plus Rennbahn, reitet Katharina Meyer Anakonda. Als die Stute sich leicht verletzt, kommt der Gedanke auf, Anakonda decken zu lassen. „Nehmt einen Vollblüter“, rät die Witwe von Fritz Butt damals, ganz dem züchterischen Credo ihres Ehemanns folgend.
Ein Hengst für Anakonda
Doch den Tietzens schwebt etwas anders vor. Es gilt, die Hufe der Stute zu verbessern. Und Springvermögen könnte auch nicht schaden. Die Wahl fällt auf Canstakko, Hannoveraner mit Holsteiner Vater (Canturo). Dessen Großmutter ist die Mutter von Lars Niebergs Esprit FRH, Mannschafts-Olympiasieger in Sydney 2000 im Springen.
Die Zutaten passen. Das erste Fohlen aus dieser Anpaarung von Anakonda wird für Hannover gekört: Concours Complet wird er nicht ohne Hintergedanken genannt. So heißt der Vielseitigkeitssport in Frankreich. Deshalb auch das „CC“ im CCI5*-L. Der Hengst, hübsch, attraktiv, gekört und prämiert, stirbt recht früh. Aber vorher zeugt er beispielsweise noch Clara Bo, die Anna Siemer 2018 zum Titel beim Bundeschampionat der Fünfjährigen ritt. Und auch Katha Meyers bis Vier-Sterne-Prüfungen siegreicher Chapeau Claque ist ein Sohn von Concours Complet.
2010 – Geburtsstunde eines Fünf-Sterne-Pferds: Aspen T
Im Jahr nach Concours Complets Geburt ist Anakonda wieder tragend. Wieder von Canstakko. Die Idee: „So einen züchten wir noch mal“, erinnert sich Katha Meyer. Nächtelang wartet sie im Stall darauf, dass Anakonda fohlt. „Einen Wächtomat hatten wir nicht, wir sind ja nur kleine Züchter.“ Dann ist er da, der große Moment: „Und dann kam Aspen raus. Der war einfach groß, bestand nur aus Beinen. Das sah aus, als wäre da ’n Ire irgendwie auf die Weide gesprungen.“ Aber auch hier ist der Vater Canstakko.
Es braucht ein bisschen Unterstützung, bis das große Hengstfohlen auch alleine stehen kann. „Dann haben wir, meine Mutter war da und auch Familie Borstelmann, erstmal einen Whisky getrunken.“ Ein Whisky auf einen geborenen Luhmühlener, der 16 Jahre später in Luhmühlen seine Züchterin zu einer Fünf-Sterne-Reiterin machen soll.
Beine, Beine, Beine

Nicht erst seit Heidi Klum weiß die Welt: Lange Beine sind das eine, Koordination das andere. Der heranwachsende Aspen T? Ein „bisschen unscheinbares Pferd, ganz schlicht braun. Er war immer der größte Schlaks auf der Weide als Jungpferd“, erinnert sich seine Züchterin. „Der hatte so lange Hinterbeine, das war wirklich gigantisch. Da musste sich erstmal der Körper um die Beine herum bilden.“

Der Schlaks wächst heran, wird dreijährig kurz angeritten. Dann geht es wieder auf die Weide. Vierjährig sollte dann langsam die Arbeit losgehen. Das Wort Arbeit gibt präzise wieder, was Aspen T seiner Reiterin abverlangt. „Er ging auch damals schon nicht so gerne am Zügel und dann beschloss ich halt, dass ich einfach nur ausreiten gehe.“ Die Dressur ist nie die Lieblingsdisziplin von Aspen T geworden. Und die Rede ist nicht von komplexen Lektionen. „In der Halle konnte ich gar keinen Zirkel reiten. Das ging gar nicht. Dann bin ich eigentlich immer nur querfeldein, eigentlich fast nur im Schritt und Trab ausgeritten, weil im Galopp konnte der das gar nicht regeln mit seinem Riesengalopp.“
Foot work makes the dream work
Der Schlüssel für eine bessere Koordination: Foot work – querfeldein, über Stock und Stein. Nicht metaphorisch, sondern tatsächlich. Äste, Dickicht, immer abseits der Wege. Eine Art Ergotherapie aus dem Sattel. „Wir hatten da in Niendorf einen wahnsinnig tollen Berg, den Ahrberg. Da bin ich immer hoch und runter gekraxelt. Immer wieder, dass er lernte, halt einfach hinzugucken, was er machen muss.“
Im Gelände klappt es immer besser. Die Halle stellt aber weiterhin eine Herausforderung dar. Zirkel? Im Galopp? „Ehrlich gesagt, das war erst sechs- oder siebenjährig der Fall.“ Aber Galopp im Gelände – das geht. Und wie!

Keiner, der einen anrempelt
Auch wenn die Koordination nicht eben die Stärke des jungen Aspen ist, grobmotorisch im Umgang ist der „sanfte Riese“ nicht, sagt seine Züchterin, im Gegenteil! „So rums, bums mit der Schulter gegen einen, das ist nicht Aspen. Der ist immer sehr vorsichtig. Der schnüffelt erstmal ganz vorsichtig. Er ist immer sehr bedacht im Umgang mit allen.“
Der Schnüffler hat sogar eine Leidenschaft: Shampoo! Auch sonst weiß er, wie seine Umwelt riecht. Und was ihm untergejubelt werden soll. „Wenn man die Transportgamaschen dran macht und das nicht seine sind, dann riecht er da erst mal dran, weil er das erst mal abchecken muss.“
Erste Jagd – ein Sprung, der die Welt verändert

Gelände + Lüneburger Heide + Luhmühlen = Jagdreiten. So einfach die Gleichung klingen mag, so richtig ist sie. Eigentlich trifft man nahezu alle Vielseitigkeitsreiterinnen und -reiter plus Trainer und „Bodenpersonal“ im Herbst irgendwo auf irgendeiner Jagdstrecke. Katha Meyer und Aspen T machen da keinen Unterschied. Wobei der Wallach die erste Jagd – sicher ist sicher, „er war schon recht stark“ – noch unter Carl Bolten geht. Der sieht keine Probleme.
Ein „Heckenfest“ der besonderen Art
Die nächste Jagd bestreiten Katharina Meyer und Aspen im springenden Feld. Das Gefühl ist gut. Dann kommt die erste Hecke, erinnert sich die Reiterin. „Die war wirklich hochgesteckt, so 1,35 Meter. Wirklich ’n ordentliches Teil in den Wald reingestellt.“ Aspen sieht seine Chance, auf seine Talente aufmerksam zu machen. Er drückt ab! Dem Himmel entgegen.
Es gibt ein Foto (unten), das die Szene eingefangen hat. „Da springt jemand vor mir auf diesem Foto über diesen Sprung und mein Pferd springt mit den Füßen über dem Helm von dem neben mir springenden Reiter.“ Noch heute blickt Katha Meyer in der Rückschau ungläubig. „Der ist wirklich einfach mal zwei oder zweieinhalb Meter darüber gesprungen und dann hatte ich auf einmal so ’n Feeling, wo ich dachte, Wahnsinn!“

Turnierstart mit sechs Jahren
Jagden sind das eine, aber Turniere das andere. Aspen geht sein erstes Turnier mit sechs Jahren. Eine Geländeprüfung Klasse L in Luhmühlen – 8,8, Sieg! „Da habe ich beschlossen, das reicht. Sechsjährig braucht er nichts mehr zu gehen und dann habe ich siebenjährig angefangen, ihn Zwei-Sterne zu reiten.“
Begleitet wird Katha von Claus Erhorn. Auch Hans Melzer, der ehemalige Bundestrainer mit Wohnsitz in Salzhausen, dem Städtchen bei Luhmühlen, ist an der Seite von Katha und Aspen. „Hans hat sich meiner so ’n bisschen angenommen, hat mich immer mitgezogen und hat gesagt, ,komm, ich bin auch da auf dem Turnier, dann coach ich dich auch, dann gehst du mit uns ab und dann geht das schon‘.“
Managerin Mama Monika
Noch eine Person ist ein unabdingbarer Faktor für den Erfolg des Luhmühlener Duos. Kathas Mutter Monika: „Ich nenne sie ja liebevoll immer Managerin.“ Mutter Monika stellt die Pläne für die Pferde auf. „Sie weiß genau, welches Pferd, welches Turnier gut gehen kann. Und sie passt auch immer auf, wenn wir Geländetraining machen.“

Monika Tietz ist selbst bis Grand Prix Dressur geritten. Kathas Vater Norbert, Geschäftsmann und bis zu seinem 80. Geburtstag treibender Motor hinter dem Wildpark Lüneburger Heide, steht mehr für die züchterische Kompetenz. Er kauft gerne Fohlen und „hat ein besonderes Händchen dafür“, bescheinigt ihm seine Tochter.
Jetzt wird’s international
Am 30. April 2017 geht der siebenjährige Aspen seine erste „internationale“ Prüfung. Es ist die CCI1* in … Luhmühlen – wo sonst? Im Juli desselben Jahres wird er zum Zwei-Sterne-Pferd. In Sahrendorf beendet das Paar ohne Springfehler die Prüfung. Nach einigen Starts in 2018, unter anderen das erste Mal in Strzegom, wird dann im März 2019 die nächste Stufe gen Top-Sport erklommen: CCI3*-S in, na klar, Luhmühlen.
Vier-Sterne in den Niederlanden
Drei Monate später dann in Rendswoude der erste Vier-Sterne-Start. In der Kurzprüfung in den Niederlanden läuft es in den Kombinationen im Cross noch nicht ganz rund. Eine „Missed Flag“ an einer Kombination in der ersten Hälfte, dann eine Verweigerung am Aussprung einer weiteren Kombi, dem vorletzten Hindernis. Aber im Ziel angekommen, beendet.
Übrigens gewinnt diese Prüfung Aspens „Halbnichte“ FRH Butt’s Avondale v. Nobre xx, die Tochter von Aspens Halbschwester Heraldik’s Amelie, mit Anna Siemer.
Die erste Top 10-Platzierung
Im April 2021 wird der nächste Meilenstein erfolgreich abgeschlossen. In Strzegom landet das Luhmühlener-Duo auf Rang vier in der CCI4*-S, die erste Platzierung unter den Top 10. Und weiter geht es mit dem ersten Nationenpreis-Einsatz noch im selben Jahr. Ende Juni gewinnt Team Germany in Polen den Nationenpreis, wiederum in Strzegom. Katha und Aspen sind mit von der Partie.
Wäre Aspen nicht in Luhmühlen zur Welt gekommen, dann vielleicht in Strzegom. Dort scheint sich der große Hannoveraner ähnlich wohlzufühlen wie an seinem Geburtsort. Im August 2022 schaffen es beide dort das erste Mal aufs Podium: Platz drei. Ein ganz besonderer Moment für Familie Tietz ist dieses Turnier, denn Katha gewinnt die Prüfung mit dem Hannoveraner Chapeau Claque. Selbstgezogen, abstammend von Aspens Vollbruder Concours Complet. So etwas gibt es auch nicht alle Tage.
Boekelo – Vier-Sterne-lang!
Im Oktober debütiert das Paar dann in einer langen Prüfung. Und zwar nicht irgendwo, sondern im niederländischen Boekelo. Zur 41,6-Dressur kommen lediglich vier Strafpunkte für einen Abwurf im Parcours hinzu. Plötzlich stehen Namen wie Jonelle Price, Laura Collett oder William Fox-Pitt in der Rangierung auch einmal hinter Katharina Meyer und Aspen.
Familienzuwachs
In der erste Hälfte des folgenden Jahrs rückt Aspen zwischenzeitlich etwas in den Hintergrund. Denn Katharina Meyer bringt im Juli 2023 ihren ersten Sohn zur Welt. Geburt per Kaiserschnitt – dem Eingriff zum Trotz sitzt sie aber schon bald wieder im Sattel.
Schon im September geht es wieder aufs Turnier. Im Oktober in Strzegom ein CCI4*-S, Platz drei. Reiten ist Katha Meyer wichtig. Die „Me-Time“, Zeit für sich. 2024 läuft die Saison durchwachsen. Dennoch ist da dieses Gefühl, das sagt: „Katha, wenn du Fünf-Sterne reiten willst, dann hast du mit Aspen jetzt ein Pferd dafür.“
Der Traum vom CCI5*-L und Kind Nummer zwei
Ihre innere Stimme findet fachkundige Unterstützung in Luhmühlen. Schon im Winter 2024 ist das so. „Da wollten ja schon alle, dass ich das reite. Aber da wusste ich schon, dass ich schwanger bin. Relativ spät hab ich dann erst gesagt: ,Ach übrigens, im April, jetzt in vier Monaten kommt das zweite Kind‘. Da sind erstmal alle hintenübergekippt.“
Im April 2025 kommt Kathas zweiter Sohn zur Welt, wieder per Kaiserschnitt – egal! Ende Juni steht der erste Turnierstart an. Weitere vier folgen. Die Saison endet im Oktober in Polen. „Ich, bin dann noch Vier-Sterne-lang in Strzegom geritten mit Aspen, weil ich meine Qualifikation haben wollte, mir alles offen halten wollte für Luhmühlen. Genau deshalb habe ich das versucht noch durchzuziehen.“ Die Anstrengung zahlt sich aus.
Ein Ziel und ein passender Plan
Im Januar 2026 bespricht Katha sich mit Bundestrainer Peter Thomsen und seinem Vorgänger Hans Melzer. „Wir haben einen Plan gemacht.“ Einen, der, das zeigt der Verlauf der Saison 2026, aufgehen sollte: „Drei-Sterne Luhmühlen war gut (7./42,9 Minuspunkte), dann Strzegom war toll, da waren wir platziert (14.). In Marbach ging er sensationell im Gelände, das war sehr, sehr schwer.“
Wie häufig ist auch dieser Erfolg funktionierendem Teamwork geschuldet. Die Mama Managerin und auch dem „Mr. Mutterschutz“, Horst Wente. In den Zeiten, in denen die Schwangerschaft das Reiten unmöglich gemacht hat, ist Buschreiter Horste Wente gefragt. Er hält die Pferde fit. „Immer wenn ich aus dem Mutterschutz quasi wieder rauskam, konnte ich mich eigentlich auf vorbereitete Pferde setzen. Die waren so, dass man direkt starten konnte mit allem.“
Die Königsklasse erreicht
Das Unternehmen CCI5*-L ist angelaufen. Die Tage rücken näher. Zweifel, dass es nicht klappen könnte, hat Katha Meyer keine. „Ich habe Aspen. Durch diese lange Partnerschaft weiß ich ganz genau, er macht nichts, was risikofreudig ist. Er weiß genau, was er tut und er passt immer drauf auf, dass immer alles so läuft, dass es sicher ist.“ Dieses Urvertrauen hat nicht nur Katha in „ihren“ Aspen, sondern auch der Rest der Familie: „Das weiß auch mein Mann, das weiß meine Mutter, weil dieses Pferd wirklich sehr, sehr berechenbar ist in dem, was es macht. Und ich weiß halt, dass er eigentlich alles kann, also der hat ja so viel Vermögen. Meine Lieblingsfloskel ist, wenn du jetzt ’n Auto, ’n Touareg oder so, ins Gelände stellen würdest, würde der da auch rüber springen. Wenn ich sage, du musst da rüber springen, dann macht er das.“

Der große Tag ist da
Genauso läuft es dann auf der Geländestrecke beim CCI5*-L 2026. Gefühlt gibt es niemanden auf dem Kurs, der den Ritt von Katha und Aspen nicht mit besonderer Begeisterung begleitet. Ganz Luhmühlen galoppiert mit. Mit Ausnahme der beiden Söhne von Katha. Die haben ein Wochenende mit einer guten Freundin von ihrer Mutter. So kann sie sich auf ihren Lebenstraum fokussieren.

Am Ende ist es die viertbeste der 20 Geländerunden, die die beiden abliefern. Das Prinzip: im Zweifelsfall Aspen machen lassen. Der passt auf, auch beispielsweise bei den Irish Banks, die erst seit 2025 im Luhmühlener Gelände stehen. Aufsprung, schmale Bürste, Absprung – das Motto der Luhmühlener Duos: nur Fliegen ist schöner! Sie habe ihn möglichst viel allein machen lassen, verrät Katha Meyer nach dem Gelände. Das genau richtige Konzept.
„Noch nie so hoch gesprungen“
Wer meint, das Fünf-Sterne-Gelände sei der härteste Brocken, der irrt. Zumindest, was Katharina Meyer und Aspen anbelangt. Denn bei aller Konzentration auf die Anforderungen im Gelände ist das Abschlussspringen etwas in die zweite Reihe gerückt. „Was da im Parcours stand – so hoch bin ich noch nie gesprungen.“ Aber auch hier drücken wieder alle die Daumen. Spring-Spezi Marcus Döhring sagt, wenn er diesen Parcours mit einem Pferd reiten wollte, dann mit Aspen. Der Hannoveraner versteht, worauf es ankommt, macht große Sätze. Alle Stangen bleiben liegen.

Zwei Zeitfehler sind es, die noch hinzukommen. Platz sieben – und ein Meer von Emotionen. Die Luhmühlener feiern „ihre“ Katha. Und Olympiasiegerin Julia Krajewski gratuliert. Als Katha da etwas tiefstapeln möchte, sagt Julia klar, was Sache ist: „Fünf-Sterne! Man muss ja erst mal in die Startbox gehen und den Mut haben, das überhaupt zu machen.“
Alle freuen sich für Katha.
Es wird umarmt, geküsst, geweint.
Noch ein kleines Bonbon obendrauf, nein zwei
Die Tage danach sind wie ein Rausch. Zwei Tage lang sei sie kaum ansprechbar gewesen, sagt Katha. Die auch noch verarbeiten muss, dass Aspen T und sie am Tag nach dem CCI5*-L auf der Longlist für die Weltmeisterschaften erscheinen, „zwischen all diesen großen Namen“. Katha kann es noch nicht ganz fassen.
Schon am Ende des Geländetags sichert sich Familie Tietz dann noch ein Stück Zukunft: Bei der Fohlenauktion des Hannoveraner Verbandes trabt ein Hengstfohlen in die Bahn, das es in sich hat – genetisch. Der Diathletiko-Sohn aus der Zucht von Prof. Volker Steinkraus, der die Butt’sche Zucht übernommen hat, kommt aus Anakondas Stamm. Der aus einer Graf Top-Mutter gezogene junge Mann ist quasi ein Großenkel um ein paar Ecken zu Aspen T. Am Ende bieten zwei Parteien um den Zuschlag: Kathas Vater Norbert Tietz und Anna Siemer. Für die einen ist Aspen T der Hauptmotor, für Anna Siemer ist es die Verwandtschaft zu Butt’s Avondale. Aber am Ende ist es egal.
Hauptsache Luhmühlen.







