WBFSH Awards an zwei deutsche Züchter
Zwei der weltbesten Züchter kommen aus Deutschland
Stephan Kurz, Züchter von Freeestyle, wurde mit dem Longines WBFSH Award als Züchter des besten Dressurpferdes 2025 ausgezeichnet. Foto: DigiShots Die Ehrung als Züchter des besten Pferdes der Welt im abgelaufenen Turnierjahr ist etwas ganz besonders. Die WBFSH Awards (Word Breeding Federation of Sport Horses). Für Stephan Kurz war es das erste Mal, dass er eines der hübschen Kästchen entgegennehmen durfte, in denen der Uhrenhersteller Longines seine Chronographen verpackt. Routinierter war diesbezüglich Ocke Riewerts, der schon das zweite Mal ausgezeichnet wurde.
Freestyle – WBFSH Award für Hannoveranerin aus dem Süden
Die Stute Freestyle, offiziell Mount St. John Freestyle, nach dem Hof ihrer britischen Besitzerin Emma Blundell, ist unter der Dänin Cathrine Laudrup-Dufour schon seit Jahren beständig in der Weltspitze unterwegs. Und 2025 war sie das erfolgreichste Dressurpferd der Welt. In den Sport hatte die Stute die Britin Charlotte Dujardin gebracht, die die Fidermark-Tochter mit Hannoveraner Brandzeichen neunjährig auf den Weltmeisterschaften in Tryon im Jahr 2018 ritt. 2021 endete der gemeinsame Weg. Seit 2023 sitzt Cathrine Laudrup-Dufour im Sattel der braunen Stute. Seitdem haben die beiden fünf Medaillen gewonnen, darunter olympisches Mannschaftssilber in Paris und zwei Silbermedaillen bei der EM in Crozet 2025. Freestyles Karriere begann auf der Fohlenauktion in Verden, wo ein Talentscout das Stütchen sah und Emma Blundle zum Kauf riet.
Donnerhall-Fan Stephan Kurz
Züchter Stephan Kurz stammt aus Zöbingen in Baden-Württemberg. Seit 27 Jahren züchtet er Pferde. Überzeugt ist er von Donnerhall als Basis des Erfolgs. „Ich sage immer, dass die Leistung der Mutterlinie viel wichtiger ist. Dort kann ich viel besser beurteilen, ob das Pferd später als Dressurpferd funktionieren wird“.
So ist es auch nicht verwunderlich, dass Freestyle über ihre Mutter Donna Gracia v. Donnerhall–Atatürk–Freiherr den Oldenburger Stempelhengst im Pedigree führt. Kurz ist nicht nur Züchter, er besitzt auch Dressurpferde. Insofern weiß er, wie viele Faktoren eine Rolle spielen: „Es gibt so viele Zufälle, die sich zu einem perfekten Kreis geschlossen haben, in dem alles perfekt funktioniert hat. Die Pferde müssen gesund bleiben und in die richtigen Hände gelangen“.
London – von Föhr aus in die große weite Welt
Schon einmal wurde Ocke Riewerts, der auf der Insel Föhr lebt und züchtet, ausgezeichnet. Auf seinem Hof bei Alkersum, unweit der berühmten „Friesendoms“, St. Johannis in Nieblum, kam das Pferd zur Welt, das ihn schon 2021 die Auszeichnung beschert hatte, der Holsteiner Landos-Sohn London.

Mit der Britin Laura Collett gewann London nicht nur Mannschaftsgold und Einzelbronze bei den Olympischen Spielen 2024 in Paris, sondern siegte in seiner Karriere u.a. auch in den CCI5* Badminton, Pau und Luhmühlen. Dazu kam dann in Blenheim Einzelgold bei der Europameisterschaft im Jahr 2025. „Ich hätte nie gedacht, dass es möglich sein würde, diese Ehre einmal zu erhalten – geschweige denn zweimal“, bilanzierte Ocke Riewerts über den erneuten Gewinn der prestigeträchtigen Auszeichnung.
Donatello – Familienprodukt und springender Geldschrank
Ebenfalls zum zweiten Mal wurde Susana Epaillard García Cereceda zur Züchterin des Jahres mit dem Longines WBFSH-Award gekürt. Den Erfolg verdankt sie primär dem Selle Français-Wallach Donatello d’Auge. Aber auch ihrem Mann Julien Epaillard, der im Sattel des Franzosen von Erfolg zu Erfolg springt.

Donatellos anhaltende Leistung kommt nicht von ungefähr. Die Familie besitzt auch noch den jüngeren Vollbruder und eine talentierte neunjährige Schwester, die bereits in 1,40 m Parcours geht.
Susana Epaillard García Cereceda fasst ihr Erfolgskonzept in einem Wort zusammen: Geduld. Dazu kommt der ganzheitliche Ansatz, mit dem Susanna und Julien ihre Pferde betreuen: „Geduld ist das große Geheimnis … man muss sie wachsen lassen, und wenn sie dann im Sport sind, darf man nicht zu viel und zu oft etwas von ihnen verlangen.“