Trakehner Gestüt Gut Staffelde berichtet vom Tod des Ausnahmepferdes Helium
Trakehner Vererber Helium lebt nicht mehr
Helium dreijährig mit Lena Bammel. Foto: Sportfotos-lafrentz.de Das Trakehner Gestüt Gut Staffelde hat gestern auf seiner Facebook-Seite vom Ableben Heliums berichtet. Weshalb genau veröffentlich das Gestüt nicht, nur dass man die schmerzhafte Entscheidung im Sinne des Pferdes treffen musste, ihm den letzten Gang zu ermöglichen. „Und so erfüllte es uns in seinen letzten Minuten mit großem Schmerz, zu fühlen, zu entscheiden, Helium möchte jetzt nur noch Erlösung“, heißt es auf der Seite. Der Millennium-Sohn wurde 13 Jahre alt.
Helium war 2024 kastriert worden, nachdem die Deckstation des Trakehner Gestüts Staffelde geschlossen wurde. Man wollte ihm ein pferdegerechteres Leben als Wallach ermöglichen. „Wir haben stets versucht, sein Wohl allem voran zu stellen, auch wenn wir dabei auf Unverständnis gestoßen sind. Es waren aber vor allem diese zwei Schritte in seinen letzten Jahren, die sein Leben uneingeschränkt reichre gemacht haben: der Beritt bei Natalie Soujon, die seine beste Freundin und Vertraute wurde, und die Entscheidung, ihm als Wallach entspannte Jahre auf den Staffelder Weiden zu ermöglichen.“
Noch 2025 hatte Helium Platzierungen bis Klasse S*** mit Natalie Soujon im Sattel.
Sportkarriere
Neben seiner Beschälertätigkeit wurde Helium im Sport eingesetzt. Drei- und vierjährig stellte Lena Bammel ihn vor. Zahlreiche Siege und Platzierungen in Reit- und Dressurpferdeprüfungen gingen auf das Konto des Rappen, unter anderem beim Trakehner Bundesturnier. Außerdem gewann Helium seinen 14-Tage-Test in Schlieckau mit einer Endnote von 8,58. 2017 erwarb er sich seine Hengstbuch I-Qualifikation im Rahmen der Sportprüfung, die er mit 8,02 abschloss. Im Sporttest Teil II 2018 war er mit 8,15 Zweitbester Prüfling des Lots.
Fünfjährig übernahm Pia Anina Gerullis den Beritt und wurde mit ihm Zweite in der Dressurpferdeprüfung Klasse L beim Trakehner Bundesturnier. Sechsjährig hatte Helium zahlreiche Erfolge in Dressurpferdeprüfungen der Klasse M mit Michaela Kronenberger. Auf dem Weg in die Klasse S begleitete ihn ab 2020 dann Natalie Soujon, eine Partnerschaft, die blieb.
Zuchtkarriere
Bemerkenswert waren vor allem Heliums Leistungen als Vererber. Man kann ihn wohl als einflussreichsten Sohn seines Vaters Millennium in der Trakehner Zucht bezeichnen. Bereits aus seinem ersten Jahrgang gingen hoch dekorierte Fohlen hervor. 2019 stellt er mit Ferrari Forever den Siegerhengst der Trakehner Körung in Neumünster. Es war sein erster Körjahrgang. Auch 2020 stammt der Siegerhengst v. Helium ab, Rheinglanz, der später auch beim Bundeschampionat erfolgreich war.
Zudem liefert er mit Dameron einen Prämienhengst und mit Helene die Jahressiegerstute. Im Jahr darauf wurde Helenes Schwester Helena zur Jahressiegerstute gekürt.
Seinen dritten Siegerhengst lieferte Helium 2023 mit Kap Verde. Da war er schon ein Jahr lang Elite-Hengst des Trakehner Verbandes. Inzwischen sind mehrere Nachkommen in der schweren Klasse erfolgreich, nicht nur für den Trakehner Verband, sondern auch für andere Warmblutzuchtverbände.
Abstammung
Heliums Vater Millennium ist nicht nur in der Trakehner Zucht ein Stempelhengst, sondern hat auch in anderen Populationen Siegerhengste hervorgebracht. Man denke nur an Morricone, der gestern mit Moritz Treffinger Zweiter in der Einlaufprüfung des Piaff-Förderpreises in Mannheim wurde.
Heliums Mutter ist eine Tochter des Induc, Bundeschampion der Vierjährigen im Jahre 1994. Heliums mütterliche Familie der Herba geht auf einen anglo-arabischen Stamm des polnischen Hauptgestüts Walwice zurück. Zu den bedeutendsten Sprösslingen dieser Familie zählen die gekörten Hengste Henkel (Springen S), der Reservesieger Herakles, der siegreich in Dressurprüfungen der Klasse S war, und der Reitpferdechampion Hertug.