CCIO4*-S NC Avenches (SUI) Christoph Wahler dominiert letzte deutsche WM-Sichtung, Michael Jung/Chipmunk und Julia Krajewski/Nickel in guter Form
Double Strike für Christoph Wahler in Avenches, Team Deutschland Zweiter
Christoph Wahler und D'Accord.
Foto: Archiv sportfotos-lafrentz.de Christoph Wahler hat das CCI4*-S in Avenches in der Schweiz gewonnen. Mit D’Accord FRH, dem 14-jährigen Hannoveraner Wallach v. Diarado gab er auch im abschließenden Parcoursspringen seine Führung nach dem Geländeritt nicht auf. Nach einem Abwurf zum Ende des Kurses mussten noch einmal vier Strafpunkte auf das Ergebnis hinzuaddiert werden. Aber mit 30,3 Minuspunkten setzte sich der Dritte der Deutschen Meisterschaften von Luhmühlen an die Spitze des Feldes.
Avenches – letzte WM-Sichtung für Team Deutschland
59 Paare beendeten diese Prüfung, die für die deutschen Reiterinnen und Reiter die letzte Sichtung für die Weltmeisterschaften in Aachen darstellte. Wahlers Hannoveraner hatte sich im vergangenen Herbst in Boekelo verletzt. In Luhmühlen absolvierte er seinen ersten Start in dieser Saison und scheint nun rechtzeitig zur Weltmeisterschaft in Aachen wieder topfit zu sein.
Zweimal Podium für Christoph Wahler
Für Christoph Wahler war der Trip in die Schweiz doppelt erfolgreich: Im Sattel des französischen Schimmels Gainsbourg de Bedon, den er erst seit einem knappen Jahr im Stall hat, wurde er zusätzlich Dritter. Früh im Parcours, an Sprung drei, ereilte ihn das Schicksal. Eine Stange rollte aus der Auflage. Aber alle weiteren Sprünge im Springkurs verliefen dann äußerst harmonisch. Am Ende standen 34,9 Strafpunkte zu Buche – Platz drei für dieses Paar.
Zweiter wurde der Schweizer Felix Vogg, dessen Mutter Danièle einer der Motoren hinter dem Turnier in Avenches ist. Vogg ritt den mittlerweile 18 Jahre alten Westfalen Colero v. Captain Fire ebenfalls mit einem Abwurf an Sprung drei nach Hause. 33,8 Minuspunkte bedeuteten Platz zwei für den Luhmühlen Sieger von 2022. Damit war auch der Triumph der Schweizer Mannschaft besiegelt. Gemeinsam mit Robin Godel und Grandeur de Lully CH (35,8/4.), Melodie Johner und Erin (36,3/5.) sowie Angelika Dubach mit Felin de Chignan (Streichergebnis, 44,5/17.) war den Gastgebern der Sieg nicht streitig zu machen.

Deutsches Nationenpreisteam auf Rang zwei in Avenches
Deutschland belegte Platz zwei in der Nationenpreiswertung. Christoph Wahler und D‘Accord zählte zur Mannschaft. Für das Team Deutschland waren neben Christoph Wahler und Arne Bergendahl/Bronco NRW (36,5/6.) Mannschaftseuropameisterin Libussa Lübbeke mit Caramia FRH und Antonia Baumgart mit Ris de Talm am Start. Lübbeke beendete die Prüfung mit 45,6 Minuspunkten auf Platz 20. Zwei Abwürfe am Sonntag verhinderten eine noch bessere Platzierung.
Für Antonia Baumgart waren es 49,4 Minuspunkte, auch sie musste zwei Abwürfe hinnehmen, und landete im Gesamtklassement auf Platz 27. Deutschland kam auf 112,4 Strafpunkte und war damit Zweiter. Die Niederlande wurden mit 121,3 Strafpunkte Dritte.
Zwei von drei potenziellen WM-Paaren am Start
Viele Kombinationen der deutschen Longlist waren in der Schweiz am Start. Drei Paare waren bewusst nicht in die Mannschaft genommen worden, sondern mehr oder weniger zu einer letzten Formüberprüfung genannt: Neben Julia Krajewskis deutschem Meister 2026, Uelzener‘s Nickel, waren das auch die Olympiasieger Michael Jung und fischerChipmunk FRH. Die Dritte im Bunde derjenigen, die „nur“ hätten vor Ort reiten müssen, war die Zweite der Deutschen Meisterschaften 2026, Malin Hansen-Hotopp. Deren Schimmel Quidditch war auch fit, aber die Reiterin nicht. Vor der Abreise aus Mecklenburg-Vorpommern ereilte sie ein Magen-Darm-Infekt.
Quidditch zur Formüberprüfung am Montag in Warendorf
Am morgigen Montag wird das Paar in Warendorf noch einmal seine Form vor den Selektoren unter Beweis stellen müssen. Nach dem letzten Fitnesstest wird dann nominiert.
Drittbester Deutscher in Avenches war Arne Bergendahl, der mit Bronco NRW auf 36,5 Zähler kam. Das war Platz sechs in der Konkurrenz. Dem Paar war eine persönliche Bestleistung in der Dressur gelungen (28,1). 8,4 Strafpunkte mussten im Gelände für 21 Sekunden Zeitüberschreitung in Kauf genommen werden. Aber dabei blieb es auch, weil Bronco NRW, dessen Mutter Luthien ein Fünf-Sterne-Pferd ist, das so gut wie nie Springfehler macht, es seiner Mutter gleicht, tat: fehlerfrei. Es blieb bei 36,5 Punkten. Und diese 36,5 Minuspunkte dürften mindestens zwei dicke Ausrufezeichen bei der Bewerbung um einen Platz bei der Weltmeisterschaft, und sei es nur die Position des Reservisten, setzen. Ein WM-Start wäre ja auch passend für eine Kombination, die auf der Road2LA unterstützt wird.
Olympiasieger blicken gen WM
Michael Jung und Chipmunk zeigten eine sichere, aber nicht überschnelle Geländerunde – 9,6 Punkte gab es für 24 Sekunden, die das Paar länger als die Optimum Times es vorsah unterwegs war. Im Parcours gab es dann zwei Abwürfe für das Paar. So dass sich am Ende 39,8 Minuspunkte summierten und die beiden Efte wurden.
Julia Krajewski und ihr Holsteiner Nickel hatten die Dressur gewonnen (22,1). Im Gelände ließ sich die deutsche Meisterin etwas Zeit. 38 Sekunden langsamer als vom Kursdesigner errechnet bedeuteten 15,2 Minuspunkte. Im sonntäglichen Springen gab es dann an Sprung sechs noch einen Abwurf. Summa summarum: 41,3 Zähler und Platz 14 in der Prüfung.
Mit 40,0 Punkten, konnte Vanessa Bölting mit Ready to go NRW Zwölfte werden und auch Platz 13 ging nach Deutschland: Michael Jung kam mit Perseverance Funky Famous Flamborghini auf 41,2 Fehler Minuspunkte. Ein Abwurf am heutigen Sonntag, ein Cross ohne Hindernisfehler, 18 Sekunden über der Idealzeit – das waren die Punkte, die sich zu den 30,0 aus der Dressur aufaddierten.
Endergebnis CCIO4*-S NC Avenches 2026
