Die ersten Weltranglisten 2026 der Dressur- und Springreiter mit großen Sprüngen und Meilensteinen

Von Aufsteigern und Absteigern

Springen
Ein starkes Duo: Nina Mallevaey und Dynastie de Beaufour. Foto: sportfotos-lafrentz.de Ein starkes Duo: Nina Mallevaey und Dynastie de Beaufour. Foto: sportfotos-lafrentz.de
Der Weltreiterverband FEI hat die Weltranglisten aktualisiert. Bei den Springreitern gibt es keine großen Sprünge, aber doch wegweisende Veränderungen. Bei den Dressurreitern hat ein US-Reiter sich um 136 Plätze nach vorne gearbeitet und eine Kanadierin machte 148 Positionen gut.

Weltrangliste Springen


Auf den Plätzen eins bis sieben hat sich bei den Springreitern nichts getan. An der Spitze liegt nach wie vor der US-Amerikaner Kent Farrington, gefolgt von Scott Brash (GBR) und Christian Kukuk. Mit Ben Maher (GBR) hat sich der Olympiasieger von 2021 hinter dem Olympiasieger von 2024 an vierter Position gehalten. Fünfter ist Global Champions-Tour Gesamtsieger Gilles Thomas vor Europameister Richard Vogel.


Karrieresprung für Frankreichs neuen Superstar Nina Mallevaey


Einen Meilenstein in ihrer Karriere hat die Französin Nina Mallevaey geschafft. Vor drei Tagen wurde sie 26 Jahre jung, und zum Geburtstag gab es den Sprung unter die Top Ten auf der Weltrangliste. Sie kam von Platz zwölf und ist nun Achte. Und das nur ein Jahr, nachdem sie erstmals den Sprung unter die Top 100 der Weltrangliste geschafft hat. Verdient hat sie sich ihre Punkte unter anderem durch den Sieg im Großen Preis von Brüssel (CSI5Karrieresprung für Frankreichs neuen Superstar Nina Mallevaey) Ende August. Es war das erste Mal, dass sie in einem Fünf-Sterne-Grand Prix triumphierte.


Sie saß dabei im Sattel von Dynastie de Beaufour, einem Pferd, das ihr in der vergangenen Saison noch weitere herausragende Erfolge bescherte. Das begann im Januar mit einem dritten Platz im CSI4 Grand Prix von Wellington. Dann waren sie Dritte im Großen Preis von Rom, Zweite im Großen Preis von Rotterdam, Fünfte in Aachen und Dritte in Dinar. Nach so vielen herausragenden Platzierungen auf Fünf-Sterne-Niveau konnte das Paar im August den ersten Fünf-Sterne-Sieg feiern. In Brüssel lieferten sie zuerst zwei fehlerfreie Runden im Nationenpreis und gewannen dann auch noch den Großen Preis.


Seit dem Herbst ist das Paar, das unter Anleitung von Helena Stormanns trainiert, auf US-Tournee und springt auch hier von Erfolg zu Erfolg, wie Platz drei im Weltcup-Springen von Arcadia, Kalifornien, und zuletzt Rang fünf im Großen Preis des CSI5 von Thermal, Kalifornien.


Die Deutschen unter den Top 50


Komplettiert werden die Top Ten von McLain Ward (USA), der sich um zwei Plätze von elf auf neun vorgearbeitet hat, und Mallevaeys Landsmann, der einen Platz einbüßte und nun Zehnter ist.


Aus deutscher Sicht geht es auf der Weltrangliste mit Sophie Hinners weiter. Sie kam von Rang 19 und ist nun die Nummer 21. Daniel Deußer ist um einen Platz nach oben geklettert, von 27 auf 26. Zwei Plätze rauf ging es für Christian Ahlmann, von 36 auf 34. Janne Friederike Meyer-Zimmermann beendete 2025 als Nummer 43 und beginnt 2026 als Nummer 45 der Welt.


Die vollständige Rangliste finden Sie hier.


Dressur


Die Dressurreiter, die in der vergangenen Saison mehr als 100 Plätze auf der Weltrangliste gutgemacht haben, kommen beide vom amerikanischen Kontinent. Das ist zum einen Christian Simonson aus den USA, der sich im Dezember noch 151. der Weltrangliste war und nun Nummer 15 ist.


Simonson gehört zum Team des Zen Elite Equestrian Center der ehemaligen Kinderkrankenschwester Heidi Humphries, die sich als Unternehmerin ein Vermögen aufgebaut und mit dem Stall einen Traum erfüllt hat. Hier reiten neben Simonson auch Olympiasilbermedaillengewinnerin Adrienne Lyle und Endel Ots, der den von Cathrine Dufour ausgebildeten Bohemian übernommen hat, der 2021 für Dänemark bei den Olympischen Spielen und Europameisterschaften erfolgreich im Einsatz war, dann verkauft wurde und ziemlich herumgereicht wurde, ehe er in den USA ein Zuhause fand.


Für Christian Simonson hat das Zen Elite Equestrian Center in den Apache-Sohn Indian Rock von Emmelie Scholtens investiert. Die war mit dem bildschönen KWPN-Hengst 2024 bei den Olympischen Spielen in Paris noch bis ins Kür-Finale vorgedrungen, danach zog er um. Offenbar hatten sich mit Simonson und „Rocky“ zwei gesucht und gefunden. Simonson hatte bis dato noch gar keine Grand Prix-Erfahrung, war für die USA aber 2023 bei den Pan-Amerikanischen Spielen am Start, wo er in der kleinen Tour drei Goldmedaillen gewann, eine in der Mannschafts-, zwei in der Einzelwertung. Damals saß er noch im Sattel von Son of a Lady. Mit Indian Rock gab er im Mai sein CDI Grand Prix-Debüt und gewann. Seither sind die beiden ungeschlagen und haben sich unter anderem die US-Meisterschaft auf Grand Prix-Ebene gesichert (und dazu auch noch die im U25-Lager).


Kanadas Aufsteigerin


Die zweite große Aufsteigerin des Monats ist Kanadas Brittany Fraser-Beaulieu. Sie kam von Rang 184 und ist nun 36. der Weltrangliste. Allerdings ging ihre Karrierekurve nicht ganz so steil nach oben wie die von Christian Simonson. Die 37-Jährige gehörte bereits 2015 zum Silberteam der Pan-Amerikanischen Spiele. 2018 war sie bei den Weltreiterspielen in Tryon am Start und 2021 bei den Olympischen Spielen in Tokio.


Dass sie jetzt plötzlich so viel Boden gutmachen konnte, verdankt sie dem zwölfjährigen KWPN-Wallach Jaccardo v. Desperado. Sie reitet den Fuchs seit 2023. Damals stellte sie ihn noch in der kleinen Tour vor. 2024 folgten die ersten Einsätze in Intermédiaire A und Inter II. 2025 war die erste Grand Prix-Saison. In der sie auf vier Turnieren viermal siegreich und zweimal Zweite in Grand Prix und Kür waren, zuletzt bei den Weltcup-Turnieren in Toronto und Ocala.


Die Dressur-Spitzenreiter


Belgiens Superstar Justin Verboomen ist ja schon seit geraumer Zeit die Nummer eins der Dressurwelt – und er bleibt es auch diesen Monat. Dahinter hat sich allerdings einiges getan. Zweite ist nun die Britin Becky Moody, gefolgt von Isabell Werth. Letztere hat einen Rang eingebüßt, Moody zwei gutgemacht. Einen Platz rauf ging es für die Britin Charlotte Fry, die nun Vierte ist. Ihr Landsmann Carl Hester schob sich von sechs auf fünf. Frederic Wandres war Siebter und ist nun Sechster. Auch Katharina Hemmer war beim Stühlerücken beteiligt – von Platz acht auf sieben. Neu unter den Top Ten ist Norwegens Isabel Freese, die von Platz elf kommt und als Nummer acht in die Saison startet. Die beiden Schweden Patrik Kittel und Maria von Essen haben die Plätze neun und zehn halten können.


Weitere Deutsche unter den Top 50


Jessica von Bredow-Werndl, die gerade ihre große Zukunftshoffnung Diallo verloren hat, hat sich von Rang zwölf auf elf geschoben. Raphael Netz rutschte von 15 auf 16, Ingrid Klimke von 17 auf 18. Matthias Alexander Rath ist 25. und war 24.


U25-Europameister Moritz Treffinger, der sich in seiner ersten „richtigen“ Grand Prix Saison sofort unter die Top 50 der Welt mischen konnte, ist weiter auf dem Vormarsch – von Platz 36 kletterte er auf 34.


Carina Scholz hat hingegen sechs Ränge verloren und ist nun Nummer 39. Anabel Balkenhol hat weiter Boden gutgemacht und kletterte von Platz 43 auf 42.


Die vollständige Liste finden Sie hier.


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