My Clementine gewinnt mit Nina Mallevaey Fünf-Sterne-Grand-Prix in Traverse City
Vom Speedpferd zur 5* Grand-Prix-Siegerin: Nina Mallevaeys My Clementine hängt Weltcup-Siegerin ab
Nina Mallevaey und My Clementine gewannen den 5* Grand Prix in Traverse City.
Foto: MLSJ/Natalie Suto Photography Als die Familie Rein die heute zehnjährige My Clementine (v. O.B.O.S. Quality-Kashmir van Schuttershof) vor drei Jahren in Irland fand, war die Stute vor allem eines: schnell. Man sah in ihr ein Speedpferd. die großen Fünf-Sterne-Prüfungen waren eigentlich nicht das, was man ihr zutraute.
Man nicht, Nina Mallevaeys Trainerin Helena Stormanns schon. Sie riet der französischen Nummer zehn der Weltrangliste, aktuell die beste Frau der Welt im Springsattel, die Stute für die größeren Aufgaben aufzubauen. Es folgten Siege in Drei-Sterne-Prüfungen in Le Touquet und Kessel. Es sah ganz danach aus, als hätte Helena Stormanns mal wieder Recht behalten.
Vor einer Woche wagte Mallevaey mit My Clementine dann den Sprung auf Fünf-Sterne-Niveau. Am Wochenende bestritt die Stute nun ihren zweiten CSI5* Grand Prix in Traverse City. Es ging um 340.000 Dollar. Aber vor allem um die Frage, wie My Clementine mit den Anforderungen umgeht. Sie gewann. Und zwar vor zwei Paaren aus der absoluten Weltspitze.
Nina Mallevaey konnte es kaum glauben. Aber sie freute sich. „Ich bin so glücklich für Clementine. Ich glaube, sie verdient diesen Sieg mehr als jeder andere. Sie kämpft für mich, seit ich sie habe. Sie ist nicht die sprunggewaltigste, aber sie hat ein riesiges Herz, gibt immer alles – sie ist die Beste und hat es sich wirklich verdient.“
Zehntelsekunden gegen die Weltspitze
Der Großteil der Weltspitze mag sich dieses Wochenende in Spruce Meadows versammelt haben, trotzdem war es alles andere als ein geschenkter Sieg für Mallevaey und My Clementine.
Im Stechen trafen sie auf das Weltcup-Siegerpaar Kent Farrington (USA) mit Greya und die Falsterbo-Sieger Shane Sweetnam (IRL) mit James Kann Cruz – zwei der stärksten Paare der Welt. Am Ende trennte die drei Podiumsplätze keine halbe Sekunde. Mallevaey und My Clementine setzten sich in 40,56 Sekunden durch, Farrington und Greya kamen als Letzte im Stechen bis auf eine Zehntelsekunde heran (40,66), Sweetnam wurde in 40,97 Sekunden Dritter.
„Es bedeutet mir sehr viel“, so Mallevaey. „Hätte man mir zu Jahresbeginn gesagt, dass sie einen Fünf-Sterne-Grand-Prix gewinnt, hätte ich es vielleicht nicht geglaubt. Ich bin so glücklich und stolz.“
„Das ist unser Sport auf höchstem Niveau – es geht um Sekundenbruchteile“, kommentierte Farrington den knappen Ausgang. „Für jedes Stechen, das man um eine Zehntelsekunde verliert, gewinnt man ein anderes um eine Zehntelsekunde. Frustrierend im Moment, aber das ist die Realität auf diesem Niveau.“
Team ist Trumpf
My Clementine ist längst nicht das einzige Toppferd, das Mallevaey für die kanadische Besitzerfamilie Rein reitet – neben ihr stehen unter anderem die beiden EM- und WM-Stuten Nikka VD Bisschop und Dynastie de Beaufour in ihrem Stall.
Gefeiert hat Mallevaey ihren Erfolg direkt mit der Familie Rein, die seit fünf Jahren hinter ihr steht. „Ohne mein Team könnte ich gar nichts erreichen“, so Mallevaey. „Sie waren die Ersten, die an mich geglaubt haben. Sie geben mir großartige Pferde, aber vor allem geben sie mir großartige Unterstützung. Das sind wunderbare Menschen mit großen Herzen.“
Sweetnam auch im Zwei-Sterne-Grand-Prix vorn
Für ein starkes internationales Wochenende sorgte zudem Shane Sweetnam, der bereits am Samstagnachmittag den mit 62.500 Dollar dotierten CSI2* MLSJ Grand Prix für sich entschied. Mit Qmusic-K Van’t Kattenhaye (v. Le Blue Diamond van’T Ruytershof-Cornet Obolensky) gelangen ihm als einzigem zwei Nullrunden. Marlon Modolo Zanotelli (BRA) auf Eddie G Z (Echo van’T Spieveld-Jodokus) wurde mit vier Strafpunkten in schneller Zeit Zweiter. Erynn Ballard (CAN) komplettierte mit Ravallo van de Helle (v. Casello van de Helle-Carvallo BB) das Podium auf Rang drei.