Nach Rückzug von Yuri Mansur auf dem WM-Team für Aachen meldet sich der brasilianische Verband zu Wort

Statement des brasilianischen Reitsportverbandes zur Causa Yuri Mansur

Springen
Yuri Mansur hätte die brasilianischen Farben mit QH Alfons Santo Antonio vertreten sollen. Foto: sportfotos-lafrentz.de Yuri Mansur hätte die brasilianischen Farben mit QH Alfons Santo Antonio vertreten sollen. Foto: sportfotos-lafrentz.de
Nachdem Springreiter Yuri Mansur seinen Rückzug aus dem WM Team für Aachen bekannt gegeben und dies mit dem Verhalten des brasilianischen Verbandes begründet hat, gibt es nun von dessen Seite ein Statement.

Am Montag war Anreisetag der Springreiter zu WM in Aachen. Am selben Tag veröffentlichte der in den Niederlanden beheimatete Springreiter Yuri Mansur ein Statement, in dem er dem brasilianischen Verband, der Confederação Brasileira de Hipismo (CBH), massive Vorwürfe macht. Im Kern laufen diese darauf hinaus, dass Mansur mit der Auswahl fürs WM-Team nicht einverstanden ist.


Dazu gibt es nun eine Stellungnahme vom Verband, die die Überschrift trägt „Die CBH erläutert die Auswahl der brasilianischen Springmannschaft für die FEI Weltmeisterschaften 2026 in Aachen“.


Zunächst einmal stellt der Verband fest, dass die endgültige Zusammensetzung des Teams in Anschluss an das Trainingslager und unter fachlicher Bewertung der Paare festgelegt wurde. Trainer der Brasilianer ist Franke Sloothaak.


Das Statement im Wortlaut


Im Juni benannte der CBH im Rahmen des brasilianischen Auswahlverfahrens sieben Reiter: Luciana Diniz, Marlon Zanotelli, Rodrigo Pessoa, Stephan Barcha, Yuri Mansur, Eduardo Pereira de Menezes und Pedro Muylaert.


Von Anfang an stand fest, dass fünf der sieben nominierten Reiter das brasilianische Aufgebot für Aachen bilden würden – bestehend aus vier Reitern für den Wettkampf und einem Reserve-Reiter. Dies ist im Spitzensport üblich und war allen Beteiligten von Beginn des Verfahrens an bekannt.


Die endgültige Mannschaftszusammensetzung hing vom Ergebnis des Trainingslagers ab, das vom 11. bis 16. August 2026 in Aachen stattfand und bei dem die Reiter-Pferd-Paare vom Fachpersonal beobachtet und bewertet wurden. Bis zur endgültigen Entscheidung hätte jedes der fünf am Trainingslager teilnehmenden Paare für den Wettkampf nominiert werden können. Dementsprechend war keinem Reiter ein Platz im Wettkampfteam garantiert, ebenso wenig war die Reserveposition vorab festgelegt worden.


Die Auswahl erfolgte durch den internationalen Trainer Franke Sloothaak und sein Fachpersonal. Sie basierte ausschließlich auf fachlichen Kriterien mit dem Ziel, das Team zu benennen, das ihrer Ansicht nach am besten geeignet war, Brasilien bei den Weltmeisterschaften zu vertreten. Die Entscheidung gestaltete sich aufgrund des hohen und ausgeglichenen Leistungsniveaus der beteiligten Reiter als besonders schwierig.


Nach Bekanntgabe der vorgeschlagenen Mannschaftszusammensetzung entschied sich Yuri Mansur, das Trainingszentrum zu verlassen. Der CBH respektiert die Entscheidung des Athleten. Infolge seines Weggangs wurde es notwendig, einen der zuvor als Ersatzreiter vorgesehenen Athleten nachzurücken. Daraufhin wurde Pedro Muylaert in das brasilianische Aufgebot aufgenommen.


Die CBH betont, dass der Athlet seine Entscheidung noch vor der endgültigen Nominierung der Reiter mitteilte – einem Prozess, der erst nach dem offiziellen Training und der Eingewöhnung des Teams in Aachen formalisiert wurde. Hätte sich Yuri Mansur für einen Verbleib entschieden, wäre er weiterhin Teil der brasilianischen Delegation gewesen.


Sportfachliche Entscheidungen sind fester Bestandteil jeder Saison, ebenso wie die Entscheidung eines Athleten, einen anderen Weg einzuschlagen, vollkommen legitim ist. Der CBH bedauert den Ausgang, dankt Yuri Mansur für seine erfolgreiche Karriere sowie seine Verdienste um das brasilianische Team und wünscht ihm für diesen neuen Karriereabschnitt viel Erfolg.


Der CBH, das Betreuerteam und die gesamte Delegation konzentrieren sich nun voll und ganz auf Aachen und die laufenden Vorbereitungen. Mit selbstbewussten Athleten, einem engagierten Team und der starken Unterstützung der brasilianischen Fans blickt die Delegation zuversichtlich auf die kommenden Wettkampftage und strebt hervorragende Ergebnisse für Brasilien an.


Yuri Mansur selbst hatte in seinem Statement auf Instagram nichts davon geschrieben, dass er künftig für eine andere Nation reiten will, nur dass er nicht mehr für Championate und Nationenpreise zur Verfügung steht.


Erstes WM-Ergebnis für Brasilien steht bereits


Vielleicht war es all der Aufregung geschuldet, aber der erste Reiter der Brasilianer, Marlon Zanotelli, der mit Jana Wargers‘ Dorette OLD in Aachen am Start ist, musste ausscheiden. Er hatte an der auffälligen Mauer, die Aachens Elisenbrunnen nachempfunden ist, nicht die Mitte, sondern eines der Seitenteile übersprungen und war weitergeritten. Damit wurde er abgeklingelt. Das bedeutet, er bekommt in diesem Springen 20 Strafpunkte mehr als der schlechteste Reiter, der beendet hat. Für die Einzelwertung ist er damit de facto aus dem Rennen. Für dieses Springen kann er das Streichergebnis des Teams sein, darf aber in den Nationenpreisrunden wieder teilnehmen und hat hier die Chance, seinen Fauxpas wiedergutzumachen.


 


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