Erste Qualifikation Deutsches Spring-Derby 2026: Lette Neretniekshat siegt, Marvin Jüngel Fünfter, André Thieme Achter
Erste Qualifikation Deutsches Spring-Derby: Sieg für schnellen Letten, Jüngel mit Nachwuchshoffnung, Thieme mit zerrissenem Equipment
Der Lette Kristaps Neretniekshat hat mit Quintair die erste Qualifikation für das Deutsche Spring-Derby 2026 gewonnen. Foto: sportfotos-lafrentz.de Der Lette Kristaps Neretniekshat die erste Qualifikation zum deutschen Spring-Derby in Hamburg gewonnen. Sein Pferd, der Holsteiner Quinatair v. Quintero, verfügt schon über Derby-Erfahrung, zumindest ein bisschen. Im vergangenen Jahr hatte Neretniekshat den 16-Jährigen im Derby im schwedischen Falsterbo eingesetzt. Und das Ergebnis kann sich blicken lassen: Platz vier. Allerdings, so gibt der Sieger am ersten Tag des Turniers in Klein Flottbek zu, sei das Derby in Falsterbo doch um einiges einfacher als das in Hamburg. Seine Vorbereitung war eher überschaubar. In seinem Stall in Polen, wo er immer dann stationiert ist, wenn er auf europäischen Turnieren ist und damit etwas näher dran am Ort des Geschehens als in seiner baltischen Heimat, sei er vergangene Woche ausgeritten. „Da war auch so ein Wall, nicht ganz so hoch wie hier, aber das hat er auch ganz gut gemacht“.
Insgesamt waren 52 Paare an den Start gegangen. 47 kamen ins Ziel. Platz zwei ging nach Irland, an David Simpson. Er war mit Pjotr van de Kruishoeve zwei Sekunden langsamer unterwegs als Sieger Neretniekshat. Der sagt von seinem Pferd, „so richtig langsam kann er einfach nicht. Er ist ein sehr wettkampforientiertes Pferd. Wenn er in so ein Stadion hineinkommt, dann macht er sich gleich viel größer, als er eigentlich ist.“
Alte Bekannte
Auf Platz drei fand sich mit dem Briten Guy Williams ein „alter Bekannter“ wieder. Ein Mann, der auch das Gefühl kennt, eine Ehrenrunde auf dem Derbyplatz in Klein Flottbek anzuführen. Mit Gringos Legacy, einer irischen Stute, hatte er im vergangenen Jahr die zweite Qualifikation, in der es traditionell über den berühmten Derby Wall geht, gewonnen. Außerdem war Guy Williams im vergangenen Jahr in einem weiteren Klassiker im Springsport siegreich, dem Hickstead Derby. In Hamburg wurde er 2026 Fünfter.
Sachsen stark mit französischem Rückenwind

Mit Felix Wassenberg/Elegant de l’ile (0/80,59) und Marvon Jüngel/Don Corleone Z (0/81,38) folgten zwei Sachsen auf den Plätzen vier und fünf. Marvin Jüngel hatte die Ausschreibung genau gelesen. Deswegen hatte er nur den neunjährigen Don Corleone gesattelt. Es reicht, wenn ein Reiter sich qualifiziert. Das Pferd muss nicht zwangsläufig in beiden Prüfungen an den Start gehen, sagt das Reglement. Deswegen hatte Jüngel, Derbysieger in den Jahren 2023 und 2024, seine Stute Balou’s Erbin nicht in der ersten Qualifikation gesattelt. So könne die Stute, die 2025 Neunte war, noch ihre Kraft behalten.
Don Corleone Z – eine Nachwuchshoffnung fürs Derby
Der Dominator Z-Sohn Don Corleone steht seit einem knappen Jahr bei Jüngel. „Er ist das schnellere Pferd, deswegen habe ich ihn in der ersten Qualifikation geritten“. Jüngel und auch der vor ihm platzierte Felix Wassenberg haben beide in Leipzig Derbyhindernisse trainiert. Der Franzose Aurélien Perrier hat dort viele Derbyhindernisse detailgetreu nachgebaut, „mit exakt denselben Abständen“, sagt Jüngel. Der Hintergrund: Perrier hat selbst einmal das Derby geritten, war aber nur bis zum Birkenoxer gekommen. Daraufhin hatte er beschlossen, sich optimal auf den nächsten Start vorzubereiten und hat auf seiner Reitanlage entsprechend gewerkelt.
Ein schwerer Unfall machte aber einen Strich durch Perriers Pläne. Marvin Jüngel hatte Perrier als Stable Manager des Turniers in Leipzig kennengelernt und von den Derbyhindernissen erfahren. Bereits im vergangenen Jahr hatte er auf der Anlage „des Franzosen“, wie Perrier rund um Leipzig nur genannt wird, trainiert.
Auch mit Balou’s Erbin, die sofort gewusst habe, um was für Hindernisse es sich handele, erzählt Jüngel. Die Stute will er bei der zweiten Qualifikation einsetzen. „Der Fokus ist klar auf den Sonntag gesetzt“, sagt der 24-Jährige und fügt schmunzelnd hinzu: „Wir wollen André das Siegen nicht so einfach machen“.
Mayday, Mayday – das Material

Ohne Fehler, aber mit zerrissenem Vorderzeug, beendeten die Vorjahressieger, André Thieme und Paule S, die erste Quali. Sie waren knapp 1,4 Sekunden langsamer als Marvin Jüngel und wurden hinter Clara Blau und Paul, der bestplatzierten Amazone (0/81,76), Siebte. „Es hat Paule kurz durchzuckt und er ist sowieso eher zu wild, sensibel und viel im Vorwärts – das hat also nicht geholfen. Aber am Ende ist er sehr gut gesprungen und hat eine tolle Nullrunde hingelegt. Ich hätte mir es nur ein bisschen ruhiger gewünscht.“
Zwölf Paare waren insgesamt fehlerfrei geblieben, darunter auch der letztjährige Vierte im Deutschen Springderby, Frederic Tillmann und DSP Comanche. Und auch C the stars, im vergangenen Jahr die Derbyüberraschung, als der Contendro-Sohn unter Esteban Benitez Valle (ESP), der sich den Wallach nur von Stephan Dubsky ausgeliehen hatte, Zweiter wurde, war fehlerfrei. Diesmal aber wieder unter dem Sattel des in Niedersachsen lebenden Iren.

Mit zehn Zeitfehlern, aber ohne Abwurf ritt Janne Friederike Meyer-Zimmermann den Wallach Van Tastic über den Kurs.
Ergebnisse erste Qualifikation zum Deutschen Spring-Derby 2026