Preis der Besten in Dressur und Springen 2026

Acht Goldmedaillen, viele bekannte Namen

Dressur
Strahlende Gesichter auf dem Junge Reiter-Treppchen der Dressurreiter mit Siegerin Julie Sofie Schmitz-Heinen, Nele Kraus und Julia Eva Henrich. Foto: Mirka Nilkens Strahlende Gesichter auf dem Junge Reiter-Treppchen der Dressurreiter mit Siegerin Julie Sofie Schmitz-Heinen, Nele Kraus und Julia Eva Henrich. Foto: Mirka Nilkens
Acht Goldmedaillen, ein Stilpreis und eine Reihe junger Reiterinnen und Reiter, die zum großen Teil schon mit beeindruckenden Vorerfolgen nach Warendorf angereist waren: Das diesjährige Preis der Besten lieferte am vergangenen Wochenende top Nachwuchssport.

Der „Preis der Besten“ gilt als eines der wichtigsten Sprungbretter junger Talente der Altersklassen U14 (Children), U16 (Ponys) U18 (Junioren) und U21 (Junge Reiter) in Richtung internationaler Spitzensport. Im Springen wurde er auch in diesem Jahr von der Horst-Gebers-Stiftung und der Dieter-Hofmann-Stiftung unterstützt.


Springen


Junge Reiter


Bei den Jungen Reitern in der Altersklasse U21 setzte sich Max Paschertz aus Cloppenburg in Weser-Ems mit seiner neunjährigen Stute Foodfox’ Cathilde H souverän durch – Rang vier in der ersten Wertung, Sieg im Finale, 66 Punkte gesamt. Für Paschertz ist es der nächste konsequente Karriereschritt: 2023 hatte er als 18-Jähriger sein Goldenes Reitabzeichen erhalten und Sem Semper für Deutschland bei der U18-EM gesattelt. Anfang 2024 gewann er in Leipzig den Goldenen Sattel. „Ich bin mega happy und sehr, sehr dankbar, so ein Pferd reiten zu dürfen“, sagte er nach seinem Erfolg. „Dass sie in so einer Form war am Wochenende, freut mich unglaublich, sie hat es sich einfach verdient, hier ganz vorne zu stehen.“


Silber und Bronze gingen nach Schleswig-Holstein: an Tjade Carstensen mit Gasira (60 Punkte) und Romy Rosalie Tietje mit Cascadino (50 Punkte). Auch für die beiden gilt: Die Medaillen sind keine wirkliche Überraschung. Tjade Carstensen und Gasira konnten im vergangenen Jahr das Finale von Deutschlands U25-Springpokal in Aachen für sich entscheiden – zwei Jahre nach Tjades Schwester Teike mit der inzwischen unter Max Kühner erfolgreichen Greece. Romy Tietje und Cascadino haben sich unter anderem dieses Jahr schon den dritten Platz im Großen Preis von Neumünster (CSI3*) geschnappt.


Children


Bei den Children siegte die Baden-Württembergerin Mary-Ann Hollenbach, die erst in wenigen Tagen ihren zwölften Geburtstag feiert, im Sattel ihrer Stute Falitha Sheila mit 109,5 Punkten. Hollenbach hatte sich schon im Rahmen der Horst-Gebers-Ponytour mit Spitzenplatzierungen in den Vordergrund geritten. „Wir waren schon etwas aufgeregt – und sind umso glücklicher, dass es so gut ausging“, sagte sie.


Silber holten die Mannschaftseuropameister 2025, Justus Thomsen (Schleswig-Holstein) und Clooney. Bronze ging nach Bayern, an Max Kühners zweitjüngste Tochter Grace Isabelle mit Rassina-M, die dieses Jahr unter anderem jeweils Zweite im Nationenpreis und im Großen Preis beim Nachwuchsturnier in Zduchovice (CZE) waren.


Ponys


Bei den Ponys dominierte Benedikt Raab (15) vom TSV 1861 Mainburg aus dem bayerischen Landeskader das Feld. Mit seiner Marie-Luise gewann er beide Wertungsprüfungen und damit auch die Gesamtwertung ohne Wenn und Aber. „Ich bin sehr, sehr stolz auf mein Pony“, sagte Raab, und dankte ausdrücklich der Familie Aldinger, die ihm das erfolgreiche Pony zur Verfügung stellt: „Generell bin ich allen sehr dankbar, die mich hier so unterstützen – meiner Familie und der Familie Aldinger, die mir dieses tolle Pony zur Verfügung stellt.“ Raab ist ein international noch Blatt. Er hat noch nie ein internationales Turnier bestritten, dürfte sich nun aber empfohlen haben.


Ganz anders ist es bei seinen Kolleginnen auf dem Treppchen. Silber ging an Frieda Louise Riedel mit Leo. Frieda hat sowohl im Pony- als auch im Children-Lager schon reichlich Schleifen eingeheimst. Noch viel länger ist die Erfolgsliste von Bronzemedaillengewinnerin Brianne Beerbaum mit Iron Star Alias. Die 16-jährige Tochter von Meredith Michaels-Beerbaum und Markus Beerbaum ist international schon in CSI-Springen bis 1,50 Meter erfolgreich. Zudem stand sie auch bei den Junioren auf dem Treppchen, wo der Sieg an einen anderen großen Familiennamen aus dem Springsport ging.


Junioren


Den Sieg in der Altersklasse Junioren (U18) sicherte sich Jolie Marie Kühner aus Bayern, die ältere Schwester von Children-Bronzemedaillengewinnerin Grace Isabelle, nach Rang sechs in der ersten Wertung und dem Finalsieg auch in der Gesamtwertung Goldmedaillengewinnerin. Eine fast logische Fortsetzung ihrer Erfolgsserie: 2023 hatte Kühner mit Dialo bereits in der Children-Altersklasse beim Preis der Besten Gold gewonnen, dazu Team-Gold und Einzel-Bronze bei der Children-EM. Über ihren Erfolgspartner Bastille, den sie von Martin Fuchs übernommen hat, sagte sie: „Bastille ist von Anfang an einfach super gesprungen – einfach ein Traum.“


Für ihre Silbermedaille bei den Junioren hatte Brianne Beerbaum mit dem neunjährigen Holsteiner Hengst Zenzero, ein Zuccero-Sohn aus der Zucht von Harm Thormählen, der seit einem Jahr im Besitz von Briannes Eltern ist, und den Brianne letztes Jahr noch erfolgreich in der internationalen Youngster Tour präsentierte. Bronze sicherten sich Lennard Tillmann und Veltiner aus dem Rheinland, die jüngst in Compiègne zum siegreichen deutschen Nationenpreisteam gehörten. Lennard ist der Sohn von Frederic Tillmann, der am kommenden Wochenende in Hamburg wieder einmal zu den Derby-Reitern zählt.


Den Stilpreis in Memoriam Hermann Schridde, vergeben durch die Stiftung Deutscher Pferdesport im U18-Finale, erhielt Ava Ferch aus Bayern mit Tendresse de la Vie Z – gleichbedeutend mit Platz vier der Gesamtwertung. Ferch war unter anderem 2024 Bundesnachwuchschampionesse der Ponyspringreiter.


Dressur


Children


Im Viereck setzte Lilly Kasselmann aus Weser-Ems ein Ausrufezeichen. Mit Vodka Soda dominierte die Enkelin von Ulli und Bianca Kasselmann die Children-Wertung mit 161,503 Prozentpunkten – das Paar war 2025 bereits für die Children-EM in Le Mans nominiert worden, wo sie Gold mit dem Team gewann. Jetzt in Warendorf holte Kasselmann zusätzlich zu ihrem U14-Titel mit Nasdaq FH Silber bei den Ponyreitern (150,838 Prozent). Das Aufgabenreiten üben in Wellington hat sich also gelohnt.


Bei den Children-Klasse ging an Anna Schmieder (Rheinland) mit Freispiel (155,124 Prozent), Bronze an Linda Schuchmann (Weser-Ems) mit Figo de Halliers (154,580 Prozent).


Ponys


In der U16-Dressur war die nächste alte Bekannte nicht zu schlagen: Leni-Sophie Gosmann aus dem Rheinland gewann mit dem Falben Diamantini EA WE (151,689 Prozent). Gosmann ist im Nachwuchsbereich längst eine feste Größe – 2024 Deutsche Pony-Meisterin, 2024 EM-Medaillengewinnerin im belgischen Opglabbeek, 2025 EM-Silber in Le Mans, dazu Gold und Silber aus früheren Jahren beim Preis der Besten. Bronze bei den Ponys holte Lilli von Helldorff aus Hannover mit Nabucco HW (146,791 Prozent).


Junioren


Bei den Junioren dominierte Clara Kohoutek aus Baden-Württemberg – und das gleich doppelt. Mit Belinda FRH setzte sie sich an die Spitze der Gesamtwertung. Die Stute, einst unter Lena Haßmann bei der WM der jungen Dressurpferde 2022 Sechste in der Sechsjährigen-Wertung, ist mittlerweile ihr Erfolgspferd. Mit ihrem zweiten Pferd Dark Dancer wurde Kohoutek in den Wertungen Erste und Zweite – hätte die Regel zugelassen, dass eine Reiterin auch mit einem zweiten Pferd gewertet wird, wäre Silber theoretisch ebenfalls noch für sie drin gewesen.


So aber ging es an Ava Osing aus Schleswig-Holstein mit ihrem Neuzugang, dem Grand Prix-erfolgreichen Destacado FRH, den sie von Matthias Alexander Rath übernommen hat (145,653 Prozent). Bronze sicherte sich Eve Catherine Bartels aus Hessen mit Villeneuve.


Junge Reiter


Einen Durchmarsch legten die dreifache Junioren-Europameisterin des Vorjahres, Julie Sofie Schmitz-Heinen aus dem Rheinland, und ihr neunjähriger Rheinländer Attractive bei den Jungen Reitern hin. Die 18-Jährige gewann beide Wertungsprüfungen und damit auch den Gesamtsieg deutlich.


Silber bei den Jungen Reiterinnen ging an Nele Kraus aus Berlin-Brandenburg mit Bonfire, Bronze an Julia Eva Henrich mit For Sunshine, wie die Siegerin Vertreter des Rheinlands.


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