Sandra Sysojeva und Maxima Bella vor Tobias Nabben im Grand Prix von Opglabbeek (BEL)
Grand Prix von Opglabbeek leichte Beute für Sandra Sysojeva und Maxima Bella
Sandra Sysojeva und Maxima Bella bei den Weltmeisterschaften in Aachen.
Foto: sportfotos-lafrentz.de Mit 73,391 Prozent setzten sich die Polin Sandra Sysojeva und ihre in Sachen Schulterfreiheit unübertroffene Maxima Bella unangefochten an die Spitze der 19 Paare im CDI4* Grand Prix von Opglabbeek.
Die Hannoveraner Millennium-Tochter hat mit ihren zehn Jahren eine „Laufleistung“ wie manch anderes Grand Prix-Pferd gegen Ende seiner Karriere: 64 internationale Grand Prix ging sie seit Anfang 2024, als sie gerade acht geworden war und ihren ersten internationalen Auftritt hatte. Zum Vergleich: Zum Beispiel Carl Hesters Fame ist nun 16 und hat 47 CDI Grand Prix-Prüfungen auf dem Konto.
Insofern – Maxima Bella mag erst zehnjährig sein, aber ein Nachwuchspferd ist sie nicht mehr. Dementsprechend routiniert rief sie auch heute in Opglabbeek ihre Leistung ab, wobei die taktsicheren und aktiven Piaffen und Passagen einmal mehr die meisten Punkte brachten. Vier der fünf Richter gaben über 74 Prozent. Lediglich der Belgier Freddy Leyman bei M wollte vermutlich lieber ein Dressurpferd statt ein dressiertes Pferd und gab nur 68,370 Prozent. Viermal Platz eins, einmal Rang 10.
Forster auf Rang zwei
Quasi der Gegenentwurf zu Maxima Bella ist Tobias Nabbens Forster. Der ist elfjährig und ging heute die neunte CDI Prüfung seines Lebens. Sein letztes internationales Turnier war der CDI Hagen, dies nun der erste Einsatz in der Halle seit dem Frühjahr. Das störte den zierlichen Finest-Sohn wenig und mit einer sehr harmonischen Runde, geprägt von Elastizität und Leichtigkeit, tanzten die beiden zu einem neuen Personal Best auf internationalem Parkett von 71,695 Prozent. Kleiner Wermutstropfen: die durchfallende Kandare. Die Anlehnung war leicht, aber der Unterbaum der Kandare war von dem geforderten 45 Grad-Winkel zur Maulspalte phasenweise weit entfernt.
Das Wochenende des Jeroen Devroe
Einen richtigen Lauf hat bislang der Belgier Jeroen Devroe bei seinem Heimspiel. Gestern gewann er bereits den Grand Prix der CDI3*-Tour mit dem zwölfjährigen Everdale-Sohn Jackpot, der Anfang September zum letzten Mal im Turniereinsatz war und in Deauville Zweiter im Grand Prix und Erster im Special wurde. 70,174 Prozent vergaben die Richter in Opglabbeek für diese Vorstellung des Lokalmatadors. Heute für die Vier-Sterne-Tour hatte Devroe sein WM-Pferd Lestor gesattelt, einen zehnjährigen KWPN-Wallach v. Gandhi. Für die beiden wurde es ein neues Personal Best: zum ersten Mal über 71 Prozent, 71,169, um genau zu sein, und das wie schon gestern dank eines sehr soliden und fehlerfreien Rittes.
Seinen ersten internationalen Auftritt seit Mai hatte heute Thomas Wagner mit dem Louisdor-Preis Zweiten Escolar’s Emil. Wobei der Hesse seinen rheinischen Escolar-Sohn nach den Deutschen Meisterschaften in Balve in Darmstadt und Pinneberg jeweils national präsentierte und dabei je einmal Erster, Zweiter, Dritter und Vierter wurde. Heute mit internationaler Konkurrenz konnten sie ebenfalls vorne mitmischen: 71,152 Prozent, Rang vier.
Ebenfalls noch in den Schleifenrängen: Corentin Poittier für Frankreich mit dem Hannoveraner San Amour-Sohn San Cloud’s Lucky als Fünfter (69,826).
Und sonst?
An einer Hand lassen sich die internationalen Auftritte von Katharina Hemmers Slaide abzählen. Die 70 Prozent-Marke konnte der elfjährige Hannoveraner Spörcken-Sohn noch nicht knacken. Aber wer seine Entwicklung etwas verfolgt hat, hat vermutlich festgestellt, wie viel Sicherheit der Rappe gerade in den schwierigen Lektionen gewonnen hat. Von daher dürfte es nur eine Frage der Zeit sein, bis der Wallach nicht nur national, sondern auch international auf 70 Prozent kommt. Heute waren es 68,236 Prozent – mit einem dicken Patzer am Schluss, als der Rappe sich in der Passage anscheinend einmal erschrak und einen Satz nach vorn machte. „Junior (Stallname von Slaide, Anm. d. Red.) war gut, aber ein bisschen schüchtern heute“, subsummierte WM-Bronzemedaillengewinnerin Katharina Hemmer ihr Reitgefühl.
Nach zwei dicken Patzen in der Galopptour, in den Zick-Zack-Traversalen und der zweiten Pirouette, beides doppelt zählende Lektionen, musste sich Hemmers zweites Eisen im Feuer, Weihegold-Sohn Special Gold PCH, heute mit 67,370 Prozent zufrieden geben. Dafür klappte anderes heute gut, wie etwa Piaffen und Passagen. „Spezi mit vielen schönen, aber unglücklicherweise auch vielen heißen Momenten“, so Katha Hemmer.
Fabienne Müller Lütkemeier und Valencia AS fingen sehr schön an in der Trabtour, aber im Galopp hatte Fabienne ihre Vitalis-Tochter nicht mehr ganz so sicher vor den treibenden Hilfen und auch hier schlichen sich Fehler ein, 67,891 Prozent. „Morgen machen wir es besser“, stellte die einstige Mannschaftswelt- und -europameisterin in Aussicht.
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