Cathrine Laudrup-Dufour stellte in Falsterbo ihre neue Kür vor, Leonie Richter begeisterte

Laudrup-Dufours neue Kür, top Tag für Leonie Richter, Bachmann Andersen gewinnt Special

Dressur
Cathrine Laudrup-Dufour und Mount St. John Freestyle in Falsterbo 2026.
Foto: FEI/Kim C. Lundin Cathrine Laudrup-Dufour und Mount St. John Freestyle in Falsterbo 2026. Foto: FEI/Kim C. Lundin
Cathrine Laudrup-Dufour stellte in der Kür von Falsterbo das Programm vor, mit dem sie in Aachen aufs Podium reiten will. Leonie Richter gab ihre Premiere – und die war toll!

Mit Spannung erwartet worden war die Premiere von Cathrine Laudrup-Dufours neuer Kür mit Freestyle. Die Mannschaftsweltmeisterin und zweifache EM-Silbermedaillengewinnerin hatte auf die Dänischen Meisterschaften verzichtet, um sich ganz der Ausarbeitung ihres neuen Programms widmen zu können. Heute in Falsterbo war Uraufführung.


Musikalisch wirkt ihre neue Kür, als habe sie die Kuschelrock-Editionen Vol. 1 bis 5 durchforstet. Sie beginnt mit Kylie Minogues und Jason Donovans „Especially for you“, gefolgt von „All Together Now“ von The Farm und „Every Step I Take“ im starken Trab. Der Gänsehautmoment der Kür ist die letzte Linie mit Piaffe und Passage, fein abgestimmt auf ein Remix von „Nothing’s gonna stop us now“.


Choreographisch zählen die Übergänge von der Piaffe- in die Galopppirouette und die Übergänge zwischen Piaffen, Passagen, versammeltem Trab, gespickt mit Zick-Zack-Traversalen in Passage und Versammlung die Highlights.


Freestyle ging gut, aber das Programm ging den beiden – noch – nicht ganz so leicht von der Hand wie ihre wunderbare „Formidable“-Kür. Sie wurden mit 88,420 Prozent bewertet, 82,8 Prozent in technischen Ausführung, 94,040 Prozent für die künstlerische Darbietung. Das bedeutete in Falsterbo einen Abstand von über zehn Prozent zum Rest des Feldes. In Aachen wird es enger werden.


Internationale Kür-Premiere für Leonie Richter


Kein bisschen weniger Applaus als die Siegerinnen erhielten Leonie Richter und ihr zehnjähriger Rheinländer Hengst Lord Europe für ihre Kür – und das zu Recht! Die beiden beginnen klassisch mit Beethovens „Freude schöner Götterfunken“ zum Einreiten und lassen sich dann von Robbie Williams mit einem Medley aus dessen größten Hits entertainen.


Die Musik ist toll auf die Kür abgestimmt und die Highlights des Hengstes in der Galopptour sind geschickt betont, wie zum Beispiel im Übergang von den Zweier- in die Einerwechsel, wo allerdings der letzte kurz gewesen zu sein schien. Daraus direkt der Übergang in die Piaffe, eine 180 Grad-Drehung und auf der Mittellinie eine letzte ausdrucksvolle Passage zu „Freude schöner Götterfunken“. Ebenfalls sehr gelungen: die Schritttour, die jeweils von einer Galopppirouette in beide Richtungen unterbrochen wird.


Fazit: Richtig gute Kür und die auch noch sehr konzentriert und exakt von Punkt zu Punkt vorgestellt. Auch in den Piaffen gelingt es Leonie Richter inzwischen besser, den Hengst zusammenzuhalten.


Den Richtern hat es auch gefallen: 78,295 Prozent in ihrer ersten internationalen Kür. Das sind mal eben fast drei Prozent mehr als sie bei ihrem ersten Kür-Auftritt im Rahmen der Deutschen Meisterschaften in Balve erhalten hatten, wo sie mit 75,960 Prozent Achte waren. Heute wurden sie Zweite in ihrer ersten internationalen Kür.


Quel Filou Dritter und zwei weitere deutsche Paare


Eine sehr schöne Kür haben auch die Laudrup-Dufour-Schülerin Anna Zibrandtsen und ihr Oldenburger Wallach Quel Filou präsentiert. Die beiden sind zu einem richtig schönen Paar zusammengewachsen. Die einzige wirkliche Schwäche sind die Einerwechsel, in denen der 15-jährige Quaterback-Sohn aus der Zucht des im April verstorbenen Oldenburger Erfolgszüchters Aloys Hinxlage nicht recht zur Losgelassenheit findet. Sie erhielten heute 76,475 Prozent und wurden Dritte.


Die Weltcup-Finalisten Moritz Treffinger und Fiderdance hatten heute ebenfalls Probleme in den Serienwechseln. Mit 72,265 Prozent wurden sie Fünfte. Direkt dahinter konnten sich Helen Langehanenberg und Daniela mit 72,160 Prozent ebenfalls eine Schleife abholen.


Daniel Bachmann Andersens Flash Gordon auf dem Vormarsch im Special


Zu den Entdeckungen der Dressurszene in dieser Saison zählen Daniel Bachmann Andersen und der zwölfjährige Oldenburger Wallach Flash Gordon, der zwar hierzulande schon mit seinem Ausbilder bis Grand Prix, Mathis Goerens, auf sich aufmerksam machte, aber erst mit dem Dänen so richtig durchgestartet ist. Anfang Dezember 2025 hatten sie internationale Premiere. Dann kam Hagen, wo der Fuchs sich bereits recht sicher zeigte, aber immer etwas eng.


Falsterbo an diesem Wochenende war das vierte internationale Turnier des Paares. Im Grand Prix zeigte Flash Gordon seine Klasse, wirkte aber gerade zu Anfang noch etwas umweltorientiert, guckte hier, zuckte da, blieb aber trotzdem „in der Spur“. Bachmann Andersen schaffte es mit seiner reiterlichen Klasse, den Wallach immer wieder vor sich zu „schubsen“ und die Prüfung lektionsfehlerfrei zu beenden.


Heute stand für die beiden der Grand Prix Special auf dem Programm – Volltreffer! Obwohl noch immer einer Menge Luft nach oben ist, wie beispielsweise in dem Moment, als Flash Gorden auf der Schlangenlinie vor dem Angaloppieren aus der Passage etwas außerhalb des Vierecks erspähte, kurz abgelenkt war und stockte. Aber Bachmann Andersen, hatte ihn schnell wieder bei sich und reihte in der Galopptour noch einige Höhepunkte aneinander, wie zum Beispiel die Pirouetten und die schnurgeraden, losgelassen durchgesprungenen Serienwechsel. Ergebnis: Sieg mit 75,638 Prozent.


Designierte WM-Paare auf Platz zwei und drei


Während Dänemark die Katze noch nicht aus dem Sack gelassen hat, wer in Aachen an den Start gehen soll, steht das schwedische Team bereits fest: Patrik Kittel mit Touchdown, Therese Nilshagen mit Navarro, Maria von Essen mit Invoice und Rebecca Mauleon auf Johnnie Walker. Zwei dieser vier Paare waren auch in Falsterbo am Start.


Die Weltcup-Sieger von 2024, Patrik Kittel und Touchdown, beendeten ihre WM-Generalprobe auf dem zweiten Platz mit 73,298 Prozent, knapp vor seiner Olympia-Teamkollegin Therese Nilshagen, die mit dem zehnjährigen Hannoveraner Hengst Navarro v. Negro einen Nachfolger für ihren langejährigen Erfolgspartner Dante Weltino bei Championaten gefunden hat. 73,043 Prozent erhielten sie, das zweitbeste Ergebnis ihrer bislang sechs internationalen Special-Auftritte.


An vierter Stelle reihte sich das dänische EM-Paar Nadja Aaboe Sloth mit ihrem Favour Gersdorf ein. Der 13-jährige Foundation-Sohn mit dem großen Talent für Piaffen erhielt heute 72,553 Prozent.


Dahinter konnte sich Evelyn Eger auf dem erst neunjährigen Oldenburger Wallach Global Power OLD  über Rang fünf mit 69,881 Prozent freuen. Kurt Christensen, Richter bei E, hatte die beiden sogar auf Rang drei mit 71,915 Prozent – Wertnotendimensionen, die die beiden sicherlich noch übertreffen können, wenn der Grey Flanell-Sohn erst einmal genügend Kraft, Routine und Selbstbewusstsein hat, um in der Prüfung „vorauszugehen“.


Alle Ergebnisse aus Falsterbo finden Sie hier.


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