Evergreen Chacco Blue
Unter den 24 Springhengsten in Münster-Handorf waren noch zwei direkte Chacco Blue-Söhne. Derjenige, der zum Siegerhengst ernannt wurde, hat nicht nur einen Vater, der im Spitzensport omnipräsent ist, sondern kommt auch aus einem Mutterstamm, der wie kaum ein Zweiter für erfolgreiche Springpferde bekannt ist: der der Guten Sitte, BWP-Prestatiestam 36. Ein Aganix de Seigneur ging daraus hervor, natürlich dessen Vater Ogano Sitte selbst und viele viele mehr. Und nun eben auch dieser Siegerhengst, optisch ganz im Look seiner mütterlichen Vorfahren, gezogen von Alexander Onischenko, ausgestellt vom Gestüt Sprehe. Die Mutter Elyra Sitte v. Ogano Sitte-Parco war selbst S-erfolgreich. Dieses genetische und sportliche Komplettpaket brachte auf der Auktion eine Viertelmillion Euro und wie eingangs erwähnt, wird auch dieser Hengst auf dem Klosterhof Medingen debütieren. Sein Name: Chacco’s Creed.
Die Reservesieger
Zum ersten Reservesieger kürte die Kommission einen noch recht jugendlich daherkommenden Sohn des 1,60-Springers Nixon van het Meulenhof aus der Holsteiner Stute Design ZL v. Cassini-Con Air-Amigo xx. Die ZG Linnenbrink GbR hatte den Youngster gezogen, ausgestellt wurde er von Manfred von Allwörden, der ihn als Fohlen auf der Auktion in Zeiskam entdeckte und erwarb. 125.000 Euro kostete der athletische Youngster. Er wird auf der Hengststation Tebbel in Emsbüren aufgestellt, wo er sich nun von Don Diarado erklären lassen kann, wie großer Sport funktioniert, denn der WM-Bronzemedaillengewinner von Tryon ist ja vor kurzem wieder nach Hause zurückgekehrt.
Auch bei den Springhengsten gab es zwei zweite Reservesieger. Der eine kam in Bayern bei Iganz Berger zur Welt und wurde auch von ihm ausgestellt, ein Sohn des Chaka aus einer Lanciano-Lacros-Pikör-Mutter. Im fallenden Stamm sind aus jeder Generation S-Pferde hervorgegangen – und das nicht nur im Parcours, sondern auch im Viereck. Der Auktionshammer von Thomas Münch fiel bei 92.000 Euro.
Auch bei dem anderen zweiten Reservesieger ist die IB Berger GmbH als Aussteller verzeichnet, hier zusammen mit der Sportpferde Beckmann GmbH. Es handelt sich um den Emerald van het Ruytershof-Quo Vados I-Carano-Sohn aus der Zucht der PBM Pfefferle GmbH. Die dritte Mutter brachte unter anderem Hansi Drehers Topspringer Colore sowie fünf weitere gekörte Hengste, darunter Corfu de la Vie, und dazu acht international bis z.T. 1,60 erfolgreiche Sportpferde. Ein Cardento ging aus diesem Holsteiner Stamm 741 hervor, ein Cardenio, ein Colorit und viele andere. Der deutlich im Hengsttyp stehende Braune wird Beamter in Sachsen. Für 52.000 Euro sicherte sich das Landgestüt Moritzburg das Kraftpaket.
Die Prämienhengste
Unrangiert prämiert wurden zudem fünf weitere Youngster.
Ein Pferd zum Verlieben ist der Schimmel, den das Gestüt Gut Neuenhof nach Münster schickte, ein Sohn des Caressini aus der Unsere Cera v. Come On-Contender (Z.: u. Ausst.: Gestüt Gut Neuenhof KG, Nideggen). Der Name der Mutter lässt es bereits erahnen, dieser Youngster ist ein Vertreter des Erfolgsstammes der Fein Cera, jener Holsteiner Stute aus der Zucht der Familie Thormählen, die den US-Amerikaner Peter Wylde zu WM-Einzelbronze 2002 und Mannschaftsgold bei Olympia 2004 trug. Nach ihrer überragenden Laufbahn im Sport ging die Landadel-Tochter beim Familie Thormählen in die Zucht und wurde so nicht nur Hengstmutter, sondern auch Großmutter der Olympiastute Ornellaia (John Whitaker) und der Derby-Siegerin Zera (Pato Muente). Im Bieter-Duell bei der Auktion nach der Körung erhielt die Station Maas J. Hell den Zuschlag. Dort wird der Schimmel Stallgassenkollege seines Vaters.
Ein sportiv aufgemachter Zangersheider Hengst v. Casago-Canturano I aus niederländischer Zucht und im Besitz der BB Sporthorses GmbH, Havixbeck, wurde ebenfalls auf den Endring berufen. Er kam für 40.000 Euro unter den Hammer.
Nicht verkäuflich war der auffalende bunte Fuchs v. Casall-Quidam de Revel (Z.: Landpferdehoof Schwartz-Hafter GbR, Hochdonn), den Sylwia Grau, Meerbusch, in Münster-Handorf präsentierte. Der Holsteiner vertritt den Stamm 628B, aus dem diverse erfolgreiche Sportpferde sowie die gekörten Hengste Casillero H, Quintino, Cabachon, Cheenook und andere hervorgingen.
Ein echter Athlet, durch und durch geprägt von seinem Vater, aber viel großrahmiger ist der prämierte Westfalen-Hengst v. Comme il faut-Caretino aus der Zucht von Helga Spallek, Ibbenbüren. Ex-Bundestrainer Kurt Gravemeier stellte ihn aus und erlebte mit, wie der Hengst für 110.000 Euro neue Besitzer fand. Aus dem hoch erfolgreichen Mutterstamm kommen Weltmeister Cumano (Jos Lansink), Felix Haßmanns Deutscher Meister Cayenne WZ und unzählige weitere Spitzenpferde.
Ein Junghengst im Großformat ist der patent springende Sohn des Okawango-Asca Z aus der Zucht von Christoph Seite, Friedrichsruhe, und ausgestellt von der Matthias Schlamminger GmbH, Regensburg. Auch er erhielt eine Prämie und kam anschließend für 36.000 Euro unter den Hammer.
Statistik
Insgesamt wurden von 56 angebotenen gekörten Hengsten 46 verkauft. Sie brachten durchschnittlich knapp 100.000 Euro. Bei den nicht gekörten Hengsten waren 20 im Angebot und 18 fanden einen neuen Besitzer. Hier lag der Durchschnittspreis bei 26.750 Euro. Den Höchstpreis erzielte hier übrigens der fuchsfarbene Secret-Sohn mit Escamillo-Mutter, ein Vertreter des Dodona-Stamms (Ahlerich, Rembrandt, Rubinstein & Co.), aus der Zucht von Johannes Buers in Hamminkeln. Er wurde Kunden aus Deutschland online bei 55.000 Euro zugeschlagen.