Der Ire aus Riesenbeck, Ciaran Nallon, gewinnt das wichtigste Samstagsspringen in Rabat, Ahlmann wird Dritter, Sandra Auffarth Fünfte

Platz eins, drei und fünf für Springreiter aus Deutschland im Samstagshighlight bei Global Tour von Rabat

Ciaran Nallon und Christians Carado sicherten sich das Samstagshighlight beim Global Tour-Finale 2026 in Rabat.
Foto: Liuba Buzzola/LGCT Ciaran Nallon und Christians Carado sicherten sich das Samstagshighlight beim Global Tour-Finale 2026 in Rabat. Foto: Liuba Buzzola/LGCT
Kein deutscher Springreiter, aber ein Springreiter aus Deutschland trumpfte heute in Rabat auf: der Ire Ciaran Nallon, beheimatet im Stall Beerbaum in Riesenbeck.

Einen der bislang größten Erfolge seiner Karriere verbuchte heute der 24 Jahre junge Ire Ciaran Nallon aus Riesenbeck. Gestern gehörte er zusammen mit Philipp Weishaupt bereits zum zweitplatzierten Team der Global Champions League. Außerdem hat er zum Sieg von Riesenbeck International in der Gesamtwertung der Liga beigetragen. Dass das kein Zufall ist, konnte man heute in Rabat sehen. Im Sattel des zwölfjährigen ZfdP Wallachs Christians Carado war Ciaran Nallon der erste Reiter in dem 40-köpfigen Starterfeld, der den Schlüssel für diesen 1,50 Meter Parcours mit zwei zweifachen und einer dreifachen Kombination fand. Konzentriert und harmonisch arbeiteten er und Christians Carado eine Abfrage nach der anderen von Parcourschef Uliano Vezzani ab. Ohne Hindernisfehler hatten es schon andere Reiter vor ihnen geschafft, jedoch nicht innerhalb der erlaubten Zeit. Dass der Parcours keine leichte Aufgabe war, zeigt sich schon daran, dass neun Paare ihn nicht beendeten.


Das Stechen


Ciaran Nallon und Christians Carado Foto: Liuba Buzzola/LGCT
Ciaran Nallon und Christians Carado Foto: Liuba Buzzola/LGCT

Nach Nallon und Christians Carado war der Bann gebrochen und noch zehn weitere Paare schafften den Einzug ins Stechen. Nallon und sein Brauner waren wieder die ersten, die gegen die Uhr ran mussten. Überlegt ritten sie auch hier. Aber auch schnell. Ihnen gelang eine flüssige Runde mit engen Wendungen und guten Vorwärtsdistanzen. Das sah nicht so aus, als wäre da noch sehr viel mehr rauszuholen. Die Benchmark, die sie setzten, lag bei 39,65 Sekunden. Jetzt hieß es zittern für den U25-Reiter aus Riesenbeck.


Ein Paar nach dem anderen versuchte die Zeit zu knacken – aber ohne Abwurf gelang das keinem. Schneller waren sowohl Victor Bettendorf auf Atchoum de la Roque Z als auch Jérôme Guery mit Quito de Mariposa, aber beide hatten vier Strafpunkte.


Nicht einmal Italiens Meister der schnellen Runden, Emanuele Gaudiano, und sein erfahrener Nikolaj de Music konnten Ciaran Nallon und Christians Carado einholen, so dass der Ire am Ende die Ehrenrunde anführte. Mit 40,26 Sekunden wurden Gaudiano und Nikolaj de Music Zweite, gefolgt von Christian Ahlmann auf dem neun Jahre jungen Diamant de Semilly-Sohn Diamantino (40,48).


Letzterer dürfte trotzdem hoch zufrieden gewesen sein, denn dies war der bislang größte gemeinsame Erfolg in ihrer noch jungen Partnerschaft, die erst Anfang der Saison begonnen hat. Zumal sie niemand geringeren als eines der besten Paare der Welt hinter sich ließen, die 2024er Olympia- und 2022er WM-Bronzemedaillengewinner Maikel van der Vleuten und Beauville Z, die in 40,51 Sekunden um drei Hundertstel geschlagen Vierte wurden.


Dahinter freute sich Sandra Auffarth mit ihrem selbstgezogenen Comcador OLD nach zwei Nullrunden über den fünften Rang.


Christian Ahlmann und sein neunjähriger Hoffnungsträger Diamantino. Foto: Liuba Buzzola/LGCT
Christian Ahlmann und sein neunjähriger Hoffnungsträger Diamantino. Foto: Liuba Buzzola/LGCT

Ein Erfolg, der im Gedächtnis bleibt


Ein überglücklicher Sieger Ciaran Nallon erzählte später: “Damit habe ich ehrlich gesagt überhaupt nicht gerechnet – das macht den Sieg umso besonderer. Wenn man im Stechen als Erster an den Start geht – und das gegen so viele herausragende Reiter –, kann man nie sicher sein, ob die eigene Zeit ausreichen wird. Ich habe also einfach gehofft, dass es für eine vordere Platzierung reicht. Zu sehen, wie die anderen an den Start gingen, aber unsere Zeit nicht unterbieten konnten – das war ein unglaubliches Gefühl.


Dieser Sieg bedeutet mir sehr viel, gerade in dieser Phase meiner Karriere. Ich bin dem gesamten Team hinter uns, das solche Momente erst möglich macht, unendlich dankbar. Rabat ist ein großartiges Turnier. Der Veranstaltungsort ist fantastisch und das gesamte Event ist auf einem extrem hohen Niveau organisiert. Hier gegen eine solch starke Konkurrenz zu gewinnen – das ist ein Erlebnis, an das ich mich noch sehr lange erinnern werde.”


 


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