Platz zwei für Semmieke Rothenbergers Finest Prince in der Jungpferde-S von Ankum
Semmieke Rothenberger erfolgreich mit Grand Prix-Hoffnung in Ankum
Semmieke Rothenberger stellte heute in Ankum ein viel versprechendes Pferd für die Zukunft vor.
Foto: Archiv Sportfotos-lafrentz.de Zwei Siebenjährige stahlen dem Rest des 16-köpfigen Starterfeldes in der S-Dressur für sieben- bis neunjährige Pferde von Ankum die Show. Das war zum einen der von DM Bronzegewinnerin Charlott-Maria Schürmann vorgestellte Hannoveraner Vitamin B v. Valverde-Christ aus der erfolgreichen Zucht von Hedda Ottmann-Droege. Vitamin B war einst gekört, ist aber inzwischen Wallach und gehört der Familie Jöbstl aus Österreich, die schon länger mit Charlott-Maria Schürmann arbeitet. Für den Valverde-Sohn war es die zweite S-Dressur. In der ersten landete er unter “ferner liefen”. Heute trumpfte er mit satten 74,087 Prozent auf und konnte insbesondere in der Trabtour, aber zum Beispiel auch in den Pirouetten und im Schritt punkten.
Semmies Neuer
Der zweite Siebenjährige, der alle Blicke auf sich zog, war der elegante Hannoveraner Rappe Finest Prince v. Finest-Londontime (Z.: Franz Sassen) mit Semmieke Rothenberger im Sattel. Für ihn war es das erste Turnier überhaupt in seinem ganzen Leben und er bestand die Feuertaufe mit Bravour: Rang zwei mit 73,175 Prozent. Dabei erhielt er für den ersten Mitteltrab sogar eine 9 von Richter Jürgen Böckmannn bei C. Aber auch die versammelten Lektionen und Seitengänge brachten den beiden richtig Punkte, ebenso wie die Schrittpirouetten. In den Serienwechseln und der Galopppirouette nach links war noch Luft nach oben, nach rechts zeigte er dann, dass er alle Voraussetzungen für die Lektionen höchster Versammlung mitbringt.
Semmieke Rothenberger sagt: “Er ist ein ganz besonderes Pferd ohne Schwächen, dafür mit allen Möglichkeiten. Das einzige, was jetzt noch kommen muss, ist die Ruhe. Er ist sehr, sehr heiß. Darum macht er auch noch mal einen Fehler in den Wechseln. Aber ich liebe genau das. Er ist ganz lieb, aber sehr wach und elektrisch. Also genau das, was man später im Grand Prix braucht.” Und genau das, was Rothenberger von ihrem Nationenpreissieger Farrington auch schon kennt. “Ich denke Ferri hat mich ziemlich gut darauf vorbereitet, so ein Pferd zu reiten”, sagt die WM-Reservistin.
Der heutige Tag war jedenfalls schon mal ein toller Anfang für die Turnierkarriere von Finest Prince. “Weil er so sensibel ist, wussten wir überhaupt nicht, wie er heute auf die Turniersituation reagieren würde.” Für den Wallach, der schon als Fohlen zur Familie Rothenberger kam, war es nämlich nicht nur das erste Turnier, sondern das erste Mal überhaupt, dass er von zuhause weg war. “Mein Ziel war es, ihm Ruhe und Selbstvertrauen zu geben. Darum bin ich sehr vorsichtig geritten und habe gar nicht alles abgefragt, was er zuhause schon kann”, sagt Semmieke Rothenberger. Der Tag heute hat sie noch einmal bestärkt: “Das Ziel ist es, ihn weiter auszubilden bis Grand Prix.”
Klimke vor zweimal Langehanenberg im Grand Prix und mehr
Apropos, Grand Prix wurde heute in Ankum auch geritten. Damit hatte Tag begonnen. Es siegte Michael Klimke auf dem zehnjährigen Oldenburger Wallach Dante’s Peak v. Dante Weltino mit genau 71 Prozent vor Helen Langehanenberg mit Danny Cool (70,133) und Daniela (69,967).
In der “normalen” S siegte die einstige Bundeschampionesse Candy OLD, die seit einigen Jahren von Sabrina Geßmann geritten wird. Die 13-jährige Sir Donnerhall-Tochter, die fünfjährig Bronze bei der WM junge Dressurpferde gewann, ist zwar nie über S** hinausgekommen, aber hier hat sie sich zur Seriensiegerin entwickelt. In dieser Saison war es schon die siebte gelbe Schleife in Klasse S, heute mit 71,746 Prozent.