Großbritannien gewinnt Nationenpreis Vielseitigkeit von Boekelo und Julia Krajewski die Einzelwertung

Springen wirbelt Ergebnisse in Boekelo auf – aber Krajewski siegt

Katie Magee und Cushlas Indigo belegten am Ende Rang zwei im Nationenpreis von Boekelo und führten das britische Team zum Sieg.
Foto: FEI/Libby Law Photography Katie Magee und Cushlas Indigo belegten am Ende Rang zwei im Nationenpreis von Boekelo und führten das britische Team zum Sieg. Foto: FEI/Libby Law Photography
Julia Krajewski hat die Einzelwertung des Nationenpreises Vielseitigkeit von Boekelo gewonnen. Die Mannschaftswertung wurde im Springen neu sortiert.

Es war ein Start-Ziel-Sieg für Julia Krajewski und Ero de Cantraie im Nationenpreis von Boekelo, nicht ganz, aber fast mit ihrem Dressurergebnis. Dem fügten die beiden Deutschen Meister von 2023 gestern lediglich 0,4 Strafpunkte für eine Sekunde Zeitüberschreitung im Gelände hinzu. Aber heute im Parcours lieferten sie eine souveräne Nullrunde, mit der sie den Sieg nach Hause brachten. 24,3 Minuspunkte lautete ihr Endergebnis.


Die sieben erstplatzierten Paare trennte nach dem gestrigen Gelände kein ganzer Springfehler. Dementsprechend teuer waren sogar Zeitstrafpunkte, von Abwürfen ganz zu schweigen. Das wurde unter anderem den beiden Britinnen Yasmin Ingham auf Kinda Corvette und Gemma Stevens mit Chilli Morning IV zum Verhängnis. Ingham und ihr neunjähriger Diarado-Sohn hatten einen Abwurf, der sie von Platz drei auf Rang sieben zurückwarf. Noch bitterer war es für Stevens und ihren Jungpferdeweltmeister von vor zwei Jahren, dem Chilli Morning-Klon, die nach acht Strafpunkten von Platz zwei auf 15 abrutschten.


Davon profitierte unter anderem ihre Mannschaftskollegin Katie Magee auf dem ebenfalls erst neunjährigen Iren Cushlas Indigo. Nach dem Gelände lag sie auf Rang vier. Dank ihrer Nullrunde und der Fehler der anderen wurde sie am Ende mit 26,4 Minuspunkten Zweite hinter Krajewski und führte auch die Mannschaft zum Sieg.


An dritter Stelle der Einzelwertung reihte sich Belgiens Lara de Liedekerke-Meier mit ihren zehnjährigen belgischen Diarado-Sohn Quintus ein. Wie Katie Magee brachten die beiden ihr Dressurergebnis ins Ziel, in ihrem Fall 27,6 Minuspunkte.


Briten an der Spitze


Nach dem gestrigen Gelände hatten die Deutschen die Spitze der Nationenpreiswertung erobert, aber die Briten waren ihnen dicht auf den Fersen. So endete heute auch das Springen. Mit 84,4 Minuspunkten sicherten sich die Mannschaftsweltmeister aus Großbritannien den Sieg vor Deutschland und den Iren (97,5), die die US-Amerikaner im Springen doch noch hinter sich lassen konnten (105,4).


Neben Katie Magee und Yasmin Ingham ritt auch Gemma Stevens für die siegreiche Mannschaft, allerdings nicht mit ihrem Youngster Chilli Morning IV, sondern mit dem ein Jahr älteren Iren Coole Park Muze v. Pollux die Muze L, mit dem sie nach Dressur und Gelände Achte war und sich im Parcours an die fünfte Stelle vorarbeitete.


Das vierte britische Paar, Kirsty Chabert auf Classic VI, hatte an Sprung 17c im Gelände eine Verweigerung und einen Sturz und dementsprechend mit der Mannschaftswertung nichts mehr zu tun.


Pech für Team Germany


Hätte das Ergebnis von Stevens‘ Chilli Morning für die Mannschaftswertung gezählt, hätte Deutschland gewonnen. So wurde es der zweite Platz trotz top Leistungen auch heute wieder im Parcours.


Neben Julia Krajewski, die ja von Dressur bis Siegerehrung den Ton angegeben hatte, punktete vor allem Arne Bergendahl auf seiner großen Zukunftshoffnung Bronco NRW. Der Schimmel, der als Road2LA Pferd gelistet ist und mit dessen Mutter Luthien NRW Bergendahl schon in Badminton das Ziel erreicht hat, brachte sein Dressurergebnis nach Hause, 27,7 Minuspunkte. Spitzenklasse von Anfang bis Ende und schließlich der vierte Platz in einem Starterfeld von Weltformat.


Ebenfalls unter die Top Ten schaffte es Brandon Schäfer-Gehrau mit seiner Hannoveraner Stute Very Special, auch dies ein Road2LA-Paar. Die beiden waren nicht in der Mannschaft – schade eigentlich, denn sie fügten ihrem Dressurergebnis von 29,8 Minuspunkten sowohl im Cross als auch im Parcours lediglich 1,2 Zeitfehler hinzu und wurden damit am Ende Neunte.


In der Dressur und im Gelände waren Pauline Knorr ihre Hannoveraner Stute Aevolet M-A-F jeweils das Streichergebnis, trotz einer super Runde im Cross mit nur wenigen Zeitfehlern. Heute im Springen lieferten sie einen wertvollen Beitrag zum Mannschaftsergebnis, indem sie erneut ohne Hindernisfehler blieben, nur 1,2 Zeitfehler ins Ziel brachten. Mit 35 Minuspunkten waren sie am Ende 22.


Pech hatte Christoph Wahler mit seinem französischen Mylord Carthago-Sohn Gainsbourg de Bedon, der gestern trotz eines verlorenen Eisens easy in die Zeit galoppiert war und vor der heutigen Entscheidung an aussichtsreicher fünfter Stelle lag. Doch die Hoffnung auf einen der vorderen Plätze fiel schon an Sprung eins. Ein weiterer Abwurf folgte an Hindernis 4a. Mit 35,5 Minuspunkten waren die beiden 24., noch platziert, aber das Streichergebnis der Mannschaft.


Weitere deutsche Ergebnisse


Knapp raus aus der Platzierung waren Ingrid Klimke und die zehnjährige belgische Sportpferde-Stute Kallista (v. Chapman) mit 39,7 Minuspunkten. Auch bei ihnen fiel an Sprung 4a eine Stange. Am Ende wurde es Rang 27 für die Münsteraner Multimedaillengewinnerin und ihre Nachwuchshoffnung.


Nadine Marzahl und Victoria arbeiteten sich dank einer Nullrunde im Parcours von Rang 43 nach dem Cross – wo sie auch lediglich einige Zeitfehler kassiert hatten – auf Platz 29 der 74 Teilnehmer vor, die die Prüfung beenden konnten.


Zu denen gehörten auch Ann-Catrin Bierlein und ihr Sir Scotty. Der 18-jährige Hannoveraner Grandseigneur hatte sich im Gelände mal wieder als sichere Bank erwiesen. Heute kamen noch 5,6 Strafpunkte hinzu, 1,6 davon für Zeitüberschreitung – Platz 33 mit 42 Strafpunkten.


Nicht ganz so glücklich lief es im Springen für Antonia Baumgart und ihren elfjährigen Holsteiner Ris de Talm. Der elfjährige Adagio de Talma-Sohn hatte gleich drei Abwürfe, ebenfalls an den Hindernissen eins und 4a sowie zusätzlich noch einen an Sprung 10. 3,6 Zeitfehler kamen hinzu. Damit rutschten die beiden von Rang 17 nach dem Gelände auf Platz 41 der Endabrechnung.


Alle Ergebnisse aus Boekelo finden Sie hier.


Gesamtwertung FEI Nationenpreis


Die Briten haben mit ihrem Sieg in Boekelo auch den Triumph in der Gesamtwertung der FEI-Nationenpreisserie Vielseitigkeit sichergestellt. Sie lagen auch schon vor dem Finale in Boekelo punktgleich mit den führenden Franzosen an zweiter Stelle. Doch in Boekelo ging es für alle Teams von null los – Pech für die Franzosen, die hier nur Achte waren, Glück für die Deutschen, die im Ranking an vierter Stelle lagen und sich im Finale Rang zwei schnappen konnten.


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