Julia Krajewski mit Ero de Cantraie und deutsches Team führen nach Gelände im Nationenpreis Vielseitigkeit von Boekelo
Läuft für Deutschlands Vielseitigkeitsreiter in Boekelo!
Julia Krajewski und Ero de Cantraie im Gelände von Boekelo 2026.
Foto: FEI/Libby Law Photography Von 93 Startern im CCIO4*-NC-L von Boekelo erreichten 79 das Ziel des Geländes. Drei hatten bereits vorher zurückgezogen. Fünf gaben auf, sieben schieden aus. Aber 22 schafften es auch fehlerfrei und innerhalb der erlaubten Zeit ins Ziel. Dementsprechend wichtig war eine gute Ausgangsbasis in der Dressur und dementsprechend teuer waren dann Zeitfehler.
Julia Krajewski weiter in Führung
Mannschaftsvizeweltmeisterin Julia Krajewski hatte mit ihrem Deutschen Meister von 2023, dem Selle Français-Wallach Ero de Cantraie, schon in der Dressur die Nase vorn gehabt. Eine 76,11 Prozent-Leistung hatte der zwölfjährige Querlybet Hero-Sohn aufs Parkett im Viereck gelegt, umgerechnet 23,9 Minuspunkte. Heute stand dann das 5.700 Kilometer lange Gelände mit 26 Hindernissen, 45 Sprüngen auf dem Programm, das in genau 10 Minuten zu bewältigen war. Ero kam in 10:01 Minuten ins Ziel – 0,4 Strafpunkte, also nun 24,3 Minuspunkte vor dem morgigen Abschlussspringen. Die Zeitfehler fielen nicht wirklich ins Gewicht. Einen Abwurf hätten die beiden sich auch dann nicht leisten können, wenn sie ihr Dressurergebnis ins Ziel gebracht hätten.
Denn das gelang sieben weiteren Paaren, die Julia Krajewski und Ero de Cantraie auf den Fersen sind. Angeführt wird die Verfolgergruppe von der Britin Gemma Stevens auf Chilli Morning IV, dem Klon von William Fox-Pitts unvergessenem Brandenburger Hengst, der 2024 Weltmeister der jungen Vielseitigkeitspferde war. Wie viel er mit seinem genetischen Pendant gemein hat, demonstrierte „CM – der Jüngere“ schon in der Dressur mit 25,4 Minuspunkten, die er heute spielend leicht in 09:47 Minuten ins Ziel brachte.
Auch auf Rang drei hat sich nichts getan: Die 2022er Weltmeisterin Yasmin Ingham und ihr britischer Diarado-Sohn Kinda Corvette machte seinem Namen in 09:51 Minuten Ehre und hielt sein Dressurergebnis von 26 Minuspunkten, Rang drei.
Zwei weitere Teamreiter in den Top Ten
Zu den Reitern, die sich dank fehlerfreier Geländerunden ein ganzes Stück nach vorne arbeiten konnten, zählten auch Christoph Wahler auf seiner Nachwuchshoffnung, dem zehnjährigen französischen Wallach Gainsbourg de Bedon (v. Mylord Carthago) und Arne Bergendahl mit seinem Road2LA-Kandidaten Bronco NRW.
Wahler und sein Schimmel im Besitz des neuen Pferdesport Deutschland Präsidiumsmitglied Hendrik von Paepcke hatten mit 72,46 Prozent bzw. 27,5 Minuspunkten erneut eine sehr ordentliche Dressur abgeliefert. Im Starterfeld von Boekelo reichte das Ergebnis allerdings nur für Platz zwölf. Doch dank ihrer Nullrunde heute im Cross konnten sie sich auf Rang fünf vorarbeiten.
Bergendahl und Bronco gelang eine ähnliche Aufholjagd – von Platz 15 mit 27,7 Minuspunkten auf Platz sieben.
Und Brandon Schäfer-Gehrau galoppierte und sprang mit seiner Very Special in 09:54 Minuten von Platz 28 auf Rang elf (29,8).
Diese drei Deutschen sind es auch, die die Mannschaft von Platz zwei nach der Dressur hinter den Briten an die Spitze katapultiert haben. Doch der Abstand ist denkbar knapp: Deutschland hat 79,5 Minuspunkte auf dem Konto, die Briten 80,4. Die drittplatzierten US-Reiter kommen auf 91,8 Minuspunkte. Das Springen morgen wird also hoch spannend!
Weitere deutsche Ergebnisse
Komplettiert wurde das Team von Pauline Knorr auf der Hannoveraner Abke-Tochter Aevolet M-A-F. Die beiden gehörten zu den Paaren, die nur wenige Zeitfehler (10:08) hatten. Trotzdem konnten sie sich im Ranking verbessern – von Platz 34 nach der Dressur (30,6) auf 27 (33,8).
Zwischen die Teamreiter konnten sich Antonia Baumgart und ihr elfjähriger Holsteiner Wallach Ris de Talm v. Adagio de Talma schieben. 3,2 Zeitfehler im Gelände ließen sie nach der Dressur (27,5) um vier Plätze abrutschen auf Rang 17 aktuell.
Ingrid Klimke und ihre große Zukunftshoffnung Kallista hatten in der Dressur ein Personal Best geliefert: 26,9 Minuspunkte, Rang acht. Sie kamen heute ohne Hindernisfehler ins Ziel, aber 8,8 Zeitfehler waren teuer. Sie liegen nun an 31. Stelle.
Ann-Catrin Bierlein und Sir Scotty hatten nicht den besten Start im Viereck (36,4), dafür aber im Cross: null und Aufstieg von Platz 82 nach der Dressur auf Rang 34 vor dem Springen.
Nadine Marzahl und Victoria hatten hingegen eine super Runde in der Dressur (27,1, Rang 10), aber waren eine gute halbe Minute zu langsam und fielen zurück auf Platz 43.
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