Isabell Werth und Quantaz siegreich im Grand Prix beim Turnier der Sieger
Siegreiches Comeback von Isabell Werths Quantaz in Münster
Basel 2025 war der letzte Turniereinsatz von Isabell Werth und Quantaz. Foto: FEI/sportfotos-lafrentz.de Rund eineinhalb Jahre ist es her, dass Isabell Werths Quantaz zum letzten Mal einen Turnierplatz gesehen hat. Das war das Vierecks beim Weltcup-Finale in Basel, wo die beiden Zweite waren. Heute in Münster präsentierte sich der 16-jährige DSP-Wallach wohlgenährt und voller Energie – was dazu führte, dass Isabell Werth seinen Eifer besonders in den Verstärkungen doch recht deutlich bremsen musste und der Quaterback-Sohn im Laufe der Prüfung zunehmend auf die Vorhand kam. Wirkliche Lektionsfehler hatten sie nicht und gewannen die Prüfung mit 73,880 Prozent.
Platz zwei ging an ein weiteres Mitglied im Club der Sweet Sixteen, Dorothee Schneiders First Romance. Der Württemberger DSP-Wallach v. Fürst Romancier hatte ebenfalls länger Turnierpause und meldete sich Ende Juli in Darmstadt zurück im Turniergeschehen. Münster ist seither sein drittes Turnier und das erste mit großer Kulisse. Wer meint, Männer (okay, er ist Wallach) seien nicht Multitasking-fähig – First Romance schaffte es sehr wohl, seine Augen überall zu haben, voll auf Sendung zu sein und dabei aber auch noch seiner Reiterin zuzuhören. Sie hatten Höhepunkte in der Trabtour und z. B. auch beim Halten und Rückwärtsrichten. In der Galopptour schlichen sich dann allerdings spannungsbedingt ein paar Fehler ein, die mit der Rückkehr der Turnierroutine rasch zu beheben sein dürften.
Newcomer auf dem Vormarsch

Gestern wurde bekannt, dass Frederic Wandres und Lars Ligus den Hof Kasselmann verlassen. Möglicherweise steht Hagen aber bereits ein neues Championatspaar in den Startlöchern. Rang drei heute im Grand Prix beim Turnier der Sieger ging mit 72,560 Prozent an Evelyn Eger und den Oldenburger Wallach Global Power OLD. Der Rappe ist erst neunjährig, war letztes Jahr eines der jüngsten Pferde im Finale des Louisdor-Preises und hat nicht nur alles Talent dieser Welt, sondern auch eine Reiterin, die ihn ausbildungsmäßig auf den richtigen Weg gebracht hat, und eine Besitzerin, die den Rappen gerne behalten möchte. Alles, was den beiden noch fehlt, ist Zeit, um Kraft aufzubauen, Gleichgewicht zu finden und konstanteren Zug an die Hand zu entwickeln.

Ähnliches wie für Global Power OLD gilt für Lena Haßmanns Chere Celine OLD. Auch die ist erst neunjährig und offenbart einiges an Talent, das nur darauf wartet bis die Tragkraft der Governor-Tochter groß genug ist, dass sie ihre Selbsthaltung auch während der ganzen Prüfung halten kann und weniger auf die Unterstützung ihrer Reiterin angewiesen ist. 72,10 Prozent erhielten die beiden heute.

Dahinter ging es in der Platzierung weiter mit dem Club der Louisdor-Alumnis. Rang fünf sicherten sich Juliane Brunkhorst und der DeLorean-Sohn Diamante Negro, ebenfalls ein DSP-Pferd. Der elegante Dunkelbraune und seine fein einwirkende Reiterin geben immer ein so schönes Bild ab und zeigten eine Trabtour, die schon so ausgereift war, dass sie damit auch ganz weit vorne hätten landen können. Doch in der Galopptour schlichen sich teure Fehler ein, etwa den Zweiern, die so gut angefangen hatten, bis der Wallach sich beim letzten anscheinend erschreckte, jedenfalls kurz verspannte, sich heraushob und einen Satz nach vorn machte. Schade, zumal der Rest der Prüfung dann wieder recht gut funktionierte. Doppelt teuer ist im nationalen Grand Prix die Fußnote „Reinheit der Gänge“, denn der Schritt des Wallachs ist immer leicht phasenverschoben und die Abzüge zählen dann vierfach, zweimal in der Prüfung, zweimal in der Schlussnote. Trotzdem gab es noch 71,980 Prozent.

Als frischgebackene Mannschaftsweltmeisterin und Einzelbronzemedaillengewinnerin von Aachen ritt Katharina Hemmer mit ihrem Special Gold PCH aka „Spezi“ ins Münsteraner Viereck ein. Der San Amour-Sohn, eines der vielen talentierten Kinder von Weihegold OLD, gehört ebenfalls zu den Louisdor-Preis Finalisten des Vorjahres, war aber in den letzten Monaten wenig im Einsatz, weil der Fokus in Borchen-Etteln auf Denoix und WM lag. Ähnlich wie bei Global Power und Chere Celine fehlt es auch ihm noch an Kraft und Routine, aber er hatte auch richtig tolle Momente, etwa einige Tritte in der ersten Piaffe, die Zick-Zack-Traversalen und die Schlusslinie. Mit 71,940 Prozent mussten sie sich Brunkhorst und Diamante Negro knapp geschlagen geben.

Nicht seinen ersten Grand Prix, aber seinen ersten Auftritt vor großer Kulisse hatte Beatrice Hoffrogges elfjähriger Hannoveraner Dante Weltino-Sohn Dancelli. Er wäre sicherlich ein Louisdor-Preis Kandidat gewesen, hätte er nicht verletzungsbedingt mehrere Monate pausieren müssen. Die beiden zeigten eine sehr ansprechende Prüfung und insbesondere auch in den Piaffen könnte der Wallach mal eine große Stärke entwickeln. Mit 70,620 Prozent wurden sie heute Zehnte.
Stars von Morgen

Im Anschluss an den Grand Prix waren die Nachwuchs-Dressurpferde und -reiter an der Reihe in der Einlaufprüfung für die DERBY Stars von Morgen an der Reihe. Hier hatte Bianca Nova-Aulenbrocks Burg-Pokal Zweite des Vorjahres eine richtige Sternstunde, ging mit Sicherheit die beste S***-Prüfung ihres Lebens mit positivem Fluss nach vorn, schöner Selbsthaltung und tollen Momenten z.B. in den Passagen, der Rechtspirouette und den Serienwechseln. Ausbaufähig sind noch die Piaffen. 72,105 Prozent sind das beste Ergebnis, das die beiden bislang erzielen konnten. Es reichte locker für den Sieg vor Helen Langehanenberg auf ihrem selbstgezogenen Dimaggio-Sohn Dreikäsehoch (71,50) und vor Nowag-Aulenbrocks eigener Schülerin Elisabeth von Wulffen auf Triple A (70,658).
Alle Ergebnisse finden Sie hier.