Auswahl der schönsten Bilder der WM Kür Aachen mit Weltmeisterin Charlotte Fry, Cathrine Laudrup-Dufour, Isabell Werth und anderen

Die Dressurkür der Weltmeisterschaften in Aachen in Bildern

Dressur
Mauro Turfhorst und Dinja van Liere, eine der Neuentdeckungen dieser Saison, die mit 79 Prozent Zwölfte wurden.
Foto: sportfotos-lafrentz.de/Sharon Vandeput Mauro Turfhorst und Dinja van Liere, eine der Neuentdeckungen dieser Saison, die mit 79 Prozent Zwölfte wurden. Foto: sportfotos-lafrentz.de/Sharon Vandeput
Die Welt wollte ein Sommermärchen, die Welt bekam ein Sommermärchen – bei der Stimmung und dem Setting zur Kür-Weltmeisterschaft der Dressurreiter gestern Abend im ausverkauften Aachener Hauptstadion geriet der Sport fast zur Nebensache. Fast.

Dressurreiten ist eine Sportart, bei der nach objektiven Kriterien beurteilt werden soll. Doch mit dem Faktor Mensch werden auch objektive Kriterien zu subjektiven Urteilen. 45.000 Menschen erlebten gestern die Entscheidung in der Kür bei der Weltmeisterschaft in Aachen – 45.000 Menschen, Meinungen. Wie unterschiedlich die vermeintlich objektiven Kriterien interpretiert werden, ließ sich an den Reaktionen auf den Tribünen ablesen. Da ist man doch froh, dass in den Richterhäuschen Menschen sitzen, die zumindest ihrer Bestimmung nach unvoreingenommen bewerten sollen. Ob das gelingt und ob man mit dem Ergebnis immer einverstanden ist, steht auf einem anderen Blatt. Wie wir den Abend gestern aus sportlicher Sicht erlebt haben, können Sie hier nachlesen. In einem Punkt herrschte bei dieser Weltmeisterschaft jedoch hundertprozentige Einigkeit: Es war ein großartiger Abend!


. 45.000 Zuschauer und ein Dancefloor


Man kennt diese Stimmung in der Aachener Soers sonst von den CHIO Nationenpreisen der Springreiter – am Horizont hinter der Westtribüne versinkt die Sonne am Horizont. Der Himmel färbt sich purpurn, die Dunkelheit senkt sich übers Stadion. Die Flutlichtscheinwerfer werden zur Bühnenbeleuchtung, normalerweise für die 120 x 150 Meter Rasenfläche, gestern für den 20 x 60 Meter Dancefloor. Beim Nationenpreis läuft es so ab: Pferd und Reiter kommen rein, mehr oder weniger lauter Jubel, dann erwartungsvolle, manchmal angespannte Stille. Gestern Abend war es ähnlich und doch ganz anders: Reiter und Pferd betraten durch den neuen Torbogen das Stadion, frenetischer Jubel, Stille, Musik. Bei jedem Ritt ein zehnminütiges Gratiskonzert. Die Musikauswahl war sicher nicht immer jedermanns Geschmack. Aber die eine oder andere Kür verführte die Tribüne zumindest zum Schunkeln, zum Teil sogar dazu, aufzustehen und zu tanzen. Ehrlich gesagt, das war dann doch etwas befremdlich. Fazit ist aber: Mit Dressurreiten kann man 45.000 Menschen restlos begeistern.


Die alten und neuen Weltmeister Charlotte Fry und Glamourdale … Foto: sportfotos-lafrentz.de Die alten und neuen Weltmeister Charlotte Fry und Glamourdale … Foto: sportfotos-lafrentz.de
… waren die, deren Kür-Motto sich ums Fliegen dreht. Das Gefühl der Schwerelosigkeit hatten gestern aber auch noch andere. Foto: sportfotos-lafrentz.de … waren die, deren Kür-Motto sich ums Fliegen dreht. Das Gefühl der Schwerelosigkeit hatten gestern aber auch noch andere. Foto: sportfotos-lafrentz.de
Voll besetztes Haus, begeistertes Publikum. Sie wussten es noch nicht, aber sie bejubelten hier die Weltmeister. Foto: sportfotos-lafrentz.de Voll besetztes Haus, begeistertes Publikum. Sie wussten es noch nicht, aber sie bejubelten hier die Weltmeister. Foto: sportfotos-lafrentz.de
Volle Konzentration bei Cathrine Laudrup-Dufour und Freestyle für den Freestyle. Foto: sportfotos-lafrentz.de Volle Konzentration bei Cathrine Laudrup-Dufour und Freestyle für den Freestyle. Foto: sportfotos-lafrentz.de
Im Special hatte Cathrine Laudrup-Dufour unnötig Punkte liegen gelassen. Das passierte ihr in der Kür kein zweites Mal. Foto: sportfotos-lafrentz.de Im Special hatte Cathrine Laudrup-Dufour unnötig Punkte liegen gelassen. Das passierte ihr in der Kür kein zweites Mal. Foto: sportfotos-lafrentz.de
Man hätte ihr den Titel so sehr gegönnt und sie hätte ihn verdient gehabt. Aber es wurde wieder Silber für Cathrine Laudrup-Dufour und Freestyle. Sie war trotzdem happy, sie hatte alles richtig gemacht. Und "Free" sowieso. Foto: sportfotos-lafrentz.de Man hätte ihr den Titel so sehr gegönnt und sie hätte ihn verdient gehabt. Aber es wurde wieder Silber für Cathrine Laudrup-Dufour und Freestyle. Sie war trotzdem happy, sie hatte alles richtig gemacht. Und "Free" sowieso. Foto: sportfotos-lafrentz.de
Angespannte Mienen beim Team Werth/Wendy. Foto: sportfotos-lafrentz.de Angespannte Mienen beim Team Werth/Wendy. Foto: sportfotos-lafrentz.de
Isabell Werth und Wendy waren gestern letztes Paar und die erfolgreichste deutsche Olympionikin aller Zeiten sagte später, bei den Vorleistungen hätte es nur eine Devise gegeben: die Flucht nach vorn. Foto: sportfotos-lafrentz.de Isabell Werth und Wendy waren gestern letztes Paar und die erfolgreichste deutsche Olympionikin aller Zeiten sagte später, bei den Vorleistungen hätte es nur eine Devise gegeben: die Flucht nach vorn. Foto: sportfotos-lafrentz.de
Die letzte Linie: einhändige Piaffe Passage Tour zum rhythmischen Applaus der Zuschauer. Foto: sportfotos-lafrentz.de Die letzte Linie: einhändige Piaffe Passage Tour zum rhythmischen Applaus der Zuschauer. Foto: sportfotos-lafrentz.de
Isabell Werth bedankt sich bei ihrem Publikum, das nicht nur ihren Ritt frenetisch gefeiert hat. Foto: sportfotos-lafrentz.de Isabell Werth bedankt sich beim Publikum, das nicht nur ihren, sondern jeden Ritt gefeiert hat. Foto: sportfotos-lafrentz.de
Es war nicht mehr der Zonik Plus von 2025, den man bei dieser Weltmeisterschaft sah. Doch die Kür war sein bester WM-Auftritt mit Justin Verboomen. Foto: sportfotos-lafrentz.de Es war nicht mehr der Zonik Plus von 2025, den man bei dieser Weltmeisterschaft sah. Doch die Kür war sein bester WM-Auftritt mit Justin Verboomen, Rang vier. Foto: sportfotos-lafrentz.de
Dementsprechend groß war die Erleichterung. Foto: sportfotos-lafrentz.de Dementsprechend groß war die Erleichterung. Foto: sportfotos-lafrentz.de
und die Freude. Foto: sportfotos-lafrentz.de und die Freude. Foto: sportfotos-lafrentz.de
… bei allen Beteiligten. Foto: sportfotos-lafrentz.de/Sharon Vandeput … bei allen Beteiligten. Foto: sportfotos-lafrentz.de/Sharon Vandeput
Traumrunde der Weltcup-Sieger Becky Moody und Jagerbomb. Ihnen hätte eine Medaille auch gut gestanden. Foto: sportfotos-lafrentz.de Traumrunde der Weltcup-Sieger Becky Moody und Jagerbomb. Ihnen hätte eine Medaille auch gut gestanden. Foto: sportfotos-lafrentz.de
Gratulation vom Teamkollegen Carl Hester für Becky Moody, ehe der sich selbst auf seinen Ritt vorbereiten muss. Foto: sportfotos-lafrentz.de/Sharon Vandeput Gratulation vom Teamkollegen Carl Hester für Becky Moody, ehe der sich selbst auf seinen Ritt vorbereiten muss. Foto: sportfotos-lafrentz.de/Sharon Vandeput
Eines der Paare, auf dem die niederländischen Dressurhoffnungen ruhen: Marieke van der Putten und Zantana. Foto: sportfotos-lafrentz.de/Sharon Vandeput Eines der Paare, auf dem die niederländischen Dressurhoffnungen ruhen: Marieke van der Putten und Zantana. Foto: sportfotos-lafrentz.de/Sharon Vandeput
2026 war Mauro Turfhorsts erste Grand Prix Saison. Foto: sportfotos-lafrentz.de/Sharon Vandeput Das andere Paar, das die Niederlande wieder nach vorne bringen kann – und das zu Recht: Dinja von Liere und Mauro Turfhorst.
Sein Einsatz ist zwar erst nächste Woche, aber Martin Fuchs ist schon eine Woche früher angereist, um seiner Verlobten Simone Pearce die Daumen zu drücken – hat geklappt! Foto: sportfotos-lafrentz.de/Sharon Vandeput Sein Einsatz ist zwar erst nächste Woche, aber Martin Fuchs ist schon eine Woche früher angereist, um seiner Verlobten Simone Pearce die Daumen zu drücken – hat geklappt! Foto: sportfotos-lafrentz.de/Sharon Vandeput
Raphael Netz und Camelot – dritte Prüfung, dritte Superleistung in der Kür. Foto: sportfotos-lafrentz.de Raphael Netz und Camelot – dritte Prüfung, dritte Superleistung in der Kür. Foto: sportfotos-lafrentz.de
Große Freude beim Team Netz mit Pflegerin Nathalie Lutz, Besitzerin Sonja Krall und Freundin Selina Söder. Foto: sportfotos-lafrentz.de/Sharon Vandeput Große Freude beim Team Netz mit Pflegerin Nathalie Lutz, Besitzerin Sonja Krall und Freundin Selina Söder. Foto: sportfotos-lafrentz.de/Sharon Vandeput
Da sieht man auch eine Menge Erleichterung bei Raphael Netz in der Umarmung von Trainer Seb Heinze. Verständlich! Erste WM, zweimal Personal Best, Mannschaftsgold und dann auch noch eine Kür, die Werbung fürs Dressurreiten war. Foto: sportfotos-lafrentz.de/Sharon Vandeput Da sieht man auch eine Menge Erleichterung bei Raphael Netz in der Umarmung von Trainer Seb Heinze. Verständlich! Erste WM, zweimal Personal Best, Mannschaftsgold und dann auch noch eine Kür, die Werbung fürs Dressurreiten war. Foto: sportfotos-lafrentz.de/Sharon Vandeput
Was er Camelot als letztes sagen wird, wenn er ihn abends in den Stall bringt, war eine Frage an Raphael Netz. Antwort: "Danke, danke, danke, danke, danke." Foto: sportfotos-lafrentz.de/Sharon Vandeput Was er Camelot als letztes sagen wird, wenn er ihn abends in den Stall bringt, war eine Frage an Raphael Netz. Antwort: "Danke, danke, danke, danke, danke." Foto: sportfotos-lafrentz.de/Sharon Vandeput
"Das wollte ich einfach mal genießen", hatte Frederic Wandres sich für seine Kür vorgenommen. Gesagt, getan. Foto: sportfotos-lafrentz.de/Sharon Vandeput "Das wollte ich einfach mal genießen", hatte Frederic Wandres sich für seine Kür vorgenommen. Gesagt, getan. Foto: sportfotos-lafrentz.de/Sharon Vandeput
Auch in der Kür kamen die beiden nicht ganz fehlerfrei durchs Programm. Aber wie Wandres sagte: Das wichtigste war, dass der Grand Prix für die Mannschaft geklappt hat. Foto: sportfotos-lafrentz.de Auch in der Kür kamen die beiden nicht ganz fehlerfrei durchs Programm. Aber wie Wandres sagte: Das wichtigste war, dass der Grand Prix für die Mannschaft geklappt hat. Foto: sportfotos-lafrentz.de
Dicker Drücker von Katha Hemmer … Foto: sportfotos-lafrentz.de/Sharon Vandeput Dicker Drücker von Katha Hemmer … Foto: sportfotos-lafrentz.de/Sharon Vandeput
Freude, Erleichterung, alles zusammen auch beim Team Wandres Lars Ligus und Lilly Kasselmann, die vor wenigen Wochen noch Ponyeuropameisterin in Le Mans wurde. Foto: sportfotos-lafrentz.de/Sharon Vandeput Freude, Erleichterung, alles zusammen auch beim Team Wandres Lars Ligus und Lilly Kasselmann, die vor wenigen Wochen noch Ponyeuropameisterin in Le Mans wurde. Foto: sportfotos-lafrentz.de/Sharon Vandeput
Königin Mary von Dänemark (Mi.) wohnte der Kür ebenso bei wie EU Kommissions Präsidentin Ursula von der Leyen (li.) und FEI Präsident Ingmar de Vos. Foto: sportfotos-lafrentz.de Königin Mary von Dänemark (Mi.) wohnte der Kür ebenso bei wie EU Kommissions Präsidentin Ursula von der Leyen (li.) und FEI Präsident Ingmar de Vos. Foto: sportfotos-lafrentz.de

„Das suchte seinesgleichen“


Raphael Netz sagte später: „Ich hoffe natürlich, dass ich in meinem Leben nochmal eine Weltmeisterschaft reiten kann (Wir auch! Anm. d. Red.). Aber ich glaube, das wird sehr schwer zu toppen hier.“ Ihn hat es das alles so beflügelt, dass er die letzte Linie außerplanmäßig einhändig ritt. „Die Kür war wie Fliegen. Ich habe von Anfang bis Ende jede Sekunde genießen können. Auf der letzten Mittellinie habe ich dann auch die Hand weggenommen, keine Ahnung warum, es hat sich einfach richtig angefühlt. Und die Leute sind auch eingestiegen und es war einfach – ja, geil!“ 


Und Frederic Wandres auf die Frage nach der Stimmung im Stadion fest: „Nicht zu toppen! Ich habe schon einige internationale Reiten dürfen, auch Paris – aber darin, das suchte seinesgleichen. Es gibt nichts Besseres in meiner bisherigen reiterlichen Karriere. Ich hatte ein Grinsen drauf und dachte: Komm, jetzt genieß das auch einfach mal.“


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