Bundeschampionat 2026 – Qualifikation der fünfjährigen Dressurpferde an Benjamin Franklin und Baila van der Rosi
Qualifikation Bundeschampionat der fünfjährigen Dressurpferde an Vorjahressilbermedaillengewinner und Newcomerin
Letztes Jahr gewannen Benjamin Franklin und Janina Tietze Silber bei den vierjährigen Hengsten in Warendorf.
Foto: sportfotos-lafrentz.de Bolero-B boomt beim Bundeschampionat – zumindest in der Qualifikation der fünfjährigen Dressurpferde. Die Sieger beider Abteilungen gehen auf den Hannoveraner Linienbegründer zurück.
Benjamin Franklin nimmt Anlauf auf den Titel
Die höchsten Bewertungen von allen erhielt der Celler Landbeschäler Benjamin Franklin v. Bon Vivaldi-Royal Blend (Z.: Wilhelm Kamps) mit Janina Tietze im Sattel. Das Paar nimmt schon deshalb eine Favoritenstellung ein, weil sie 2025 Silber bei den Reitpferden gewonnen hatten. Sie bewarben sich auch um einen Startplatz bei den Weltmeisterschaften der jungen Dressurpferde, wurden aber nicht ausgewählt. Dafür konnte Tietze ihren Azubi heute in Szene setzen.
Für den elastischen, beigeschlossenen Trab mit klarer Bergauftendenz erhielt der Hengst eine 9,3. Der taktsichere, fleißige Schritt mit ausreichend Raumgriff war den Richtern eine 8,6 wert, der (zu Anfang nicht ganz losgelassene) Galopp sogar 8,8. Ein gelungenes Kurzkehrt, ein guter Außengalopp, gelungene Übergänge inklusive der einfachen Wechsel waren den Richtern eine 8,6 wert. Im Gesamteindruck erhielt Benjamin Franklin eine 9. Endergebnis: 8,86.
Newcomerin gewinnt zweite Abteilung
Das zweite B-Pferd, das heute eine goldene Schleife erhielt, war eine DSP-Stute aus Württemberger Zucht mit Namen Baila van der Rosi v. Bon Courage-Rocj Forever (Z.: Claudia Wolpert, B.: Dr. Marcis Beckmanns). Während bei Benjamin Franklin das Bolero-Blut über Belissimo M zum Tragen kommt, ist es bei Baila van der Rosi Brentano II, der hier Ururgroßvater ist.
Anders als einige andere Teilnehmer ist Baila van der Rosi noch bei keinem Championat groß in Erscheinung getreten. Sie wird aber auch erst seit diesem Jahr von der fein und gefühlvoll einwirkenden Sophie Samar vorgestellt, die zwar aus Belgien kommt, aber bereits seit langem auf den Lenzenhof der Familie Frenzen in Krefeld beheimatet ist. Mit einer sorgfältig gerittenen Prüfung und ihren drei guten Grundgangarten kam die Stute auf eine Gesamtnote von 8,7. Das war auch die Note für den Trab. 8,8 gab es im Schritt, 8,4 im Galopp sowie jeweils 8,8 in Durchlässigkeit und Gesamteindruck.
Weitere Platzierte
Knapp geschlagen geben musste sich mit 8,68 die von Carola Koppelmann vorgestellte Hannoveraner Stute Viva Weltina, Halbschwester zum Prämienhengst Blue Hors Bondo, gezogen von Marietta Kappelhoff-Dorenkamp und im Besitz von Ralf Hartmann. Die Fuchsstute erinnert in Farbe und Zeichnung sehr an ihren Vater, ist aber viel mehr Pferd und auch elastischer im Trabablauf. Dafür erhielt sie eine 8,7. Im Schritt gab es die 8,5, im Galopp die 8,4. Die Durchlässigkeit der bereits gut ausbalancierten Stute war den Richtern sogar eine 9,0 wert und im Gesamteindruck hatten sie eine 8,8 vor Augen.
Zweite in der zweiten Abteilung wurde mit 8,56 die in der Lewitz gezogene Zinderella PS v. Zenon-Grey Flanell unter Wibke Hartmann-Stommel, die inzwischen auch Mitbesitzerin der Rappstute ist. Die Stute dürfte nicht nur aus sportlicher Perspektive eine gute Investition sein, sondern auch in züchterischer Hinsicht. Ihre Großmutter ist die Sir Donnerhall-Don Schufro-Tochter Sondra, deren Tochter Zantana sich gerade bei den Weltmeisterschaften in Aachen mit der Niederländerin Marieke van der Putten wieder in Szene setzen konnte. Sondra brachte noch eine Vielzahl weiterer Grand Prix-Pferde, unter anderem auch das Olympiapferd Total US von Edward Gal. Aus dem Stamm gingen zudem zahlreiche gekörte und sehr erfolgreiche Hengste hervor wie Debutant PS und Extreme U.S.
Ein Pferd, das ebenfalls noch keine Championatserfahrung hat, ist der Oldenburger Wallach Louboutin v. Las Vegas-Feinrich aus der Zucht von Eva Krijnen und im Besitz von Julia de Ridder. Die sitzt allerdings nicht selbst im Sattel des Dunkelfuchses, sondern lässt Ricarda Mombach die Ehre. Der elegante leichtfüßige Dunkelfuchs (Trab 8,9) erhielt eine Endnote von 8,54.
Dieses Jahr stellte der ehemalige WM-Silbermedaillengewinner Secret „nur“ drei Nachkommen. Am besten schnitt davon die Hannoveraner Stute St. Anima aus der Zucht von Siegfried Kusel ab. Sie steht im Besitz von Silvia Busch-Kuffner, die sie auch selbst präsentierte, und zwar für eine 8,52. Der Juckpunkt der Rappstute ist ihr Schritt. Während Trab, Galopp und Durchlässigkeit den Richtern eine 8,7 wert waren, gab es hier nur eine 7,7. Aber der Gesamteindruck war dennoch 8,8. Endergebnis: 8,52.
Viel-Väter
Der Sieger Benjamin Franklin war einer von vier Bon Vivaldi-Nachkommen, die auf dem Warendorfer Viereck im Einsatz waren. Der heute zehnjährige Hengst war hier ja selbst einst Dritter bei den dreijährigen Hengsten, ging 2022 bei den Weltmeisterschaften der jungen Dressurpferde und war im Jahr darauf Finalist beim Bundeschampionat der Siebenjährigen. Inzwischen ist er U25-Pferd für Henri Schamburg. Neben Benjamin Franklin konnte sich zum Beispiel auch Bon Vivaldis Tochter Blitzlichtgewitter unter Thomas Schulze in Szene setzen. Ein sehr talentiertes Pferd, heute allerdings noch etwas übermotorisiert unterwegs.
Ebenfalls je vier Nachkommen stellten Dauerbrenner Vitalis und Vieldecker Dynamic Dream. Secret hat wie erwähnt mit drei Kinder im Rennen, bei Jameson RS2 und Jovian sind es jeweils zwei.
Alle Ergebnisse finden Sie hier.