Einblicke in den Parcours für die Mannschaftsentscheidung der WM der Springreiter
WM Mannschaftsentscheidung – Der Parcours
Sophie Hinners und Singclair – mögen ihnen weitere Runden dieser Art gelingen!
Foto: sportfotos-lafrentz.de 580 Meter, die in einem Tempo von 400 Metern pro Minute geritten werden sollen, 14 Hindernisse, 17 Sprünge hat Frank Rothenberger auf den heiligen Rasen in der Soers arrangiert. Er steht unter Druck. Gestern viele Nuller, heute soll es spannender werden. Aber der Aachener Wettergott meint es auch heute nicht gut mit den Springreitern. Nachdem der Vormittag noch strahlend schön war im Dreiländereck, setzte gegen Nachmittag wieder Regen ein. Doch der Boden hat auch gestern gehalten, den Bemühungen der Aachener sei Dank. Zu Beginn der Prüfung ist es immerhin von oben noch trocken, auch wenn sich am Himmel drohende Wolken ballen.
Zum Parcours
Nun zum Parcours. Ludger Beerbaum sagt: „Unter Berücksichtigung der Umstände, dass die Pferde schon zwei Parcours hinter sich haben und der gesamte Aufbau heute anspruchsvoller ist, wird das heute 40 Prozent schwieriger als gestern.“ Das Gros der Distanzen sei variabel, sagt der Olympiasieger. Wie viele Galoppsprünge die Reiter letztlich wählen, hinge sehr individuell vom Pferd ab.
Sprung 1

Der erste Oxer ist gleich recht massiv. Da brauchen die Pferde von Anfang an genug Schwung. Dann geht es mit neun Galoppsprüngen weiter.
Hindernis 2

Die FEI Planke ist nicht nur 1,60 Meter hoch, sie ist auch schmal. Beerbaum: „Wer hier berührt, hat einen Fehler.“
Sprung 3

Über eine leicht nach links gebogene Distanz geht es weiter auf einen luftigen Steilsprung, 1,65 Meter, Maximalabmessung. „Früh genug aufnehmen!“, hat Alois Pollmann-Schweckhorst seinen Reitern eingeschärft. Danach geht es weiter in einer 180 Grad-Rechtswendung auf Sprung 4 zu.
Sprung 4

Wichtig an dieser Stelle: Die Reiter dürfen den Bogen nicht zu groß wählen, denn wie Beerbaum sagt: „Die Zeit wird heute eine Rolle spielen.“ Trotzdem brauchen sie genügend Schwung, um genug Schwung für den zwei Meter breiten Oxer zu haben, der 1,55 Meter hoch ist.
Sprung 5 a, b, c

Die dreifache Kombination, zweimal ein Galoppsprung. Für die Pferde ist die Distanz schwierig einzuschätzen, die Reiter müssen sehr präzise reiten. Der Einsprung ist 1,57 Meter hoch, dann ein 1,50 x 1,80 Meter Oxer und der Aussprung 1,58 x 1,20 Meter.
Sprung 6

Sechs Galoppsprünge sind es zum 3,90 Meter weiten Wassergraben. Pferde mit sehr großem Galoppsprung können es auch mit fünf versuchen, aber sechs sind die sicherere Option. Manche Reiter werden versuchen, in einem leichten Bogen anzureiten, um sich auf den letzten beiden Galoppsprüngen etwas Platz zum Wasser zu verschaffen, so Beerbaums Einschätzung. Weniger erfahrene Pferde können hier Respekt haben.
Sprung 7

Die Mauer bzw. der Elisenbrunnen. Hier müssen die Reiter die Pferde wieder rechtzeitig aufnehmen. Auch hier: Höchstabmessung, 1,65 Meter. Beerbaum: „Hier wird man sehen, wer wirklich eine gute Kommunikation mit seinem Pferd hat.“
Sprung 8

Weiter geht es in einer Rechtswendung in eine sehr intensive Linie, eingeleitet von einem Steil mit Höchstabmessung, dann fünf ruhige Galoppsprünge zum nächsten Hindernis …
Sprung 9

… dem Longines-Oxer, 1,55 Meter hoch, 1,70 Meter weit.
Sprung 10

Auf leichtem Linksbogen geht es mit fünf bis sechs Galoppsprüngen in die Zweifache, die eine Triplebarre (1,60 x 2 Meter) als Einsprung hat und einen Steil (1,60) als Aussprung – da darf man nicht zu viel und nicht zu wenig Schwung drauf haben, um das zu schaffen.
Sprung 11

Mit einem Rollback, also einer fast 360 Grad Wendung, geht es in Richtung Sprung 11, einen schmalen Mercedes Steilsprung. Auch hier: 1,65 Meter.
Sprung 12

Nach einer Linkswendung wartet der mächtige Sparkassen Oxer Nummer 12, 1,55 Meter hoch, 1,70 Meter weit.
Sprung 13

Sechs bis sieben Galoppsprünge führen über den Shaka-Steilsprung Nummer 13. Er ist 1,65 Meter hoch.
Sprung 14

Schließlich geht es über den letzten Mercedes-Oxer ins Ziel. Der hat es noch mal in sich: 1,55 x 1,80 Meter. Beerbaums Fazit: „Die, die noch genug Körner im Tank haben, werden hier heute bestehen.“ Und: „Das ist mit das Schwierigste, was ich in letzter Zeit gesehen habe.“