Dressur Kür bei der Pony EM Le Mans an Filippa Jæger Jensen, Silber für Leni-Sophie Gosmann
Filippa Jæger Jensen und Sir Sansibar krönen ihre EM mit Gold
Europameister in der Kür bei der Pony-EM Le Mans: Filippa Jæger Jensen und Sir Sansibar.
Foto: FEI/Libby Law Photography Schon in der Mannschaftsaufgabe zeichnete sich ab, dass für die 15-jährige Dänin Filippa Jæger Jensen – Tochter der Ausbilderin Bettina Jæger Jensen, die unter anderem als Reiterin der Helgstrand Hengste Franklin und früher auch Sezuan bekannt wurde – und ihren zehnjährigen Palomino Sir Sansibar Platz vier nicht das Ende der Fahnenstange ist. Der Wallach machte seinen Job, blieb bei seiner Reiterin, war aber noch nicht hundertprozentig bei der Sache, sondern ließ sich noch vom Umfeld des Vierecks in Le Mans ablenken. In der Einzelaufgabe war er bereits viel mehr angekommen. Da wurde es Silber mit nur wenigen Prozentpunkten weniger als die Siegerin Leni-Sophie Gosmann mit Diamantini EA WE. Dementsprechend spannend war es heute in der Kür.
Dafür sorgte schon die Startreihenfolge. Von den drei Medaillengewinnern von gestern musste das Goldpaar Leni-Sophie/Diamantini als erstes aufs Viereck. Es war eine sehr korrekte, losgelassene Vorstellung mit einfallsreichen Linienführungen und einer Choreografie, die den beiden kaum Zeit zum Luftholen ließ. Da wurde im Galopp der Zirkel einhändig verkleinert. Im Trab wurde gewechselt zwischen Schulterherein auf der Mittellinie, Volte und halber Traversale. Im Galopp wurden Schlangenlinien von durchlässigen einfachen Wechseln unterbrochen und spielerisch gelangen auch die Übergänge zwischen Verstärkungen und Versammlung. Es war eine wirklich tolle Kür! Die beiden ließen keinen Punkt liegen, erhielten 78,845 Prozent, bei Janine van Twist bei H sogar 80,250 und bei Sandrine Trimborn bei C noch mehr, 80,375. Das bedeutete vorerst die Führung.
Goldenes Pony zu Gold in der Kür
Dann kamen Filippa Jæger Jensen und Sir Sansibar. Der wunderschöne Palomino-Wallach präsentierte sich elastischer, geschlossener und sicherer bergauf als Diamantini, allerdings im Trab etwas „schwebig“ und nicht mit der lockeren Selbstverständlichkeit, die den Ritt zuvor ausgezeichnet hatte. Dafür zeigten sie jedoch eine super ausdrucksvolle Galopptour mit durchlässigen Einfachen Wechseln und zufriedener Anlehnung an das Baucher Gebiss, das der Wallach trug. Der deutsche Richter Thomas Kessler bei M vergab satte 81,250 Prozent und noch zwei weitere Kollegen hatten eine 8 vor dem Komma stehen. Unter dem Strich kamen sie auf 79,960 Prozent, neue Führung.
Aber noch war es zu früh, um in Siegesjubel auszubrechen. Denn zwei Paare kamen noch, die drittbeste Deutsche der gestrigen Einzelwertung, Victoria Winkmann auf Peach, und die Bronzemedaillengewinner, Lilly Kasselmann und Nasdaq FH.
Bronzemedaille auch nach Dänemark
Die vorletzte, die aufs Viereck ging, war Lilly Kasselmann mit Nasdaq. Dieses Pony hat seine frühere Reiterin Lucie-Anouk Baumgürtel zu Weltrekord-Ergebnissen bei Europameisterschaften getragen und Lilly hatte sich über den Winter in Wellington akribisch auf die Saison vorbereitet. Die beiden begannen mit einer tollen ausdrucksvollen Trabtour, Nasdaq in sicherer Anlehnung und Aufrichtung. Allerdings waren die Traversalen heute nicht ganz geschmeidig und in einer der Verstärkungen galoppierte Nasdaq an. In der Galopptour konnten die beiden mit einfallsreichen Lektionsfolgen Punkte gutmachen. Doch die Schrittreprisen waren leicht taktverschoben und nicht ganz losgelassen. So blieben die beiden heute unter ihren Möglichkeiten und wurden mit 74,59 Prozent Siebte.
Letztes Paar der Prüfung waren Victoria Winkmann und Peach. Die beiden wollten zu Beginn der Aufgabe vielleicht etwas viel und kassierten so zum Beispiel Taktfehler in den Verstärkungen. Aber dann fingen sie sich und hatten noch einige tolle Momente, insbesondere in der Galopptour. Mit 75,540 Prozent beendeten sie ihre erste EM und auch ihre Ponyzeit als fünftbestes Paar Europas.
So blieb die Spitze unberührt – Filippa Jæger Jensen und Sir Sansibar holten Gold vor Leni-Sophie Gosmann und Diamantini EA WE. Über Bronze konnte sich das zweitbeste Duo der Dänen freuen, Steffanie Victoria Horsted Dyrlund, die immer besser mit dem einst von Lilly Marie Collin so erfolgreich vorgestellten Cosmo Callidus anfreundet. 76,215 Prozent erhielten die beiden für ihre Kür.