Morricone gewinnt Kür in Neustadt-Dosse, erster S-Auftritt für For Kingdom mit Moritz Treffinger
Erster internationaler Kür-Sieg für Moritz Treffinger und Morricone, Turnierpremiere mit For Kingdom
Erste internationale Kür und ein Sieg für Moritz Treffinger und Morricone.
Foto: Björn Schröder Nein, es war keine Musik seines Namensgebers, zu der Morricone heute seine Kür-Premiere beim Neustädter Pferdesommer feierte. Für den ersten internationalen Tanz zu Musik mit dem 14-jährigen Oldenburger Hengst hatte Moritz Treffinger auf die bewährte Backstreet Boys-Kür gesetzt, mit der er auf Cadeau Noir 2025 U25 Europameister geworden war. Ihnen gelang ein Auftritt ohne Lektionsfehler und mit sehr guter Schritttour. Man hätte sich insgesamt einen etwas offeneren Ganaschenwinkel und mehr Rahmenerweiterung in den Verstärkungen gewünscht. Der Hengst blieb über weite Teile der Prüfung sehr hoch aufgerichtet und eng eingestellt. Unter dem Strich vergaben die Richter 75,265 Prozent. Das reichte für den Sieg in dem elfköpfigen Starterfeld, wobei die beiden Seitenrichter bei E und B das Paar auf Rang zwei sahen.
Den belegten Jennifer Buda und Daily Fun mit 73,565 Prozent, gefolgt von der Niederländerin Dominique Filion im Sattel von The Boss (73,125).
Turnierdebüt mit For Kingdom
Als er sich mit Morricone für ihren ersten Kür-Auftritt vorbereitete, stand ein anderer Hengst aus dem Beritt von Moritz Treffinger längst wieder wohl versorgt im Stall und hatte seine Belohnungsmöhren schon vertilgt. Begonnen hatte der Samstag in Neustadt/Dosse nämlich mit einer Dressurprüfung Klasse S*, wo Treffinger zum ersten Mal den achtjährigen Oldenburger Hengst For Kingdom vorstellte, den For Emotion-Sohn aus der Mutter der zweifachen Jungepferdeweltmeisterin Woodlander Farouche. Treffinger hatte den Hengst vor kurzem übernommen.
Seine Grundausbildung hatte For Kingdom im Stall Kandziora erhalten und hatte mit Höchstnoten seine Hengstexamina abgeschlossen. Später wechselte er in den Beritt des Spaniers Severo Jurado Lopez, ging dann kurz unter dem dänischen Kasselmann-Reiter Valentin Munkedal und nun eben zu Treffinger.
Die beiden beendeten ihre S-Premiere auf Rang zwei mit 70,855 Prozent – hinter einem Sohn des Morricone, nämlich dem neunjährigen westfälischen Hengst Macchiato, den Tessa Frank für die Hengststation Pape präsentierte. Sie erhielten 72,564 Prozent.
Dafür, dass Treffinger und For Kingdom erst seit kurzem ein Paar sind, haben sie sich schon gut gefunden und absolvierten die Aufgabe – die dritte Turnierprüfung im Leben des Hengstes – bereits recht lektionssicher und mit Höhepunkten z.B. in den Traversalen und den Pirouetten. Auf Dauer wünschte man sich, dass der Reiter noch mehr zum Loslassen kommt und die Bewegungen mehr über den Rücken durch den Körper fließen.
US-Doppelsieg in der Kleinen Tour
Wegen der Weltmeisterschaften in Aachen befinden sich derzeit eine ganze Reihe US-amerikanischer Dressurreiter in Deutschland. Einige sind dieses Wochenende in Neustadt/Dosse am Start. So auch Olympia- und WM-Silbermedaillengewinnerin Adrienne Lyle. Gestern gewann sie mit Olympiapartner und Weltcup-Finalist Helix den Grand Prix (71,391) vor Treffinger und Morricone (70,304). Helix hatte heute frei. Er soll morgen den Grand Prix Special gehen.
Für die kleine Tour hat sie den zehnjährigen dänischen Totilas-Sohn Hussmanns Topgun dabei, auf dem ihre Hoffnungen für die Zukunft ruhen. Er geht seine erste internationale Saison und hat in den USA bislang alle vier Starts in Prix St. Georges und Intermédiaire I in einen Sieg umgemünzt. In Neustadt/Dosse wurde er nun zweimal Zweiter, erst mit 71,765 Prozent, dann mit 72,795 Prozent.
Besser war nur der erst achtjährige gekörte schwedische Revolution-Sohn Rosebank VH mit Lyles Landsfrau Katie Duerrhammer im Sattel. Die beiden dominierten den Prix St. Georges mit 73,775 Prozent und heute die Inter I mit 74,559 Prozent. Lediglich Peter Holler bei C sah das Duo Lyle/Topgun an der Spitze.
Das Nachsehen hatte in beiden Prüfungen (71,765 bzw. 71,618 Prozent) Tessa Frank mit dem einzigen Bundeschampion Damaschino FRH v. Danone, der einst auf dem Klosterhof Medingen wirkte, aber inzwischen als Wallach Sportkarriere machen soll.
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