Deutschland holt Mannschaftsgold in der Dressur bei Pony-Europameisterschaften in Le Mans
Oops, they did it again – EM Gold für Deutschlands Pony-Dressurreiter
Ein eingespieltes Team: Leni-Sophie Gosmann und ihr Diamantini EA WE – hier bei den Future Champions.
Foto: Mirka Nilkens Filippa Jæger Jensen als letzte Reiterin der dänischen Mannschaft – und der Prüfung – hätte schon ein Ergebnis von knapp 82 Prozent erzielen müssen, um einen weiteren Mannschaftssieg des deutschen Quartetts in der Dressur bei den Pony-Europameisterschaften 2026 zu vereiteln. Das gelang ihr nicht.
Am Ende holte Deutschland mit 224,771 Prozentpunkten Gold vor Dänemark (218,828) und Schweden (214,971). Es spricht für sich, dass Victoria Winkmanns 73,543 Prozent von gestern das Streichergebnis waren. Bemerkenswerterweise gelang es allen vier Paaren, ein neues persönliches Bestergebnis aufzustellen. Nachdem gestern die Debütantinnen Victoria Winkmann/Peach und Lilli von Helldorff/Nabucco HW die Vorarbeit geleistet hatten, waren heute die beiden EM-erfahrenen Paare an der Reihe.
Die zwei finalen Ritte zu Gold
Das war zum einen Lilly Kasselmann auf Nasdaq FH. Für die beiden als Paar war es die erste EM, allerdings hat Lilly die deutschen Farben letztes Jahr bereits bei den Children vertreten und der 15-jährige Nasdaq ist ein richtiger Professor. Er hat schon zwei Kinder zu EM-Goldmedaillen getragen, erst Lucie-Anouk Baumgürtel, mit der er zudem einen Weltrekord in der Kür aufstellte, dann Maya Irene Wächter. Außerdem hat Lucies Schwester Lana-Pinou zu ersten internationalen Schleifen verholfen, dann Veronica Pawluk und nun eben Lilly Kasselmann, die sich heute über 74,857 Prozent freuen konnte.
Bei den vierten im Bunde von Team Germany, Leni-Sophie Gosmann und Diamantini EA WE, verhält es sich ganz anders. Sie sind zusammen in den internationalen Ponysport hineingewachsen. 2024 bestritten sie ihre erste EM. Leni war damals 14 und Diamantini acht Jahre jung. Nun ist Leni mitten in ihrem letzten Ponyjahr und hat bei ihrer dritten EM zum dritten Mal Mannschaftsgold gewonnen. 2024 kam noch Bronze in der Kür dazu, letztes Jahr zwei Silbermedaillen. Vielleicht wird es dieses Jahr ja auch eine Einzelgoldmedaille. In der Mannschaftsaufgabe waren die beiden mit 75,6 Prozent jedenfalls schon mal die Besten. Lilly Kasselmann wurde Zweite, Lilli von Helldorff Dritte. Victoria Winkmann belegte Rang sechs hinter den beiden besten Däninnen Filippa Jæger Jensen auf Sir Sansibar (73,914) und Steffanie Victoria Horsted Dyrlund im Sattel von Cosmo Callidus (73,857).
Vielseitigkeit – Deutschland ebenfalls on Top
Die Pony-Europameisterschaften sind regelmäßig die einzigen Nachwuchschampionate, bei denen alle drei olympischen Disziplinen zusammen antreten. So ging es heute auch für die erste Hälfte der Vielseitigkeitsreiter aufs Viereck und auch hier führt Deutschland die Mannschaftswertung an.
Justus Hayessen und Miss Windsor erhielten 33,3 Minuspunkte für ihren Auftritt bei ihrer ersten EM (und ihrem vierten internationalen Turnier) und rangieren damit aktuell an zehnter Stelle. Charlotte Eilers und Nadeshi – ebenfalls noch ohne EM-Erfahrung, aber immerhin in ihrer dritten internationalen Saison – konnten sich mit 31,7 Minuspunkten an vierter Stelle der Zwischenwertung eingliedern.
Morgen sind noch Anna von Helldorff auf Marlon und Lea Brügger mit Golden Girl’s Nelly an der Reihe. Anna mag gestern gut hingeschaut haben, als ihre Cousine Lilli ihren Auftritt im Dressurviereck hatte. Die 14-Jährige selbst ist noch keine EM geritten, hat mit dem 17-jährigen Marlon aber einen Partner an ihrer Seite, der mit seiner vorherigen Reiterin Nell Röming 2023 Doppelgold bei der EM geholt hat.
Lea Brügger gehörte im vergangenen Jahr zum deutschen Bronzeteam, ritt damals allerdings die Mutter von Golden Girl’s Nelly, Next Generation. Golden Girl’s Nelly geht ihre erste EM.
In der Einzelwertung der Prüfung liegt ebenfalls ein deutsches Paar vorn, Einzelreiterin Greta Marie Löhr auf Rathcline Dream, die eine starke 27,1 Minuspunkte-Runde drehten.
Noch Luft nach oben im Parcours
Weniger erfolgreich wie bei den Kollegen auf dem Dressurviereck verlief der Auftakt der Springreiter. Hier liegt die deutsche Mannschaft auf Rang acht von acht Teams. Angeführt wird die Wertung von den Favoriten aus Irland vor Großbritannien und Frankreich.
Das beste Ergebnis des deutschen Teams hatten Joost Fallenberg und Bella Donna TF mit einem Abwurf (Rang 16). Benedikt Raab nahm mit seiner Marie Luise drei Stangen mit, ebenso wie Janne Neumann auf Hegerie de Lanlore. 16 Fehler wurden es für Frida Obermowe und Tyona.
Alle Ergebnisse aus Le Mans finden Sie hier.