Erste U25 Weltmeisterschaft Vielseitigkeit: Calvon Böckmann Weltmeister, Team Deutschland gewinnt Silbermedaille.
Calvin Böckmann ist erster Vielseitigkeits-Weltmeister U25, Deutschland gewinnt Silber
Ein Titel für die Geschichtsbücher: Bei der Premiere der U25 Weltmeisterschaft Vielseitigkeit wird Calvin Böckmann mit Altair de la Cense Weltmeister. Foto: FEI/Benjamin Clark Es war spannend, bis zum letzten Moment im irischen Millstreet. Noch bevor das erste Pferd, die Startlinie im abschließenden Parcours überquert hatte, gab es bereits einen prominenten Ausfall: Topspin, das Pferd der Britin Alice Casburn, wurde gar nicht erst zur abschließenden Verfassungsprüfung am Sonntagmorgen vorgeführt.
Calvin Böckmann an zweiter Position vorm Springen
Damit war Britin, die nach dem Gelände in Führung gelegen hatte, aus dem Rennen. Und Calvin Böckmann war mit Altair de la Cense eine Position aufgerückt. Er rangierte vor dem Springen nicht mehr auf dem Bronze-, sondern auf dem Silberrang.
Der Parcours, den der ihre James Tarrant gebaut hatte, brachte das Endklassement noch mal durcheinander. Drei Paaren gelang eine fehlerfreie Runde innerhalb der Zeit. Vier weitere blieben zwar ohne Abwurf, mussten aber Zeitfehler auf ihr Geländeergebnis aufaddieren. Insgesamt gingen 30 Reiter/Pferd-Kombinationen im Springen an den Start. 39 waren ursprünglich in der Dressur im Viereck erschienen.
Fast ein „altes Ehepaar“: Ali und Calvin
Calvin Böckmann und seine 16 Jahre alte Stute, mit der er schon an Europameisterschaften der Junioren und der Jungen Reiter teilgenommen hat, sind ein Paar, das sich in- und auswendig kennt. Allerdings auch ein Paar, das nicht jeden Springparcours zwangsläufig ohne Abwurf absolviert. Irgendwie muss die Stute gespürt haben, dass diese Runde, das Finale der erstmals ausgetragenen Weltmeisterschaft in der Altersklasse U25, etwas ganz besonderes in der gemeinsamen langen Karriere darstellt. Böckmann kam ohne Fehler ins Ziel. Es blieb bei den 40,0 Minuspunkte aus der Addition von Dressur (27,6/1.) und Gelände (12,4). Damit war die Silbermedaille in der Einzelwertung. dem Paar sicher.
Was macht Tom Nestor?
Aber einen Starter gab es noch, den Iren Tom Nestor. Mit Cooley Diamond Dancer hatte er nach dem Ausfall der führenden Britin, die Goldmedaille in der Hand. Dafür hätte der 14-jährige irische Wallach, ein Sohn des Jack of Diamonds, allerdings fehlerfrei springen müssen. Doch Cooley Diamond Dancer hatte bereits an Sprung zwei den ersten Abwurf, damit stand fest: Der erste U25 Weltmeister der Vielseitigkeitsgeschichte heißt Calvin Böckmann und kommt aus Deutschland.
Dann allerdings unterliefen dem irischen Duo noch drei weitere Abwürfe. Am Ende rutschte Tom Nestor damit in der Einzelwertung von beinahe Gold auf den Platz acht ab. Hinter ihm platzierte sich die zweitbeste Deutsche, Ann-Catrin Bierlein mit Sir Scotty. Dem Paar war nach einer wenig überzeugenden Dressur (40,0/34.) eine der schnellsten Geländerrunden am Samstag gelungen (3,2 Zeitfehler). Sie lag nach den zwei Teilprüfungen auf einem aussichtsreich sechsten Platz. Doch Sir Scotty nahm zunächst den Einsprung der zweifachen Kombination mit, und am Ende fiel eine weitere Stange. Die Abwürfe und zwei Zeitfehler ergaben noch einmal zehn Strafpunkte – Platz neun für das Paar (53,2).
Britin Ceris McCauley und Kananaskis gewinnen Silbermedaille
Die Silbermedaille in der Einzelwertung ging an Ceris McCauley und Kananaskis (45,3). Über die Bronzemedaille freute sich Olivia Dutton aus den USA. Die Tochter des zweifachen Olympiasiegers Philipp Dutton war, im Gegensatz zu ihrer Zwillingsschwester Mary von Anfang an in Pferde vernarrt. In Millstreet ritt sie den Iren Jewellent (48,2).
Linus Weiss – fünf Abwürfe
Der dritte deutsche Teamreiter, Linus Weiss mit Astrello, erwischte auch nicht gerade das, was man den glücklichsten aller Sonntage nennt. Der Hannoveraner Wallach kam mit fünf Abwürfe aus dem Springen. Und diese 20 Strafpunkte waren doppelt bitter. Nicht nur für Weiss, der schlussendlich 17. in der Einzelwertung wurde, sondern auch für das deutsche Team. Da der vierte Mannschaftsreiter Nicolas Goldbeck mit Chintano in der Geländeprüfung ausgeschieden war, war er automatisch das Streicherergebnis. Die 20 Punkte kamen also auf das Konto von Team Deutschland. Das wies am Ende 168,6 Minuspunkte auf. Das reichte aber immer noch für die Silbermedaille hinter dem dezimierten Team aus Großbritannien.
Mannschaftsgold für Großbritannien
Das verbleibende Trio des Team GB brachte es auf 149,7 Zähler., Teamkollegin Jasmine Underwood wurde vierte mit Indian Girl G (48,9). McCarley (45,3), Tom Bird und Lenny fahren als Elfte nach Hause.
Auch das Team der Gastgeber trat nur noch als Dreierformation am Sonntag an. Jennifer Kühnle, ihr Vater stammt ursprünglich aus Süddeutschland, und Sammy Davis Junior wurden vor dem abschließenden Vetcheck am Sonntagmorgen zurückgezogen. 180 Minuspunkte addierten sich für das Team von der grünen Insel auf. Bester Reiter war Goddfrey Gibbons mit Ballyvilane OBOS (50,7/7.) Dahinter rangierte Tom Nestor auf Rang acht mit (53,1).Isny O’Donnell und Vital DKZ wurden 18. (76,2).
