Zwei Siege für Nachwuchspferde des Stalls Klimke in Arville

Ein Sieg und zwei verpasste Chancen für Familie Klimke in Arville

Viel zu früh musste Ingrid Klimkes Escada aus dem Sport genommen werden. Aber als Zuchtstute macht sie sich offenbar auch sehr gut, wie man heute in Arville sehen konnte.
Foto: Archiv sportfotos-lafrentz.de Viel zu früh musste Ingrid Klimkes Escada aus dem Sport genommen werden. Aber als Zuchtstute macht sie sich offenbar auch sehr gut, wie man heute in Arville sehen konnte. Foto: Archiv sportfotos-lafrentz.de
Die Vielseitigkeitswelt schaute dieses Wochenende nach Arville in Belgien, wo man erleben konnte, wie bedeutsam ein CCI1*-Intro Sieg sein kann.

Highlight in Arville war der CCI4*-L, der allerdings so kurz vor der WM in Aachen nur fünf Starter sah, von denen drei die Prüfung beendeten. Damit hatte Gastgeberin Lara de Liederkerke-Meier leichtes Spiel auf ihrer neunjährigen belgischen Heraldik xx-Enkelin La La Land d’Arville (v. Herald). Nach der Dressur waren sie noch Vierte, arbeiten sich aber mit der schnellsten Geländerunde (3,6 Zeitfehler) an die Spitze vor und gaben sie trotz 4,4 Fehlern im Parcours auch nicht mehr ab.


Über Rang zwei konnte sich Felix Etzel auf dem auch erst neunjährigen Hannoveraner Bonaparte AA-Sohn Benoit Bold freuen. Die beiden waren bestes Paar nach der Dressur, ließen sich ein bisschen mehr Zeit im Gelände (12,8) und kassierten im Parcours einen Abwurf sowie 0,8 Zeitstrafpunkte.


Der einzige fehlerfreie Parcours gelang der Belgierin Valentine Emsens im Sattel des zehnjährigen Iren Maplevalleys Concorde. Aber sie waren nach der Dressur Fünfte und setzten im Cross auf Sicherheit mit 19,6 Zeitstrafpunkten, Platz drei.


Gretas „Geschenk“


2021 wurde Ingrid Klimkes Tochter Greta Busacker Doppeleuropameisterin der Jungen Reiter. Seither hatte sie vor allem im Dressurviereck auf sich aufmerksam gemacht, etwa beim Burg-Pokal Finale 2025. Bei der Gelegenheit berichtete sie auch, dass sie die Vielseitigkeit keineswegs ad acta gelegt hat, aber dass sie momentan kein Pferd vom Kaliber ihres Europameisters Scrabble habe. Aber vielleicht bald wieder.


In Arville stellte die 23-Jährige ein Nachwuchspferd vor, den sechsjährigen Hannoveraner Wallach Cadeau JS. Cadeau wie das französische Geschenk, JS wie Züchterin Johanna Friederike Stuthmann. Der Name Stuthmann ist eng mit der Familie Klimke verbunden. Schließich stammt Ingrid Klimkes früheres Championatspferd Escada aus deren Zucht. Diese Escada ist die Mutter von Cadeau JS. Der Vater ist Starvererber Conthargos. Cadeau hat also schon genetisch das Zeug zum Sieger. Und nicht nur das, wie er dieses Wochenende demonstrierte.


Vor vier Wochenende gaben die beiden ihr internationales Debüt im CCI1*-Intro von Kronenberg. Das war noch mehr unter der Rubrik „Erfahrung sammeln“ abzubuchen mit zwei Vorbeiläufern im Cross und acht Fehlern im Parcours. Aber dieses Wochenende lief es. Anders als im CCI4*-L waren in der Ein-Sterne-Intro-Prüfung ganze 60 Paare versammelt, darunter einige Championatsreiter mit ihren top Nachwuchspferden. Doch Greta und Cadeau verschafften sich schon in der Dressur mit 29,9 Minuspunkten als Dritte eine hervorragende Ausgangsposition. Und dann kamen sie sowohl durch den Cross als auch durch den Parcours fehlerfrei ins Ziel, keine Probleme an den Hindernissen, in der Zeit. Damit war ihnen ihr erster internationaler Sieg sicher. Hoffentlich nicht der letzte!


Ein Fehler zu viel


Fast hätte es zwei Siege zu feiern gegeben bei Familie Klimke. Doppeleuropameisterin Ingrid Klimke stellte  im CCI3*-S eine ihrer Nachwuchshoffnungen die achtjährige Hannoveraner Stute Candy v. Carridam. Die beiden übernahmen bereits in der Dressur mit starken 22,8 Minuspunkten die Führung. Im Gelände waren sie mit nur 0,4 Zeitfehlern zehntbestes der 66 Paare. So gingen sie heute als Führende und damit als letztes Paar in den Parcours. Einen Fehler konnte sie sich dank der Patzer der vor ihnen rangierten Paare leisten. Aber es wurden zwei. Damit wurden die beiden Dritte.


Der Sieg ging an die Belgierin Julia Schmitz auf Catan-H Z vor Lara de Liederkerke-Meier mit ihrer Luhmühlen-Siegerin und EM-Stute Hooney d’Arville, die nach einem 19. Rang in Badminton im Frühjahr Pause hatte und sich dieses Wochenende mit einer fehlerfreien Geländerunde fit für große Aufgaben präsentierte.


Hinter Ingrid Klimke konnte sich Anna Siemer im Sattel ihrer neunjährigen Holsteiner Stute Kiss Me über Rang vier freuen.


Der CCI4*-S


Für Lara de Liederkerke-Meier war es das Wochenende der zweiten Plätze. Den belegte sie nämlich auch im CCI4*-S, hier auf dem zehnjährigen Diarado-Sohn Quintus hinter dem schwedischen Championatspaar Frida Andersen auf Box Leo. Platz drei ging ebenfalls nach Belgien, an Tine Magnus auf Dia van het Lichterveld Z.


Nach Dressur und Springen hatte noch Ingrid Klimke auf ihrem Neuzugang Kallista in Führung gelegen. Doch heute hatten die beiden einen Vorbeiläufer an Hindernis 12c, einem Steilsprung in einer Kombination mit Graben als b-Element. Damit fielen sie auf Rang zwölf zurück.


Alle Ergebnisse aus Arville finden Sie hier.


 


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