Vielseitigkeits-DM Junioren und Junge Reiter: Mathies Rüder siegt bei Jungen Reitern, Iliane Hannalisa Hein bei Junioren

Vielseitigkeits-DM Junioren und Junge Reiter: Gold für Mathies Rüder und Iliane Hannalisa Hein

Vielseitigkeit
Mathies Rüder, hier bei der Indoor Vielseitigkeit in der Holstenhalle Neumünster (Archivbild) ist Deutscher Meister Vielseitigkeit der Jungen Reiter 2026. Foto: sportfotos-lafrentz.de Mathies Rüder, hier bei der Indoor Vielseitigkeit in der Holstenhalle Neumünster (Archivbild) ist Deutscher Meister Vielseitigkeit der Jungen Reiter 2026. Foto: sportfotos-lafrentz.de
In Luhmühlen wurden am Wochenende die Deutschen Meisterschaften der Nachwuchs-Vielseitigkeitsreiterinnen und -reiter ausgetragen. Nach dem U25-Sieg von Calvin Böckmann setzten sich Mathies Rüder bei den Jungen Reitern und Iliane  Hannalisa Hein bei den Junioren durch.

50 Junioren und Junge Reiter gingen in den zwei Meisterschaftsprüfungen an den Start. 44 davon bei den Junioren. Am Vortag hatte bereits Calvin Böckmann die U25-DM für sich entscheiden können. Anschließend war das WM-Aufgebot bekanntgegeben worden.


Junge Reiter: Mathies Rüder hatte Zeit für die DM


Das Starterfeld war klein – sechs Paare der Alterskategorie Junge Reiter konkurrierten in der CCI3*-L um den Titel bei den Deutschen Meisterschaften. Mathies Rüder setzte sich mit dem achtjährigen Schweden Hjoptimus v. Carambole vor Smilla Maline Philipp mit dem Trakehner Promising Pete TSF v. Hirtentanz. Bronze gab es für Pita Schmid mit der Hannoveraner Stute Favorita V v. First Ampere.


Für den 21-jährigen Schleswig-Holsteiner Rüder war es ein Comeback bei den nationalen Titelkämpfen. „Ich bin viele Jahre nicht hier gewesen, weil wir auf Fehmarn immer unser Springturnier hatten. Dieses Jahr hat der Termin gepasst“, sagte der Spross einer Vielseitigkeits-/ und Springreiterfamilie. Nach Platz zwei in Dressur und Gelände ließ er im Springen eine fehlerfreie Runde folgen und gewann mit 29,1 Minuspunkten.


„Einmal reell gerettet“


„Ich war mir sicher, dass mein Pferd heute gut in Schuss ist. An der Dreifachen hat er mich allerdings einmal reell gerettet“. sagte der gelernte Pferdewirt. Er hat einiges an Erfolgen in zwei Disziplinen aufzuweisen: Junioren-Europameister in der Vielseitigkeit, Deutscher Children-Meister im Springen und aktuell Reservist für die U21-Europameisterschaften der Springreiter. Festlegen will er sich nicht.


Mein Herz schlägt immer für den Sport, den ich gerade betreibe.


Hjoptimus steht bei Rüders seit eineinhalb Jahren. Der Wallach stammt aus dem Stall des Schweden Christopher Forsberg. „Letztes Jahr fehlte uns hier und da noch das Selbstvertrauen. Das haben wir über den Winter gefunden.“ Luhmühlen war bereits der zweite Sieg der Saison.


Philipp und Schmid komplettieren Podium


Smilla Maline Philipp musste ihre Führung erst im letzten Springen abgeben. Zwar blieb auch sie mit Promising Pete TSF fehlerfrei, kassierte jedoch 2,8 Zeitfehler und gewann mit 30,2 Minuspunkten Silber.


„Ich hätte auf den Wegen etwas mehr vorwärts galoppieren müssen. Das war ärgerlich, aber dafür ist er sehr gut gesprungen“, sagte die Junioren-Doppeleuropameisterin von 2023 über den Trakehner, den sie erst seit dem vergangenen Jahr unterm Sattel hat.


Dank einer Nullrunde schob sich Vorjahres-Juniorenmeisterin Pita Schmid mit Favorita V noch auf den Bronzerang vor. Mit ihrem Dressurergebnis von 32,3 Minuspunkten blieb sie im Klassement unverändert. Carl Voigt fiel nach zwei Springfehlern mit Descansado v. Destacado noch auf Rang vier zurück.


Bundestrainer Frank Ostholt optimistisch


Bundestrainer Frank Ostholt zeigte sich zufrieden. „Bei den Jungen Reitern war die Decke in den vergangenen Jahren relativ dünn. Jetzt sind einige gute Reiter aus dem Juniorenlager nachgerückt.“


Endlich wieder CCI3*-L


Wichtig war für ihn auch das Prüfungsformat. Die Deutsche Meisterschaft wurde wieder als lange Drei-Sterne-Prüfung ausgetragen. Damit erfüllten fünf der sechs gestarteten Paare die noch fehlende Qualifikation für die Europameisterschaften im schwedischen Segersjö. „Jetzt haben wir noch die Formüberprüfung in Hamm-Rhynern. Wenn es dort ähnlich gut läuft, sollten wir bei den Europameisterschaften konkurrenzfähig sein“, sagte Ostholt.


Hein gewinnt Junioren-DM nach spannendem Finale


44 Paare gingen bei den Deutschen Meisterschaften der Junioren in Luhmühlen an den Start. Nach Dressur und einem flüssig zu reitenden, aber keineswegs einfachen langen Zwei-Sterne-Geländekurs lagen die Favoriten eng beieinander. 23 Paare blieben im Gelände ohne Hindernis- und Zeitfehler. Das Springen hatte über die Medaillen zu entscheiden.


Junioren und Olympiasiegerin in einer Prüfung


Die Juniorinnen und Junioren konkurrierten in der Prüfung mit einigen Big Names des Seniorensports. Allen voran Olympiasiegerin Julia Krajewski, die die Prüfung mit der Karajan-Tochter Aljana, Bundeschampionesse 2025, gewann. Zweite wurde Libussa Lübbecke mit Daroca de Rioja FRH v. Diacontinus vor Julia Krajewski/Hickstead Light und Malin Hansen-Hotopp/Margaretha.


Die Goldmedaille sicherte sich als Sechste und damit beste Juniorin Iliane Hannalisa Hein mit Akeby’s Quemiro Silla. Die 18-Jährige zeigte eine fehlerfreie Runde und profitierte davon, dass mehrere vor ihr platzierte Paare jeweils einen Abwurf kassierten. Mit 28,2 Minuspunkten gewann sie ihren ersten nationalen Titel.


„Selbstgemachter“ Erfolg


„Ich habe gar nicht damit gerechnet. Nach dem Gelände war ich nur Sechste (in der DM-Wertung) und dachte, die Paare vor mir sind sichere Springer. Als dann die Fehler kamen, konnte ich es kaum glauben“, bilanzierte Hein.


Ihr 14-jähriger Quaterback-Sohn Akeby’s Quemiro Silla stammt aus der Zucht ihrer Mutter Susan Hein. Aufgewachsen im Familienbetrieb in Akeby kurz vor der dänischen Grenze kennt die neue Meisterin ihren Wallach von Anfang an. „Ich kenne ihn mein ganzes Leben lang. Ich glaube, genau das macht unsere Verbindung besonders.“


Silber für Sühling, Bronze an Staade


Lukas Wilhelm Sühling musste den Titel nach einem Springfehler aus der Hand geben. Mit Allnightparty v. A la carte, einem neunjährigen Westfalen aus dem Stall Bergendahl, gewann der erfolgreiche Vierkämpfer aus Borken Silber (29,8).


Bronze ging an Milla Staade. Die erst 16-jährige Pony-Vizeeuropameisterin des Vorjahres bewies mit zwei Pferden, dass der Wechsel ins Juniorenlager gelungen ist. Mit der westfälischen Stute Cascablanca v. Cascadello kassierte sie einen Springfehler und gewann mit 31,3 Minuspunkten die erste Medaille mit einem Großpferdf. Mit Christ William wurde sie 15. „Ich hatte überhaupt keine Erwartungen an eine Medaille. Ich wollte einfach gute Runden reiten und mit meinen Pferden zufrieden sein“, sagte Staade.


Ostholt: „Konkurrenz belebt das Geschäft“


Bundestrainer Frank Ostholt zeigte sich mit dem Niveau der Junioren hochzufrieden: „Wir haben in diesem Jahr unglaublich viele gute Paare. Die Reiter waren hervorragend vorbereitet und haben starke Leistungen gezeigt.“


Vor den Europameisterschaften im schwedischen Segersjö steht Anfang August noch eine Formüberprüfung in Hamm-Rhynern an. Danach wird nominiert.


Ergebnisse aller Meisterschaften bei rechenstelle.de


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