Dante Weltino - Oldenburger mit Olympia im Blut, im Sport und in der Zucht
Dante Weltino - schwarze Schönheit der Dressurszene
Dante Weltino und Therese Nilshagen. Foto: sportfotos-lafrentz.de Mag sein, dass es schwarze Hengste ein bisschen einfacher haben, aufzufallen. Erst recht, wenn sich alle einig sind: ein wunderschönes Pferd! Wenn Bewegung und Ausstrahlung noch hinzukommen, kann man schon einige Haken auf der Wunschliste „ideales Dressurpferd“ setzen. Doch all dies würde nicht reichen, wenn nicht die innere Einstellung da wäre. Arbeitseifer, Ego und Ehrgeiz, der Dante Weltino als junges Pferd auch schon mal im Weg gestanden hat: Merke – Weltpferde, die mit 18 Jahren noch so durchs Viereck galoppieren und traben, dass ein Raunen durchs Publikum geht, dürfen beim Bundeschampionat ruhig 23. werden. Von vielen der damals vor ihm rangierten Pferden hat man kaum noch etwas gehört. Anders als bei Dante Weltino.
Ein Erstling, und was für einer
Dante Weltino ist ein Oldenburger, der in Vorpommern zur Welt kam. Auf dem Hof von Olaf Bahls und seinem Vater Fritz. Seine Mutter Rihanna v. Welt Hit II-Noble Roi xx hat Olaf Bahls als Fohlen erworben. Das Ziel: Ein blutgeprägtes Stutfohlen suchen. Und zwar eine Oldenburgerin, „denn da spielt die Musik“, sagt Bahls, der den Hof ganz allein führt. Es war das Jahr 2003 und Bahls spürte auf seinem Hof im Trebeltal den Wunsch nach Veränderung, nach Verbesserung. „Ich wollte mich züchterisch verstärken und bin dann nach Lemwerder auf den Sosath’schen Hof zur Fohlenschau gefahren. Mir schwebte ein Stutfohlen vor. Mit doch ziemlich hohem Vollblutanteil, weil ich absoluter Fan davon bin und bin dann tatsächlich dort auch fündig geworden.“ Familie Martens hat das Stutfohlen gezogen. Aus dem Richonse-Stamm. Nach Oldenburger Tradition werden die Stuten stets nach dem Anfangsbuchstaben der Mutter benannt. Das „Ri“ zum Beginn steht dort sei Generationen. So auch bei dieser Familie, die sich bis ins 19. Jahrhundert zurückverfolgen lässt.
Eine illustre Abstammung
Auf den ersten Blick fällt nur ein Vollblüter in der Abstammung auf: Noble Roi xx, ein Brauner, der Pferde für alle drei Disziplinen der höchsten Klasse gezeugt hat. Vater Windwurf xx geht auf eine der berühmten Stuten der deutschen Vollblutzucht zurück, Waldrun – übrigens ein Pferd, das sich auch in der Abstammung von Dante Weltinos Vater Danone wiederfindet. Neben dem in Hannover eingesetzten Vollblüter Waidmannsdank xx führt auch der Vollbluthengst Heraldik xx, Vater mehrerer Olympiasieger, diesen Stamm in seiner Genealogie.
Und das D steht letztendlich, natürlich, für Donnerhall (der übrigens selbst 30 Prozent Vollblut geführt hat). Der Stempelhengst steht in der dritten Generation, als Vater von De Niro.
Figaro, der verkannte Oldenburger Altmeister
Auf Figaro in dritter Generation, ein Enkel des Furioso xx, stößt man auch bei Isabell Werths Weihegold. Und weiter geht es in der Abstammung mit Adrian v. Adonis xx, einem Halbblüter aus der Umzüchtungsphase in den 1950er Jahren, in der das alte Oldenburger Arbeits- und Wagenpferd mit Vollblütern erstmals veredelt wurde.
Und weil der Vater des Stutfohlens, Welt Hit II, aus einer Hill Hawk xx-Mutter stammt, kommt auch hier noch einmal Vollblut, in diesem Fall aus Irland, zum Tragen. Rechnerisch fließen so aus unterschiedlichen Quellen durch die Adern von „Rihanna“, wie das Fohlen getauft wird, mehr als 50 Prozent Vollblut.
Dante Weltino: 41 Prozent Vollblutanteil

Rihanna wächst heran zu einer mehr als ansehnlichen Stute, absolviert eine Leistungsprüfung und erhält die Auszeichnung Staatsprämienstute. Da ist sie drei Jahre alt und trägt ihr erstes Fohlen. Vater ist Danone. Warum er diesen Hannoveraner De Niro-Sohn, der auf dem Klosterhof Medingen stationiert war, ausgewählt hat, weiß Olaf Bahls noch ganz genau: „Die tolle Typausprägung. Das richtige Fundament für meine doch sehr blutgeprägte Stute, dann auch dieses hohe Maß an Versammlungsbereitschaft – das waren so die Punkte. Und dann natürlich auch die Abstammung.“ Danone, später bis Grand Prix erfolgreich, ist ein Sohn der Well Done v. Weltmeyer-Bolero. Bolero wiederum geht auf Bleep xx zurück. Also nochmal Vollblut. Mehr als 40 Prozent sind es in Dante Weltinos Pedigree.
Lange Beine, pechschwarz
Die Geburt verläuft unkompliziert. Und dann liegt er da im Stroh. Wie Olaf Bahls sagt, in der „besten Farbe geboren“. „Schwarze Jacke. Und dann noch ein super langbeiniges Fohlen. Wir haben ihn glaube ich damals am Tag drei das erste Mal rausgelassen Und mein Vater und ich, wir haben uns wirklich in dem Moment angeschaut, als er so die ersten Schritte machte. Da war uns klar, dass das anders war. Uns beiden ist da wirklich ein Lächeln übers Gesicht gerutscht. Wir waren uns von Anfang an sicher. So einen haben wir noch nicht gehabt“.
Schon mit 14 Tagen im Rampenlicht
Nach kurzem Zögern – soll man einem so jungen Fohlen das schon zumuten? – geht es zur Fohlenschau, dier keine 20 Minuten entfernt stattfindet. Der Oldenburger Zuchtleiter, heute Präsident, Dr. Wolfgang Schulze-Schleppinghoff, lässt das Rappfohlen zur Auktion zu. „Danny“ heißt der junge Mann im Katalog der Fohlenauktion in Vechta. Bei 17.000 Euro fällt der Hammer. Ein bisschen mehr hätte er sich schon gewünscht, sagt Züchter Bahls rückwirkend. Das Fohlen kommt zur Aufzucht zu Familie Böckmann.
Körung 2009: „Olaf, Olaf, sofort ins Auto steigen und sofort herkommen“
Der Rappe wird zur Körung zugelassen. Aber Züchter Bahls fährt nicht nach Vechta. Viereinhalb Autostunden sind es von Voigtsdorf aus. Und Bahls versorgt den Hof alleine. Dann aber kommt der Anruf eines guten Freundes, der vor Ort ist: „Olaf, Olaf, sofort ins Auto steigen und sofort herkommen, der Hengst wird gekört“. Bahls organisiert die Versorgung seiner Pferde und erlebt einen weiteren Ritterschlag – die Zulassung zur Fohlenauktion war der erste: Dante Weltino wird nicht nur gekört, sondern zum Reservesieger ausgerufen.
Reservesieger, zweimal versteigert – an einem Tag
Das ehemalige Auktionsfohlen weckt einige Begehrlichkeiten. Einer, der auf „Dante“ sofort aufmerksam wird ist der Schweizer Urs Schweizer. Er soll später Geschäftsführer des Dressurpferdeleistungszentrum Lodbergen werden, der Heimat von Dante Weltino. Zu diesem Zeitpunkt ist er nur in beratender Funktion dort tätig. Aber der Reservesiegerhengst fasziniert ihn: „Also das ist ja eigentlich nur ein Traumpferd von jeder Seite her. Von der Genetik, von seiner Art, wie er sich präsentierte. Es gibt die Hengste, die bauen dann doch relativ stark ab in diesen drei Tagen (bei der Körung). Das hat er super durchgehalten und das hat sich ja später auch im Sport wieder gezeigt, dass der Hengst einfach eine unglaubliche Einsatzbereitschaft hatte.“
Spontane Entscheidung
Schweizer beschließt den Hengst zu kaufen, ohne Rücksprache mit den Eignern des Dressurpferdeleistungszentrums. Wenn die den Hengst nicht haben wollen, so sein Plan, kauft seine eigene Firma, die Swiss Horse Management, den Hengst. Bei 130.000 Euro hat Schweizer sein Limit längst ausgereizt. Ein Gebot in der Halle von 140.000 Euro erhält den Zuschlag. Schweizer hakt das Projekt ab und geht ins benachbarte Festzelt, um etwas zu essen. Er trifft dort Peter Baron von le Fort, einen der Gesellschafter von Lodbergen, berichtet ihm von dem Hengst. Die beiden essen gemeinsam. Da erscheint auf dem Bildschirm mit der Live-Übertragung der Rapphengst erneut in der Bahn. „Unstimmigkeiten beim Zuschlag“ habe es gegeben. Schweizer denkt sich seinen Teil und isst weiter. Dann sieht er wie Zuchtleiter Dr. Schulze-Schleppinghoff auf dem Auktionspult zum Telefon greift. Schweizers Handy klingelt, die Nummer des Zuchtleiters erscheint im Display: „Urs, wo bist du denn. Du wolltest doch diesen Hengst kaufen. Das ist doch ein super Pferd!“
Gutes Ende
Schweizer, reagiert in der ihm eigenen, freundlichen Art. „Ja Das ist so! Ich bin völlig begeistert von dem Pferd. Aber ich weiß nicht, ob das alles mit rechten Dingen zuging. Und wenn die Leute das Gefühl haben, sie müssten mehr haben, dann müssen sie halt wieder nach Hause nehmen“. Der Anrufer will davon nichts wissen, „nein, so war das nicht. Das war ganz anders. Hast du das Hinterbein gesehen?“ Schweizer und der Baron beschließen, wieder in die Auktionshalle zu gehen. Auch wenn die kleine Hoffnung, den Hengst möglicherweise etwas günstiger zu erwerben, sich nicht bewahrheiten soll, erhält Schweizer den Zuschlag. Dante Weltino wird der erste Junghengst auf der neuen Deckstation Dressurpferdezentrum Lodbergen.
Oldenburger Landeschampionat: „Zirkuspferd“
Erst nimmt Markus Gribbe im Sattel Platz, dann Jan Steiner. Das Anreiten ist unkompliziert. Der Hengst freundlich im Wesen, aber voller Energie. Der „Saft“, der ihm später eine lange Karriere bescheren sollte, steht ihm als junges Pferd manchmal noch im Weg. Schweizer denkt schmunzelnd an die ersten Turniersaison des späteren Olympiapferdes: „Der erste Auftritt mit ihm am Landeschampionat in Oldenburg. Da hatte irgendwo ein Richter geschrieben „Zirkuspferd“, auf dem Beurteilungsbogen. Der Hengst hatte sich von seiner Spannung her und Aufgeregtheit einfach nicht so gezeigt hat, wie er das eigentlich hätte sollen. Und der Reiter damals, Jan Steiner, war da sehr enttäuscht. Und ich habe gesagt: Jan, mach dir da keine Sorgen. Das liegt so ein bisschen in der Natur von diesem Pferd. Du hast einen super Job gemacht. Und eines sage ich dir: Wenn die anderen dann wirklich schwer bewaffnet in den Grand Prix reiten, kannst du mit diesem Pferd immer noch ganz ruhig entspannt in die Prüfung reiten, weil der will einfach immer!“

„Uiuiui“ – Therese Nilshagen tritt in Dante Weltinos Leben
Als Jan Steiner Lodbergen verlässt, stellt sich dort eine junge Schwedin vor: Therese Nilshagen, in Stockholm geboren, wollte eigentlich nur ein Jahr vorm Jurastudium Dressurreiten lernen. So richtig, in Deutschland. Aus dem einen Jahr werden mehrere. Schuld daran ist vor allem der schwarze Hengst, von dem die Schwedin sagt:
Wenn Dante ein Mensch wäre, wäre er auf jeden Fall nicht ängstlich, schon selbstbewusst. Wenn man ihn nicht kennen würde, würde man vielleicht denken, er sei arrogant. Und wenn man ihn kennt, dann würde man sagen, das ist der liebste Mensch auf der Welt. Und der würde alles für dich tun.
Therese Nilshagen, damals 29, kommt nach Lodbergen zum Vorreiten. Dort schwingt sie sich das erste Mal in den Sattel des Pferdes, das ihr „Once in a Lifetime Horse“ werden soll: „Und dann bin ich auf Dante gestiegen und dann habe ich gedacht uiuiui. Also das hat sich angefühlt, wie ich mir vorstelle, Lamborghini zu fahren.“ Therese ist begeistert. „Da habe ich wirklich gedacht, alleine für das Pferd lohnt es sich, dahin zu gehen.“
Der Weg ist das Ziel
Die beiden lernen sich kennen. Die Energie, die der Rappe mitbringt, lässt sich anfangs nicht immer in die richtigen Bahnen lenken. Beim Bundeschampionat der Sechsjährigen sind die beiden 26. Es ist genau jener Drive, der bei der Europameisterschaft in Riesenbeck 2023 einen starken Galopp für eine 10,0 ermöglichen soll, der sechsjährig, eine 7,5 – „nicht spannungsfrei“ – erhält. Dantes starker Galopp, wo möglich noch im Stadion in Aachen, Therese kommt ins Schwärmen: „Man hat einfach das Gefühl, man hebt ab und man kann richtig Gas geben. Und eigentlich mehr oder weniger sicher sein, dass man nur durch sich selbst Aufrichten ihn zurücknehmen kann, dann fliegender Wechsel und dann auf die Linie für die Pirouetten.“ Ein bisschen Flugzeug steckt nicht in jedem Pferd. In Dante schon.
Dieses ganz besondere Gefühl
Die Schwedin sagt, noch heute sucht sie bei jedem Pferd das, was sie auf Dante Weltino gefühlt hat. Nicht in irgendeiner Lektion. Sondern diese natürliche Qualität, „einfach nur so beim Traben und Galoppieren“.

Dressur heißt, das zu veredeln, was die Natur schon angelegt hat. Therese Nilshagen veredelt zunächst in Eigenregie. Achtjährig haben beide schon alle Grand Prix-Lektionen erlernt, mit ein wenig Unterstützung. „Er war das erste Pferd, was ich ausgebildet habe, zum Grand Prix. Und er hat selbst mit mir achtjährig das alles gekonnt, Das weiß ich noch. Ich hatte ja begonnen, mit Klaus Balkenhol zu trainieren und er war hier und wollte das erstmal so ein bisschen begutachten, ob er mir helfen sollte oder nicht. Dann hat er gesagt, ja, das ist ja alles wirklich ganz prima. Aber eins musst du mir verraten: Wer hat denn das Pferd ausgebildet? Und ich: Ja, das habe ich gemacht. Er konnte das nicht so richtig glauben, dass so ein kleines Mädchen wie ich, ein komplettes No Name, diesen imposanten Hengst ausgebildet hatte“.

Hier geht’s zu Folge des Podcasts.
Achtmal im Finale bei Olympia, Europa- und Weltmeisterschaften
Die Karriere der beiden begann mit der Nominierung des damals neunjährigen Oldenburgers für die Olympischen Spiele in Rio. Vor Ort verletzte sich Dante Weltino. Aus der Traum von Olympia.
Doch 2017 kam es dann zum Championatsdebüt. Die EM in Göteborg. Heimisches Publikum im Fußballstadion der schwedischen Stadt. Noch heute bekommt Therese Gänsehaut beim Blick zurück: „Es war vorm Special. Das Gefühl, dann in ein großes Stadion reinzureiten, wo die Leute dich schon anfeuern, bevor du da bist – unglaublich.“ Jubel gibt es fürs Team Schweden, das die Bronzemedaille gewinnt. Und das Paar, eigentlich noch Newcomer, wird Vierte im Grand Prix Special und Fünfte in der Kür. Hej, Weltspitze, hier sind wir!
Zweieinhalbmal Olympia
Wo auch immer das Paar in Zukunft auftritt, schaffen sie es ins Finale. Nicht immer spielen Dantes Nerven 100 Prozent mit. Aber das Vertrauen, das die beiden zueinander aufgebaut haben, hilft in den kleinen Momenten der Unsicherheit. Das ist eben auch Dressur, partnerschaftlich gemeinsam durch Dick und Dünn. Olympia in Tokio 2021, im selben Jahr bei der EM mit 86,132 Prozent schwedischer Kürrekord und Platz sechs. Dante kommt, geht seine Prüfungen und liefert ab.

2024 endet die sportliche Karriere vor einer Kulisse, wie es sie vermutlich so schnell nicht wieder geben wird: Bei den Olympischen Spielen in Paris reiten Therese Nilshagen und Dante Weltino im Schlosspark von Versailles ihre letzte Kür. Was für ein Schlusspunkt!

Wenn der Vater gegen den Sohn…
Schon in Paris kündigt sich an, dass Dantes zweite Karriere, die als Deckhengst, auch erfolgsgekrönt ist. Selbst wenn sie zwischenzeitlich, buchstäblich auf Eis gelegen hat: Um sich auf den Sport zu konzentrieren, gibt es einige Jahre nur Tiefgefriersperma von dem schwarzen Beau. Einer seiner Söhne hat 2024 gerade einen kometenhaften Aufstieg genommen: Jagerbomb. Weil die britische Olympiasiegerin Charlotte Dujardin wegen des Prügelvideos nicht an den Spielen von Paris teilnimmt, hat Reservereiterin Becky Moody die Gelegenheit, den von ihr gezogenen Wallach im olympischen Viereck zu präsentieren. Sie schafft es auf Platz acht. Konkurrenz oder Hochachtung? Therese sagt, wenn ein Pferd Dante Weltino schlagen durfte, dann sein Sohn Jagerbomb. Die nächste Generation steht nicht nur in den Startlöchern, sie ist schon verdammt weit gekommen.


Aus Kindern werden Leute
Längst haben seine Nachkommen Dante Weltino einen Platz in der Top Ten der Dressurpferdevererber der World Breeding Federation for Sport Horses (WBFSH) verschafft. Und es kommen immer mehr „Dantes“ in den Grand Prix Sport: Beim Weltcup-Finale in Fort Worth siegten Jagerbomb und Becky Moody. Raphael Netz wurde Fünfter mit DSP Dieudonné. Die Britin Sadie Smith und Swanmore Dantina begeisterten bei Horses & Dreams in Hagen 2026. Und ein Pferd, bei dessen Namensnennung viele gerade Schnappatmung vor Begeisterung bekommen, trägt den Vater im Namen: Dante’s Pearl OLD liefert unter Charlott-Maria Schürmann Turnier für Turnier ab und soll am Himmelfahrtswochenende 2026 in München gehen.
Gleich zwei Gut Wettlkams-Grand Prix Pferde, Dantiamo und Raffinesse, bringt Lisa Müller an den Start. FBW Dante’s Zazou hat sich mit Timo Kemmerer in Süddeutschland im Grand Prix-Sport etabliert. Die Liste lang und wird täglich länger.

Und heute?
Die sportliche Rente hat an den täglichen Abläufen von Dante Weltino wenig geändert. Therese Nilshagen sagt, ihr sei wichtig, dass er merke, dass er eine „ganz, ganz große Bedeutung in meinem Leben“ hat. Immer noch ist der Rappe das erste Pferd, das sie jeden Morgen reitet. „Ich reite montags bis freitags, also eine halbe Stunde Schritt und dann einfach zehn Minuten, Viertelstunde am langen Zügel. Ein bisschen so, nur aus Spaß. Wir machen keine großen Kunststücke, aber reiten Trab und Galopp, je nachdem, wozu wir Lust haben. Somit beginnt mein Tag immer perfekt.“ Lange Paddockzeiten, Schritt in der Führmaschine runden das Programm ab. Und dann ist da ja noch die andere Karriere, die als Deckhengst. Die hat wieder an Fahrt aufgenommen. „Ansonsten deckt er fleißig, was sehr erfreulich ist. Er wird sehr gut angenommen“, sagt Therese.
Wo ist die Banane?
Stichwort Alltag – wo liegen die Prioritäten bei dem hübschen Rentner? „Wenn er es sich aussuchen dürfte, fressen oder decken, da würde der immer erst decken und danach fressen, dabei ist er noch ein guter Fresser. Er liebt Möhren. Morgens will er auch immer seine Banane haben. Äpfel frisst er nur, wenn er nichts anderes gibt.“
Das Zucht-Phänomen Dante Weltino
Den gewissen Nerv, den Go – das zeichnet viele Nachkommen von Dante aus. Für Therese Nilshagen ist das ein Teil der Erfolgsgeschichte des Deckhengstes Dante Weltino. „Dass ich wirklich noch niemals von ihm abgestiegen bin und gedacht habe, oh, der ist stur oder fest oder so, sondern das ist ein unheimlich lockeres, weiches, ausdrucksstarkes, athletisches Pferd. Ich habe immer gedacht – meine Güte, wenn du nur ein Drittel davon weitergibst, dann muss da irgendwas Großartiges dabei herauskommen“.

Entdecker Urs Schweizer gibt noch einen Tipp aus seiner Erfahrung: „Bei den ersten Beurteilungen von Fohlen hat der Hengst immer gepasst mit Blutanschluss. Obwohl man jetzt vielleicht sagen würde, ein Hengst mit viel Blut passt zu einer bisschen schwereren Stute. Das hat eigentlich in meinen Augen bei Dante Weltino nie so richtig gepasst. Es mussten eigentlich Mütter sein, die auch viel Blut hatten. Und speziell gut fand ich hat er auf das Blut von Sandro Hit gepasst“.

Noch ein bisschen Ahnenforschung
Stichwort Blutaufbau: Die Leistung, die Dante Weltino an den Tag gelegt hat, lässt sich sicherlich auch durch seine mütterliche Verwandtschaft erklären: Seine Mutter Rihanna hat eine Vollschwester namens Riwera de Hus. Sie ging unter Jessica Michel-Bolton bei der Weltmeisterschaft in Caen an den Start und repräsentierte Frankreich auch auf Olympischen Spielen. Und aus Dante Weltinos Großmutter Riconess v. Noble Roi xx-Figaro stammt der ehemalige Bundeschampion im Springen, Lumos. Der Lordanos-Sohn hat einmal die Badenia, den Großen Preis des Maimarkt-Turniers in Mannheim gewonnen. Leistung also von allen Seiten.

Übrigens hat Dante Weltino immer wieder auch im Zuchtbereich mit tollen Stuten auf sich aufmerksam gemacht. Einige sind bereits Hengstmütter. So hat der Oldenburger Prämienhengst St. Emilion Dante Weltino zum mütterlichen Großvater. Er steht auf dem Klosterhof Medingen, dort wo auch einst Dantes Vater Danone stationiert war. So schließt sich der Kreis.


