Favoritensieg im Grand Prix Special von Hagen 2026
Traumrunde von Cathrine Laudrup-Dufour und Freestyle
Cathrine Laudrup-Dufour und Freestyle, strahlende Siegerinnen im Special von Hagen. Foto: Sportfotos-lafrentz.de Wie bereits gestern Abend in der Kür erschallte auch heute im Grand Prix Special die dänische Nationalhymne in Hagen, diesmal für Cathrine Laudrup-Dufour und Freestyle. Der Sieg war keine Überraschung. Aber die Art, wie die EM-Zweiten und Weltranglisten-Ersten heute im großen Stadion zum Sieg getanzt sind, war besonders. So leicht, so harmonisch, so easy going und dabei von Kopf bis Schweif (oder besser von Schweif bis Kopf, denn hier geht jede Bewegung von hinten unten nach vorne oben) jeder Zoll das Bild eines klassisch gerittenen Pferdes. Die Anlehnung fein, die Bewegungen weich und fließend. Dabei perfekt ausbalanciert und lektionssicher. In Punkten übersetzt hieß das: 83,085 Prozent, neues persönliches Bestergebnis für das Paar nach einem Ritt, bei dem auch Justin Verboomen und Zonik Plus sich werden anstrengen müssen.
„Es war heute wie fliegen“, sagte Cathrine Laudrup-Dufour. „Ich glaube, sie hat heute nicht einen Huf falsch gesetzt.“ Hier heute Fehler zu suchen, wäre kleinlich. Und das Schönste war, wie die Stute nach dem Ritt am hingegebenen Zügel, sichtlich mit sich und der Welt zufrieden, Richtung Ausgang bummelte und huldvoll den begeisterten Applaus der nicht allzu zahlreich anwesenden Zuschauer entgegennahm. Das Konzept Happy Athlete – hier konnte man es sehen.
Knoten geplatzt bei Vayron
Schon im Grand Prix war Ingrid Klimkes Vayron sehr konzentriert bei der Sache gewesen. Heute im Special im großen Stadion zeigte er sich ebenso konzentriert wie am Freitag und dazu besser in der Anlehnung, sprich weniger eng in Kopf-Hals-Einstellung. Highlights der Prüfung waren die Übergänge zwischen starkem Trab und Passagen, die Serienwechsel und die Traversalen. Kleinigkeiten wie ein vorweggenommener fliegender Wechsel nach dem Aufnehmen aus dem starken Galopp beeinträchtigten nicht den positiven Gesamteindruck. „Das war gut!“, rief Bundestrainerin Monica Theodorescu Klimke schon von weitem über den Abreiteplatz zu. Selbst die Pirouetten, die dem riesigen Vitalis-Sohn mit der unglaublichen Übersetzung nicht gerade in die Wiege gelegt sind, waren heute recht ausbalanciert.
Ingrid Klimke strahlte ebenso wie die Bundestrainerin. „Er war total losgelassen, wie eigentlich schon das ganze Wochenende. Er war total zufrieden, superschön in der Anlehnung, die ganze Zeit bei mir. Also, ich fand’s spitze!“ Die Richter auch: 74,915 Prozent, Platz zwei.
Skandinavien top
Tolle Runde lieferten auch die beiden Schwedinnen Maria von Essen auf Invoice und Therese Nilshagen mit ihrer Nachwuchshoffnung Navarro. Maria von Essen und Invoice merkt man an, was sie für ein eingespieltes Duo sind. Sie strahlen viel Ruhe und Harmonie aus und der Rappe besticht in der Piaffe-Passage-Tour. 73,979 Prozent wurden es für die beiden.
Das Duo aus Lodbergen, Therese Nilshagen und der zehnjährige Negro-Sohn Navarro mit seinem mächtigen Hengsthals, konnte heute im Vergleich zum Grand Prix noch eine Schippe drauflegen. Es gelang der Championatsreiterin besser, die Hinterhand heranzuschließen, so dass die Sprunggelenke unter den Körper arbeiteten. Die Piaffen wurden im Laufe der Aufgabe immer sicherer und die Pirouetten waren echte Highlights. Ein Patzer in den Einerwechseln war teuer. Insgesamt wurden es 72,213 Prozent für die beiden.
Nur knapp geschlagen geben musste sich das dänische EM-Paar Nadja Aaboe Sloth/Favour Gersdorf nach einer sehr harmonischen Runde, die mit 72,128 Prozent nicht zu großzügig bewertet war. Ihre Landsfrau Anna Zibrandtsen reihte sich mit dem kleinen Quaterback-Sohn Quel Filou dahinter ein. Die beiden sind ein richtig schönes Paar geworden und hätten heute nicht die Wechseltouren unter Spannung gelitten, wären es noch mehr geworden als 71,276 Prozent.
Zweitbestes deutsches Paar
Ein Paar, das man einfach mögen muss, erst recht wenn man seine Geschichte kennt, sind Tobias Nabben und sein Finest-Sohn Forster. Trotz Fehlern in den Zweier- und Einerwechseln zwischen den Pirouetten auf der Mittellinie konnten die beiden sich heute über ein neues Personal Best freuen: 70,532 Prozent und Rang sieben. Unter anderem erhielten sie heute mehrere Achten für ihre tolle Piaffe-Passage-Arbeit. Und da ist in allen Bereichen noch Luft nach oben.
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