Charlott-Maria Schürmann und Dante’s Pearl fünf Prozent vor Konkurrenz im Grand Prix Special Horses and Dreams Hagen
Charlott-Maria Schürmann und Dante’s Pearl mit 5-Prozent Hammer in Hagen
Charlott-Maria Schürmann und Dante's Pear siegten mit mehr als 75 Prozent im Grand Prix Special bei Horses & Dreams in Hagen 2026. lFoto: sportfotos-lafrentz.de Diese Bewertung ist ein Ritterschlag! Und sie hätte noch höher ausfallen können, wäre Dante’s Pearl nicht einmal im Galopp kurz ausgefallen. 75,532 Prozent summierten sich für die Vorstellung, in der Charlott Maria Schürmann die Stärken der Rappstute voll ausschöpfen konnte. Vor einer Jury mit mehreren Olympiarichterinnen und -richtern lag das Paar zu Beginn der Prüfung über 80 Prozent.
Kraftvoll über den Rücken
Die ergaben sich vor allem aus dem Umstand, dass die Dante Weltino-Tochter wie ein reell durchgearbeitetes Pferd im Viereck erschien. Keine artifiziellen Tritte, nichts Exaltiertes. Ergiebige von hinten über den schwingenden Rücken nach vorn gerittene Trabverstärkungen mit – das kennt man schon gar nicht mehr – deutlichem Übertritt, kurzum ein starker Trab, der den Namen wirklich verdiente, machten den Anfang. Kraftvolle Passagen und geschmeidige Übergänge zwischen den Tempi im Trab, eine Reiterin, die ihr Pferd immer gut vor den treibenden Hilfen hatte.
Im Schritt brauchte es dann etwas, bis die Stute ihren im Vergleich zu den Grundgangarten Trab und Galopp weniger großzügig angelegten Schritt im Rahmen ihrer Möglichkeiten zu zeigen. Doch die wenigen Punkte, die hier auf der Strecke blieben, konnte das Paar dann in der Galopptour flugs wieder einsammeln. Serienwechsel und Pirouetten lagen im Durchschnitt immer über 7,5.
Schrecksekunde vor den Pirouetten
Teuer, aber im Endeffekt eher kosmetisch als dramatisch fürs Endergebnis, war eine Schrecksekunde: Nach dem starken Galopp fiel die Stute auf der linken Hand an der kurzen Seite vor A einmal kurz aus. Umso beeindruckender, wie Schürmann nicht nur den Galopp-Gang sofort wieder „drin“ hatte, sondern welche Qualität die im Anschluss gezeigte Linkspirouette auf der Mittellinie aufwies.
Kurzum ein Pferd, das die kräftezehrende Aufgabe, die der Grand Prix Special ist, mit ruhigem Schweif und konstanter Selbsthaltung absolvierte. 75,553 im dritten Grand Prix Special der Stute, bedeuteten nicht nur den Sieg, sondern auch eine persönliche Bestleistung. Schon gestern war an dem Paar im CDI3* Grand Prix kein Vorbeikommen gewesen.
Die Stute kennt das Areal in Hagen. Sie war als junges Pferd auf einer P.S.I. Auktion in die Schweiz an die Deutsch-Schweizer Familie Scheufele versteigert worden. Charlott-Maria Schürmann reitet die Oldenburger Stute seit 2022.
„Lieblings Waltraud“ auf Platz zwei
Laura Strobl ritt den westfälischen Hengst Valparaiso auf Platz zwei. Der Fuchs, einst von Elisabeth, „Sissy“, Max-Theurer auf der Körung in Münster-Handorf entdeckt, lieferte eine gleichmäßige Prüfung ab. Bei einigen Lektionen schnalzte man innerlich etwas mit und hätte sich vielleicht etwas mehr „Wumms“ gewünscht. Dem gegenüber stand aber der Eindruck, dass Pferd (im Stall hört der 15-jährige Vitalis-Sohn auf den Namen „(Lieblings) Waltraud“) und Reiterin immer harmonisch miteinander arbeiteten. Das zeigte sich auch in der sehr losgelassenen Schritt-Tour, gut gelungenen Pirouetten und der Lektionssicherheit, die ja auch ein wesentlicher Bestandteil der Prüfung ist. Und so landeten Lieblings Waltraud und Laura Strobl verdient auf Rang zwei (70,064).
Special Gold auf Platz drei
Ein Grand Prix Pferd, das noch im Werden ist, ist der Oldenburger Hengst Special Gold. Vater San Amour, Mutter die Olympiazweite von Rio und dreifache Weltcup-Siegerin Weihegold. Auch er ging den dritten Grand Prix Special seines Lebens nach Münster und Lier. Der zehn Jahre alte Rappe muss noch an Kraft gewinnen. Ein Umstand, dem Katharina Hemmer insofern Kredit zollte, als dass sie Special Gold nicht am Limit vorstellte.
Das deutete sich schon im ersten starken Trab an, der recht „konservativ“ geritten war. In der Passage fußte der Sandro Hit-Enkel nicht immer ganz gleichmäßig im Hinterbein, das rechte kam gelegentlich etwas höher als das linke. Auch das kann mit zunehmender Kraft bald anders aussehen.
Die Piaffen legte Hemmer tendenziell – mal mehr, mal weniger deutlich – im Vorwärts an, was die Übergänge einfacher macht. In der zweiten Pirouette ging dem Paar das Benzin zum Schluss etwas aus. Mit runden 70 Prozent war der Podiumsplatz dem Paar sicher.
Ruoste und Reichert knapp hinterm Podium
Hinter dem Finnen Henri Ruoste mit dem Hannoveraner Delaurentis FRH v. Delorean, der seinen Einstieg in den internationalen Grand Prix Sport feierte (69,575), wurden Yara Reichert und der mächtige Springbank II Fünfte (69,511). Die 15 Einerwechsel des Paars hätte man sich besser eingeteilt gewünscht, in den Passagen war der Fußungsbogen immer wieder etwas „zuckig“. Im starken Schritt wanderte der Fuchs vom Fleck losgelassen los.
Als letzte Starterin sah es bei Helen Langehanenberg und Zoom lange nach einem Platz auf dem Podium aus. Helen Langehanenberg machte von der Möglichkeit Gebrauch, in CDI3* Grand Prixs auf Trense zu reiten. (zu der Thematik hat der Podcast ERZÄHL MIR WAS VOM PFERD mit Olympiarichter Hans Christian Matthiesen gesprochen) Der Warendorfer Landbeschäler begann mit einer kadenzierten Trabtraversale nach links, piaffierte im Verlauf der Prüfung willig mit tiefer Kruppe an. Im Vorderbein bewegte er sich im versammelten Schritt etwas „tastend“.
Auf der letzten Mittellinie hielt der Zack-Sohn dann bei X aber an, anstatt zu piaffieren. Die mehrfachen Versuche von Helen Langehanenberg, den Warendorfer Staatsbediensteten noch zum fleißigen Treten auf der Stelle zu bewegen, wollten nicht fruchten. Damit war die sicher geglaubte Platzierung des Paars, das gestern noch Zweite geworden war, dahin.
Ergebnisse Grand Prix Special Hagen 2026