Charlott-Maria Schürmann und Dante's Pearl gewinnen CDI3* Grand Prix in Hagen
Schürmanns schwarze Perle siegt in ihrer alten Heimat
Charlott-Maria Schürmann und Dante's Pearl 2025 in Hagen. Foto: Archiv sportfotos-lafrentz.de Charlott-Maria Schürmann und Dante’s Pearl haben bei den Horses & Dreams dort angeknüpft, wo sie vor zehn Tagen im Special in Tolbert aufgehört hatten: an der Spitze. Hagen ist ein gutes Pflaster für das Paar. Hier waren sie 2024 Zweite in der Nürnberger Burg-Pokal Qualifikation, hier konnten sie sich im vergangenen Jahr auf Anhieb fürs Louisdor-Preis Finale empfehlen. Und nun feierten sie hier ihren ersten internationalen Grand Prix-Sieg. Satte 73,652 Prozent gab es für die Vorstellung von Schürmann und ihrer elfjährigen Dante Weltino-Tochter aus der Zucht von Kerstin de Neui und in Schweizer Besitz. Das ist das bislang persönlicher Rekord für die Rappstute, die 2020 über die PSI Auktion für 335.000 Euro Zuschlagspreis veräußert wurde.
Erstes Paar, gleich der Siegesritt
Charlott-Maria Schürmann und Dante’s Pearl haben heute Morgen um 9 Uhr den Grand Prix eröffnet. Vor dem Einritt wollte Schürmann die Stute noch einmal kurz anpiaffieren lassen. Dante’s Pearl bot Levade an, Schürmann lehnte ab und bestand auf Piaffe. Damit war das Thema geklärt. So sicher wie heute hat man die Stute vielleicht noch nie in der Prüfung piaffieren sehen. Passage ist ohnehin ihr Ding, starker Trab und Traversalen erst recht. Nur das Rückwärtsrichten geriet heute einigermaßen eilig und im Schritt wünschte man sich mehr Schreiten durch den Körper. Doch im Galopp holten die beiden dann die Punkte, die sie verloren oder nicht bekommen hatten. Für die locker-flockig durchgesprungenen Einerwechsel zückte Elke Ebert sogar eine 9, Sascha Schulz bei H hingegen nur 7,0. Einig waren sich dann alle bei der Bewertung des Gesamteindrucks für den Ritt: 8,0. Verdient.
Publikumslieblinge
Das einzige Paar, das ebenfalls die 70 Prozent-Marke knacken konnte, waren Helen Langehanenberg und der NRW-Landbeschäler Zoom. Die einstige Weltcup-Siegerin, Mannschaftswelt- und -europameisterin hatte von der neuen Möglichkeit Gebrauch gemacht, bis CDI3* auf Trense zu reiten. Sie stellte den zwölfjährigen Zack-Sohn sehr korrekt vor, mit unter anderem gesetzten und sicher diagonal im Takt fußenden Piaffen. Allerdings hätte man sich insgesamt mehr Go und Eigeninitiative des Hengstes gewünscht. 70,979 gaben die Richter, satte 78,804 Prozent wurden es beim Spectator Judging. Wobei noch nicht allzu viele Zuschauer anwesend waren.
Hart umkämpfter dritter Platz
Eine schöne Prüfung ging Laura Strobels 15-jähriger Westfalen-Hengst Valparaiso. Der Vitalis-Sohn zeigte sich korrekt, gehorsam und willig. Die Aufgabe gelang ohne große Patzer und die 69,761 Prozent spiegelten den Gesamteindruck recht genau wider. Ähnliches gilt für Yara Reichert und Springbank II, die mit 652 Prozent knapp geschlagene Vierte wurden.
Mehr wäre wohl bei Katharina Hemmer und Special Gold PCH drin gewesen. Schon vor dem Einreiten bockte der San Amour-Weihegold-Sohn einmal und schüttelte energisch sein Haupt. Aber Hemmer, die den Hengst ja schon seit Youngster-Zeiten kennt, hatte ihn rasch wieder auf ihrer Seite.
Sie begannen mit einer schönen Grußaufstellung und einer etwas verhaltenen Verstärkung. Die Traversalen waren gut gebogen, hätten etwas fließender sein können. Das Rückwärtsrichten war willig und durchlässig, aber der Hengst kippte im Genick weg. Der zweite starke Trab war erneut an der untersten Grenze. In die erste Piaffe kam Special Gold prima rein und zeigte sehr schöne Tritte. Nur kam er nicht wieder raus und in den Passage-Takt. Das war doppelt teuer, denn damit war sowohl die Note für die Passage als auch die für den Übergang dahin.
Im starken Schritt konnten die beiden dann wieder Punkte gut machen. Viel besser lief die zweite Piaffe-Passage-Tour. Hier zeigte der elegante Rappe, was er kann.
Auch im Galopp – alles in Ordnung bis zur Mittellinie mit den Pirouetten. Besonders in der nach rechts verlor Special Gold deutlich an Fleiß und Takt, was wieder doppelt teuer war, weil die Wertnoten für die Pirouetten mal zwei gehen. Mit 69,630 Prozent mussten sie sich dem bayerisch-schwedischen Duo Reichert/Springbank II ganz knapp geschlagen geben und belegten Rang fünf.
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