"Best of Champions" – Weltklassereiter tauschen in ’s-Hertogenbosch die Pferde

Pferdewechsel in ’s-Hertogenbosch mit Vogel, Greve, Epaillard und Thomas statt von Eckermann

Springen
Willem Greve – hier auf Philipp Weishaupt Cupido – sprang 2025 zum Sieg bei der Erstauflage der "Best of Champions" bei den Dutch Masters in ’s-Hertogenbosch. Foto: TDM/Digishots Willem Greve – hier auf Philipp Weishaupt Cupido – sprang 2025 zum Sieg bei der Erstauflage der "Best of Champions" bei den Dutch Masters in ’s-Hertogenbosch. Foto: TDM/Digishots
Bis 2018 gehörte das Finale mit Pferdewechsel zu den Weltmeisterschaften der Springreiter dazu. Inzwischen wurde es abgeschafft. Schade, fand Jeroen Dubbeldam, der dabei selbst 2014 zum Titel ritt. Auf seine Initiative hin wurde bei den Dutch Masters in ’s-Hertogenbosch die Schauprüfung "Best of Champions" eingeführt. Die ist dieses Jahr wahrlich weltmeisterlich besetzt.

Die Prüfung „Best of Champions“ in ’s-Hertogenbosch findet am Donnerstagabend, 12. März, statt. Die Reiter haben je drei Minuten Zeit, sich auf die fremden Pferde einzustellen, mit denen sie dann einen Parcours mit Hindernissen bis 1,50 Meter Höhe überwinden müssen.


Willem Greve ist als Titelverteidiger erneut dabei. Letztes Jahr gewann er mit der Comme il faut-Tochter Hadwyn van’t Ravennest gegen Philipp Weishaupt auf Cupido (Rang zwei), Henrik von Eckermann mit Calizi (Dritter) und Maikel van der Vleuten auf Lalique.


Nach weltmeisterlichem Pferdewechsel-Vorbild hätte der Weltmeister der Springreiter, Henrik von Eckermann, auch dieses Jahr wieder teilnehmen sollen. Doch die Pläne haben sich geändert und an seiner Stelle kommt nun Gilles Thomas (BEL).


Der Mannschaftseuropameister und Einzelbronzemedaillengewinner der EM 2025 trifft neben dem Vorjahressieger, Niederländischen Meister und Führenden des Weltcup-Rankings, Willem Greve, zum einen auf Frankreichs Weltcup-Sieger und Meister-Ausbilder Julien Epaillard sowie auf Einzel-Europameister Richard Vogel.


Vogel: Horsemanship demonstrieren


Bei der Ankündigung der Aufstellung von „Best of Champions“ in ’s-Hertogenbosch wurden die Teilnehmer gefragt, was sie von dem Abend erwarten. Richard Vogel sagte:


„Ich hoffe, wir können dem Publikum an dem Abend echtes Horsemanship demonstrieren. Es ist eine große Herausforderung, in einer so kurzen Zeit eine Verbindung zum Pferd aufzubauen. Die Reiter kennen sich gegenseitig. Wir wissen, wie wir reiten und wir müssen uns auf die Pferde einstellen, nicht umgekehrt.“


Für sich selbst bevorzugt er übrigens sensible Pferde. „Man kann sie sehr effizient und mit viel Gefühl reiten. Darum passt United Touch S so gut zu mir. Er ist ein spektakuläres Pferd und ich reite ihn am liebsten von allen Pferden den Welt.“


Epaillard: „Spannende Idee“


Weltcup-Titelverteidiger Julien Epaillard sagt, er blicke dem Abend mit Vorfreude entgegen: „Ich denke, es ist eine unterhaltsame und spannende Idee. Ich habe das schon einmal bei einem nationalen Turnier gemacht. Das Schwierigste aus meiner Sicht ist es, in so einer kurzen Zeit Vertrauen aufzubauen. Das ist auch für die Zuschauer interessant. Sie sind Teil der Prüfung und können sehen, wie die Reiter versuchen, eine Verbindung zu den Pferden aufzubauen und davon lernen.“


Willem Greve: Herausforderung Parcours


Willem Greve: „Ich bin sicher, letztes Jahr hat es jeder genossen, dass es den Pferdewechsel wieder gibt. Es war extrem lehrreich fürs Publikum – auch dank Jeroen Dubbeldam und Harrie Smolders, die die gesamte Prüfung für die Zuschauer kommentiert haben, wurde es ein fantastischer Abend.“ Die größte Herausforderung aus seiner Sicht: „Natürlich sind wir es gewöhnt, viele verschiedene Pferde zu reiten, aber nicht, dann auch direkt einen ganzen Parcours. Das ist eine interessante Herausforderung.“


Gilles Thomas: Hoffentlich vier unterschiedliche Pferdetypen


Gilles Thomas gibt sich sehr selbstbewusst: „Glücklicherweise habe ich so viele unterschiedliche Pferdetypen geritten, dass ich sagen kann, ich komme mit fast allen zurecht.“ Seine Strategie: „Wenn man nur wenig Zeit hat, ein Pferd kennenzulernen, denke ich man versucht herauszufinden, mit welchem Typ Pferd man es zu tun hat und verbindet das mit früheren Erfahrungen.“


Seiner Ansicht nach ist ein guter Reiter einer, der sich auf Pferde einstellen kann. „Insgeheim hoffe ich auf vier völlig verschiedene Pferdetypen. Ich würde den Zuschauern wirklich gerne zeigen, dass ein guter Reiter nicht von einem einzigen Pferd abhängig ist.“


Letztes Jahr hat er den Pferdewechsel noch als Zuschauer verfolgt und berichtet: „Obwohl die Menschen immer ein großes Spektakel erwarten, ist es aus meiner Sicht toll zu sehen, dass sie alle so erfahrene und gute Reiter sind, dass jeder sich so schnell und gefühlvoll auf die Pferde einstellen kann.“


Seine Strategie, wenn er fremde Pferde reitet: „Bevor ich auf das jeweilige Pferd steige, gucke ich mir an, wie es unter seinem eigenen Reiter springt. Nur durch Beobachten lerne ich viel. Danach erfühle ich vor allem, wie das Pferd sich bewegt, besonders die Größe des Galoppsprungs und die Balance. Noch einmal, während eines Pferdewechsels geht das zehnmal so schnell, wie ich es zuhause machen würde. Aber ich versuche fokussiert zu bleiben und es trotzdem so gut wie möglich zu machen.“


Rolex Grand Slam Etappe und letzte Weltcup-Station


Nicht nur wegen der Best of Champions wird ’s-Hertogenbosch vom 12. bis 15. März ein äußerst spannendes Turnier. Die Dressurreiter haben hier die letzte Gelegenheit, Punkte fürs Weltcup-Finale in Fort Worth zu sammeln. Für die Springreiter sind die „Dutch Masters“ eine weitere Etappe des Rolex Grand Slam of Showjumping.


Alle Infos finden Sie hier. Clip My Horse überträgt das Geschehen live. Wir werden jeweils nach den großen Prüfungen berichten.


 


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