Weltcup Etappe Dressur in Göteborg

Aller guten Dinge sind drei für Maria von Essen in der Weltcup-Kür

Dressur
Maria von Essen und Invoice, Sieger in der Weltcup-Kür von Göteborg 2026. Foto: FEI/Kim C Lundin Maria von Essen und Invoice, Sieger in der Weltcup-Kür von Göteborg 2026. Foto: FEI/Kim C Lundin
Zweimal war Maria von Essen Zweite in der Weltcup-Etappe ihrer Heimat. Beim dritten Mal hat es nun geklappt: Jackpot! Ein besonderer Moment für die sympathische Schwedin.

2024 und 2025 waren Maria von Essen und Invoice Zweite in der Weltcup-Kür von Göteborg gewesen. Dass ihr und ihrem 14-jähriger Jazz-Sohn Invoice heute eine Sternstunde geglückt war, wusste die Schwedin schon nach dem letzten Gruß. Sie brach in Tränen aus, lobte ihren Wallach ausgiebig und winkte dankbar ins begeistert klatschende Publikum. Die eigene Einschätzung der Reiterin wurde von den Richtern bestätigt – 82,645 Prozent erschienen auf der Anzeigetafel, ein neuer persönlicher Rekord.


Das Paar zeigte eine schön auf die Musik aus dem Musical „Les Miserables“ abgestimmte Kür mit Höhepunkten in der aktiven und taktsicheren Piaffe-Passage-Arbeit sowie zum Beispiel dem spielerisch leichten Übergang von Zweier- in die Einerwechsel. Unter klassischen Gesichtspunkten betrachtet, hätte Invoice bei allem Eifer in Piaffe und Passage deutlicher Last aufnehmen dürfen. In den Lektionen höchster Versammlung fußte er zwar unter den Schwerpunkt, aber senkte sich dabei nicht wirklich in den Hanken. Auch in den Verstärkungen arbeiteten die Sprunggelenke eher nach hinten-oben heraus statt unter den Körper zu schieben, und der Rappe blieb etwas eng im Hals. Vielleicht lag es daran, dass seine Reiterin nicht wirklich zum treiben und loslassen kam. Sie sagte später: „Mein Pferd war heute einfach zauberhaft. Er war wirklich bei mir – obwohl ich gemerkt habe, dass er angesichts der enormen Zuschauerzahl etwas nervös wurde.“ Dass er trotzdem so mitgemacht hat, ist umso bemerkenswerter.


Kittel erneut Zweiter


Während Maria von Essen gestern noch Dritte gewesen war und sich heute an die Spitze vorarbeiten konnte, konnte ihr Landsmann Patrik Kittel seinen zweiten Platz mit Touchdown wiederholen, heute mit 81,920 Prozent vor dem dänischen Siegerpaar des Grand Prix, Carina Cassøe Krüth und Heiline’s Danciera, die heute nach Fehlern mit 81,240 Prozent aus dem Viereck kamen.


Großzügig waren die Richter mit der Punktevergabe bei Weltcup-Debütantin Sara Aagaard Hyrm im Sattel ihres langjährigen Erfolgspartners Atterupgaards Cooper. Trotz Piaffen mit zum Teil  Rückwärtstendenz und Spannung zu Beginn der Aufgabe sowie wenig Leichtigkeit in der Anlehnung wurden sie mit 75,050 Prozent Vierte. Auch untereinander waren die Richter sich bei dem Charmeur-Sohn aus der einzigen Weltklassestute Atterupgaards Orthilia nicht ganz einig – Mariette Sanders-van Gansewinkel bei B gab 67,750 Prozent in der technischen Ausführung, Clive Halsall bei M war bei 71,250 Prozent.


Weltcup-Finale?


Zumindest Patrik Kittel hätte die Qualifikation für das Weltcup-Finale in Texas bereits in der Tasche. Aber wie so viele Reiter der Westeuropa-Liga will auch der Sieger des Finales 2024 nicht mit Bestimmtheit sagen, dass er im April nach Fort Worth fährt. Anders Carina Cassøe Krüth, die vor ihrer Babypause in Herning und Polen Punkte sammeln konnte und nun Achte des Weltcup-Rankings ist. Sie sagte, sie würde „definitiv“ zum Finale fahren, wenn sie genug Punkte hat.


Schön anzuschauen


Es waren heute mehrere Paare in Göteborg am Start, denen man gerne zugesehen hat und die schöne Momente hatten, auch wenn nicht immer alles klappte und sich Fehler einschlichen.


So etwa bei Dänemarks Anna Zibrandtsen im Sattel des motiviert wirkenden und engagierten Oldenburger Quaterback-Sohnes Quel Filou. Seit 2022 sind die beiden ein Team, haben unter anderem mit Cathrine Dufour gearbeitet. Das sieht man. Phasenweise gelang es Zibrandtsen heute ähnlich wie Dufour, zum Beispiel die tollen Pirouetten des Wallachs durch betonte Ruhe zu zelebrieren und noch erhabener wirken zu lassen. Auch in der Piaffe-Passage-Arbeit hatten sie tolle Momente, aber auch teure Fehler, die die Noten drückten.


Zu gefallen wusste auch die Art der Vorstellung von Cecilie Dybro Jensen und ihrem Zack-Sohn Zagori. Dem elfjährigen Hannoveraner fehlt es noch etwas an Kraft, so der Eindruck, aber die Leichtigkeit des Paares gefiel. Mit 73,825 Prozent wurde sie Sechste.


Leichtigkeit strahlte beispielsweise auch der zumindest in der Trabtour (im Galopp weniger) sehr elegant zu Pferde sitzende und fein einwirkende Schwede Carl Hedin auf dem Vitalis-Sohn Van der Veen aus. Leider kam hier jedoch in der Aufgabe Spannung, was zu Fehlern führte. 71,540 Prozent waren am Ende Rang sieben.


Alle Ergebnisse finden Sie hier.


Polizeieinsatz


Zwischen den Ritten von Sara Aagaard Hyrm und Anna Zibrandtsen wurde die Halle plötzlich dunkel. Eine Pause? War hier eigentlich nicht vorgesehen. Wie die Veranstalter berichteten, waren zwei Aktivisten ins Innere der Halle vorgedrungen. Sie wurden von der Polizei festgenommen.


 


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