Justin Verboomen und Zonik Plus gewinnen Grand Prix Kür von Lier, Semmieke Rothenberger Dritte

Erneut Ü90 Prozent für Justin Verboomen und Zonik Plus, super Auftritt von Rothenberger

Dressur
Justin Verboomen und Zonik Plus haben die Erwartungen in der Grand Prix Kür beim Nationenpreis Turnier von Lier erfüllt. Ebenfalls super unterwegs: Semmieke Rothenberger und Farrington.

Dass Justine Verboomen und Zonik Plus die Grand Prix Kür von Lier gewinnen würden, war vorauszusehen. Die Frage war eher, wie. Antwort: mit 90,015 Prozent.


Die Musik von Justin Verboomen und Zonik Plus ist eine Eigenkomposition. Anders als bei vielen anderen Paaren, die derart rhythmisch piaffieren und passagieren wie der zehnjährige rheinische Zonik-Sohn rheinischer Rasse aus portugiesischer Zucht, bestimmt hier hier kein Schlagzeug den Takt, sondern ein Piano. Die Dramaturgie wird durch die Streicher hervorgerufen – sanfte Töne in der Versammlung, mehr Energie für die Verstärkungen. In der ersten Piaffpirouette zeigte Zonik Plus Spannungstritte. Das war in der zweiten viel besser.


Insgesamt wirkte der Hengst aber nicht immer voll losgelassen. Das ließ sich zum Beispiel am häufig pinselnden Schweif ablesen, ebenso wie am etwas unruhigen Maul und am stapfenden Vorderbein im versammelten Schritt.


Am Reiter hat’s nicht gelegen. Wie immer führte Justin Verboomen seinen Hengst mit leichtester Hand und feinsten Hilfen durch die Prüfung. Die letzte Passage auf der Mittellinie ritt er einhändig. Trotz der Spannungsmomente macht es einfach Spaß, diesem Paar zuzuschauen – ganz ähnlich wie bei einer Cathrine Laudrup-Dufour und Freestyle. Die WM in Aachen verspricht jedenfall, ungemein spannend zu werden.

Aber bis dahin kann ja auch noch viel passieren.


Semmieke Rothenberger und ihr Ferrari


Die Kür von Semmieke Rothenberger und Farrington (aka „Ferrari“) beginnt mit der größten Stärke des 16-jährigen KWPN Wallachs v. Jazz, der Piaffe-Passage-Tour. Unterstrichen wird das Ganze vom Klassiker von Kool & The Gang, „Get down on it“. In Sachen Takt, Aktivität und Lastaufnahme macht Farrington in diesen Lektionen so schnell keiner was vor. Wünschenswert wäre eine etwas leichtere Anlehnung.


Die Schritt Tour gelang sicher im Takt und gut geregelt mit genügend Fleiß.


Im Galopptour unterlief den beiden ein Lapsus auf der ersten Linie mit den Einerwechseln. Auf der Joker Linie konnten Sie den zwar wieder ausbügeln, aber das können Sie eigentlich besser. Ein Highlight waren die Galopppirouetten.


Die Kür des Paares ist nicht mit Schwierigkeiten gespickt, aber was sie zeigen, das beherrschen sie.


Mit 79,745 Prozent schrammten sie knapp an der 80 Prozent-Marke vorbei. Das ist kaum weniger, als sie bei ihrem bislang größtem Erfolg im Seniorenlager erhielten, dem Sieg in der Grand Prix Kür der CDI4* Tour CHIO Aachen 2025, wo es 79,980 Prozent waren.


Pauluis legt nach


Noch ein weiteres belgisches Paar hatte sich in den letzten Monaten immer öfter ins Rampenlicht gesetzt: Larissa Pauluis mit Flambeau. Die Belgierin und der 16-jährige KWPN Wallach v. Ampere, der eigentlich Springpferd werden sollten, waren unter anderem siegreich im Weltcup von Neumünster. Heute wurde es Rang zwei mit 81,750 Prozent; Rothenberger konnte sich dahinter über Rang drei freuen.


Die anderen drei Paare der deutschen Mannschaft aus dem Nationenpreis, waren bereits im Grand Prix Special an der Reihe gewesen.


Alle Ergebnisse vom CDI Lier finden Sie hier.


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