Isabell Werth gewinnt Weltcup-Kür in Wellington
Werth mit Special Blend und Emilio-Kür zum Wellington-Sieg
Isabell Werth und Special Blend gewannen die Weltcup-Kür unter Flutlicht in Wellington. Foto: GDF/Centre Line Media Der elfjährige Sezuan-Sohn Special Blend hat seinen Stallkollegen Quantaz würdig vertreten in Wellington. Nachdem er sozusagen in letzter Minute noch auf den Flieger in Richtung Florida gebucht wurde, weil Quantaz ein dickes Bein hatte, gewann er erst den Grand Prix trotz verlorenem Eisen und setzte gestern Nacht in der ersten CDI Kür seines Lebens noch einen drauf: Sieg mit 82,660 Prozent vor Hannah Fraser-Beaulieu im Sattel von Jaccardo (79,250) und den Pan-Am Goldmedaillengewinnern aus Ecuador, Julio Mendoza Loor und Jewel’s Goldstrike (78,165).
Isabell Werth hatte sich für ihren Auftritt mit Special Blend die Kür von Emilio ausgesucht mit den Klängen des italienischen Volksliedes „Funiculì, Funiculà“ – eine Musik, die die Taktsicherheit des Rappen in Piaffe und Passage hervorhebt – und Opernklassikern von Puccini und Verdi.
„Diese Kür ist richtig, richtig schwierig und ich war nicht sicher, wie Special reagieren würde, denn diese Art von Atmosphäre ist er nicht gewohnt, aber er war sehr konzentriert“, so Werth. Er ließ sich auch nicht aus der Ruhe bringen, als die 2000 Zuschauer der Kür unter Flutlicht auf der letzten Linie rhythmisch zu klatschen begannen. „Dieses Publikum war so dabei und fing an zu klatschen, das ist etwas ganz besonderes. Dieses Gefühl am Ende einer Prüfung genieße ich sehr. Es zeigt einem, warum man immer noch Turniere reitet.“
Weltcup-Finale und das 20$-Pferd
Der Konkurrenz war wohl klar, dass sie an Isabell Werth an diesem Abend nicht vorbeikommen würden. Kanadas Brittany Fraser-Beaulieu hat das Weltcup-Finale in Fort Worth im Visier und will dafür Punkte sammeln. Das ist ihr gelungen, sie war auf Rang zwei die beste Vertreterin der Nordamerika-Liga. Auch für ihr Pferd war der Flutlicht-Auftritt eine neue Erfahrung.
„Das war Jacs erster Freitagabend (was für gewöhnlich der Termin für die Weltcup-Prüfungen in Wellington ist, Anm. d. Red.) und er war noch nie in einer solchen Atmosphäre. Von daher war ich ein wenig nervs, weil so viele Zuschauer da waren. Aber er kam ins Viereck und war so ‚Lass uns loslegen!‘. Er war die ganze Zeit an meinen Hilfen.“
Ein Freudentränchen rollte bei Julio Mendoza Loor, als er nach seinem Ritt mit dem Finger auf seinen vierbeinigen Partner deutete. „Goldie zu reiten ist jedes Mal ein Vergnügen“, so der Ecuadorianer, der jedoch in North Carolina zuhause ist. „Ich habe 20 Dollar für dieses Pferd bezahlt und er hat mich zu den Olympischen Spielen getragen, mich hierher gebracht – und jedes Mal gibt er 100 Prozent. Er lässt mich nie im Stich. Darum weine ich die ganze Zeit, weil dieses Pferd mich zu dem gemacht hat, der ich bin. Es gibt nicht genug Worte, um zu erklären, wie gut er ist und wie sehr ich ihn liebe“, so der überwältige Mendoza Loor, der 2024 in Paris Pionierarbeit geleistet hat als er als erster Dressurreiter Ecuadors unter dem olympischen Feuer gestartet ist.
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