Grand Prix Special beim CDI4* in Opglabbeek nach Deutschland

Wagner-Festspiel im Special von Opglabbeek, Maxima Bella gewinnt Kür

Dressur
Thomas Wagner und Escolar's Emil – hier im Louisdor-Preis Finale in der Frankfurter Festhalle.
Foto: sportfotos-lafrentz.de Thomas Wagner und Escolar's Emil – hier im Louisdor-Preis Finale in der Frankfurter Festhalle. Foto: sportfotos-lafrentz.de
Belgien ist ein gutes Pflaster für Thomas Wagner und Escolar's Emil, wie sich heute im Grand Prix Special von Opglabbeek wieder gezeigt hat.

Beim CDI3* in Lier hatten die Louisdor-Preis Zweiten von 2025, Thomas Wagner und Escolar’s Emil, dieses Jahr ihr internationales Debüt. Dort gewann der von Antonius Schulze-Averdiek gezogene Rheinländer sowohl Grand Prix als auch Special. Heute führte er die Ehrenrunde erneut an, diesmal im Special des CDI4* von Opglabbeek, der eine interessante Prüfung war. Bei jedem der Paare auf den Plätzen eins bis fünf war einer der fünf Richter der Meinung, das sei Platz eins gewesen. Keines der Paare konnte alle fünf Richter gleichermaßen überzeugen.


Fehlerfrei zum Special-Sieg


Am ehesten gelang es noch Thomas Wagner und Escolar’s Emil die Jury zu einen dank eines Ritts ohne technische Fehler. Dazu besticht der elfjährige Escolar-Sohn aus einer Contender-Mutter mit seiner Kraft und Athletik, insbesondere dem aktiven Hinterbein. Punkten konnten die beiden unter anderem in den Passagen und den Pirouetten. Noch schöner wär’s, wenn das aktive Hinterbein tragender zum Einsatz käme und Wagner mehr Gelegenheit bekäme, der Hand hinterherzureiten. So war zum Beispiel in den Verstärkungen kaum Rahmenerweiterung zu erkennen und in den Piaffen fußt der Wallach hinten aktiv und lebhaft ab, stützt aber vorne.


Für die Verstärkungen im Trab gab es Noten zwischen von 6 über 6,5 bis 7. Die erste Piaffe bewerten die Richter dreimal mit 6,5, zweimal mit 7. Für die zweite wurde es dreimal 6,5 und zweimal 7. Die letzte Piaffe erhielt eine 6, zweimal 6,5, zweimal 7. Für die Gesamtwertung, die „Harmony“, die ebenfalls doppelt zählt, reichte die Bewertung von 7 bis 8.


Je ein Richter sah Wagner und Escolar’s Emil auf Rang eins und Platz zwei. Drei Kollegen ordneten sie an zweiter Stelle ein. Als einziges Paar über 70 Prozent (70,441) konnten sie schließlich die Siegerschleife entgegennehmen.


Platz zwei für Lokalmatador


Belgiens Jeroen Devroe konnte sich über eine weitere Topplatzierung an diesem Wochenende freuen. Sein erst zehnjähriger KWPN-Wallach Lestor von Ghandi bestach durch den Eindruck von Zufriedenheit. Sein Reiter war während der ganzen Aufgabe bemüht, ihn von hinten nach vorn heranzuschließen und möglichst leicht zu halten. Sehr schön gelangen den beiden zum Beispiel die Trabtraversalen – maximal gestellt und gebogen, dabei gleichbleibend in Schwung und Kadenz. Auch das Thema Rahmenerweiterung in den Verstärkungen – Haken dran. Die Schwungentfaltung hätte hier ausgeprägter sein dürfen. In den Passagen fußte Lestor aktiv ab, aber nicht immer gleichmäßig. In den Piaffen senkt der Wallach sich deutlich und beugt die Hanken, fußt jedoch hinten aktiver ab als vorne. Die Wechsel gelangen, dürfen auf Dauer aber gerader und mit mehr Volumen durchgesprungen werden. Sicher dann wieder beide Pirouetten. Alles in allem ein gefälliges harmonisches Paar, an dem besonders die Niederländerin Patricia Wolters bei E gefallen fand. Sie sah die beiden auf Platz eins. Drei ihrer Kollegen sahen sie an dritter Stelle, einer an fünfter. Schlussendlich wurde es Rang drei mit 69,851 Prozent.


Französisch-hannoversches Duo auf Rang drei


Mit einem ebenfalls gefälligen Ritt auf einem elastischen und engagiert mitarbeitenden Pferd sicherte sich Frankreichs Corentin Poittier Rang drei. Das Pferd ist der 13-jährige Hannoveraner San Cloud’s Lucky v. San Amour. Ein Highlight waren z.B. die federnden Piaffen auf der Stelle und die gelungenen Übergänge, ein anderes die losgelassen durchgesprungenen Serienwechsel. Poittier und San Cloud’s Lucky waren die Favoriten des Portugiesen Carlos Lopes, der bei E am Richtertisch saß und sie mit knapp 71 Prozent an erster Stelle hatte. Insgesamt wurden es 69,638 Prozent.


Die beiden weiteren Platzierten

Die Prüfung hätte eine leichte Beute für die Zweitplatzierten des gestrigen Grand Prix werden können, Tobias Nabben und Forster. Allerdings war der sensible Rappe heute etwas überehrgeizig unterwegs, war kaum dazu zu bewegen, gelassenen Schritt zu gehen und zeigte auch in der Galopptour, wo er zunehmend zu schwitzen begann, wie sehr er heute unter Anspannung stand. So kam wohl der Fehler in der Rechtspirouette zustande, wo er einmal nicht mitsprang. Die Piaffen waren allerdings die besten des Tages. Freddy Leyman (BEL) bei M sah die beiden mit 71,383 Prozent trotz der Patzer an der Spitze des Feldes. Die Kollegen sahen es anders. Mit zweimal Rang sechs und je einmal Platz vier und fünf wurde es schlussendlich Rang vier. In Prozent: 69,255.


Ganz knapp geschlagen geben mussten sich Fabienne Müller-Lütkemeier und Valencia AS. Nachdem sie gestern ein paar Fehler in der Galopptour hatten, erklärte die einstige Mannschaftswelt- und -europameisterin, das wolle sie heute besser machen. Das gelang ihr fast. Ausgerechnet in einer der Passage-Reprisen, eigentlich das absolute Highlight der Stute, kam sie einmal aus der Balance. Aber ansonsten konnten sie hier punkten. Für den Kolumbianer Cesar Torrente bei H war dies der beste Ritt. Er vergab 71,170 Prozent. Ansonsten war von Rang drei bis sieben alles je einmal dabei. Letztlich wurden es 69,213 Prozent, mit denen die beiden Fünfte wurden.


Polnischer Doppelsieg in der Kür


Sehr viel eindeutiger als im Special war die Rangierung in der Kür. Hier war kein Vorbeikommen an Grand Prix-Siegerin Maxima Bella und Sandra Sysojeva. Den beiden WM-Neunten reichten heute 79,195 Prozent, um sich an die Spitze des Feldes zu setzen.


Das war nicht der einzige Erfolg für Polen. An zweiter Stelle reihte sich mit Roy First auf seinem 13-jährigen KWPN-Wallach Infinity Win T v. Everdale ein weiteres Paar unter der weiß-rot gestreiften Nationalflagge ein. Sie kamen auf 73,220 Prozent. Platz drei wurde es für die Niederländerin Marie-José Calis im Sattel der zehnjährigen All at Once-Tochter Limited Edition (72,510).


Knapp dahinter (72,385) wurde es Platz vier für das einzige deutsche Paar der Prüfung, Katharina Hemmer und Special Gold PCH. Die beiden hatten einen Patzer zu Beginn der Zweierwechsel. Als der zehnjährige San Amour-Weihegold OLD-Sohn seinen Takt gefunden hatte, war alles gut und der direkte Übergang in die Einerwechsel gar kein Problem mehr. Pech war, dass die vor ihm gestartete Maxima Bella sich auf Höhe des Buchstaben D erleichtert hatte und die Hinterlassenschaften der Stute dort immer noch lagen. Der Geruch schien den Hengst etwas abzulenken. Zumal die Choreografie seiner Kür genau hier zweimal Galopppirouetten zu beiden Seiten vorsieht. Katharina Hemmer gelang es dennoch, ihn durch den Rest seiner Kür zu lavieren. Aber das können die beiden besser.


Alle Ergebnisse aus Opglabbeek finden Sie hier.


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