Die Deutsche Reiterliche Vereinigung (FN), die große Politik und die GOT
Politik und Hexerei
Der Newsletter auf EQUI PAGES. Immer aktuell. Immer montags. Immer wissen, was Sache ist. Foto: sportfotos-lafrentz.de Warendorf meets Berlin. Oder Pferdesport Deutschland und die große Politik: Prof. Martin Richenhagen, Präsident der Deutschen Reiterlichen Vereinigung (FN) und Dr. Klaus Miesner aus dem Vorstand haben sich auf die Reise nach Berlin begeben. Ein wichtiger Trip, selbst wenn die beiden kein Treffen auf Ministerebene auf der Agenda hatten. Dafür aber einige Themen. Allen voran die GOT – müßig darüber noch zu sinnieren, was die alte FN-Führungsriege im Vorfeld der Neugestaltung der Gebührenordnung für Tierärzte alles hätte besser machen sollen bzw. müssen. Schließlich ist das Kind – jeder von uns spürt das bei den Tierarztrechnungen – längst in den Brunnen gefallen. (Zu den Hintergründen und Positionen rund um die GOT, möchte ich die Podcastfolge zur GOT von „Erzähl mir was vom Pferd“ wärmstens empfehlen, s. auch Banner am Fuß dieses Newsletters).
Bei den Parlamentariern
Beim Parlamentskreis Pferd wurden die beiden vorstellig und, so ist der Pressemitteilung der FN zu entnehmen, auch gehört. Insofern schon mal ein besserer Effekt als ihn einst die Abordnung erzielte, die – den Versuch, den Heißbrand zur Fohlenkennzeichnung zu erhalten, im Reisegepäck – von der damaligen Landwirtschaftsministerin Ilse Aigner zum Fototermin empfangen, dann aber auch zügig wieder hinauskomplimentiert wurde. Motto: Danke für gar nichts.
Pferde(sport) Deutschland hat genug Baustellen, die bei der Politik platziert gehören. Die GOT ist der wohl größte Brocken. Und Dr. Klaus Miesner hat auch gleich eine Maximalforderung mit nach Berlin genommen: „Es braucht jetzt das klare politische Bekenntnis und den gesetzgeberischen Willen für eine Kompletthinterfragung der GOT.“ Das klingt im ersten Moment nach Politikersprech, ist aber im zweiten Moment ein wirklich wichtiger Satz. Und ein richtiger. Denn „Kompletthinterfragung“ heißt ja nichts anderes, als das gesamte Konstrukt GOT (das es, nur zur Erinnerung, so nur in Deutschland gibt) per se zur Debatte zu stellen. „Ist das Kunst – oder kann das weg?“ Damit ist eine Position klar definiert.
Themen in Berlin platziert
Dass das Thema Wolf durch die Gesetzesänderung zwar bearbeitet, aber mitnichten vom Tisch ist, wurde genauso vorgetragen wie der Hinweis, dass die abnehmenden Zahlen von Reiterinnen und Reitern sowie in der deutschen Pferdezucht ganz allgemein auch negative Auswirkungen für Gesellschaft und Wirtschaft nach sich ziehen. Und dass man gern in Sachen Forschung für die genomische Selektion, Stichwort „Gesundheitsdaten“, unterstützt würde.
Schließlich noch ein Bekenntnis zum Olympiastandort Deutschland mit dem Trumpf-Ass, das keine andere Sportart eine ähnliche Erfolgsbilanz aufzuweisen hat, wie der Reitsport. Wer da beim Spitzensport meint, die Nase rümpfen zu müssen, sollte sich vorher klarmachen, dass Gelder, die auch dem (FN-) Breitensport zugutekommen, aus Berlin nämlich vom für den Sport zuständigen Innenministerium kommen.
Fazit: Man spricht und das ist gut. Ob und wie intensiv man gehört wird, bleibt abzuwarten.
Hexerei statt Arbeitskreis
Noch etwas vermeldet „Pferdesport Deutschland“, einen neuen Kooperationspartner: „Bibi und Tina“. Als Vater äußerst textsicherer (längst volljähriger!!) Kinder kann ich sagen: Hier ist ein Player gefunden, der breit verankert ist in der Gesellschaft.
Was die beiden Großkopferten wohl auf dem Rückweg ins beschauliche Münsterland gedacht haben: „Eene meene Pferdekot, im Pferdeland Deutschland sei alles im Lot. Hex, hex?“
In diesem Sinne, beste Grüße und bis nächsten Montag!
Jan Tönjes
jan.toenjes@equi-pages.de
Dieser Text wurde erstmals im Newsletter vom 23. März 2026 veröffentlicht. Jeden Montag kommentiert Jan Tönjes auf EQUI PAGES das Geschehen der vergangenen Woche in unserem Newsletter.
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