Württemberger Landeschampionat – die ersten Sieger in Parcours und bei den Reitpferden
Die ersten Württemberger Landeschampions
Schön und gut: der Sieger der Reitpferde-Qualifikation der vierjährigen Hengste, Be my Guest v. Bonds.
Foto: Doris Matthaes/Reiterjournal Auch der Pferdezuchtverband Baden-Württemberg ist bei seinem Landeschampionat in Teilen den Neuerungen beim Bundeschampionat gefolgt. So wird das Championat der Dreijährigen nun in nur einer Prüfung entschieden. Dementsprechend hätte bereits heute der Champion der dreijährigen Hengste gekürt werden sollen. Doch es kam anders.
Die Reitpferdeprüfung für die dreijährigen Hengste war zugleich als Qualifikation für die vierjährigen Hengste für ihr Championat ausgeschrieben, das – ebenfalls analog zu Warendorf – erstmals im Rahmen einer Dressurpferdeprüfung der Klasse A entschieden wird. Sowohl der Sieger als auch der Zweitplatzierte gehörten zum 2022er Jahrgang.
Sieger der Prüfung wurde mit einer Endnote von 8,4 (Trab und Schritt 8, Galopp und Körperbau 8,5, Rittigkeit 9) der Bonds-Sohn Be my Guest, den Zoe Sierks aus einer Sezuan-Mutter gezogen hat. Der Hengst steht in niederländischem Besitz und hat mit Dionne Korringa auch eine niederländische Reiterin.
Zweiter wurde ein Vertreter des Gestüts Birkhof der Familie Casper aus eigener Zucht: Vino Veritas, Stammhalter des viel zu früh verstorbenen Vangelis aus einer Lord Loxley-Mutter. Anna Casper saß im Sattel und konnte sich über eine 8,2 freuen (Trab 8,5, Galopp 9, Schritt und Rittigkeit 7,5, Körperbau 8,5).
Kein dreijähriger Champion
Platz drei teilten sich zwei Youngster mit je 7,8, beide erst dreijährig, aber beide in Baden-Württemberg nicht championatsrelevant, da beide keine DSP-Pferde aus Württemberger Zucht sind.
Es geht um die Hengste Fanticello und Impassion. Der von Ines Fleischmann vorgestellte Fanticello ist ein in Bayern gezogener Floricello-Sir Donnerhall-Sohn, der mit DSP Future Girl unter Tina Kage eine bis S***-Niveau erfolgreiche Halbschwester hat. Gezogen wurde Fanticello von Otto Zimmermann, Besitzer ist Frieder Heilemann. Die Wertnoten: Trab und Galopp 8,5, Schritt 8, Rittigkeit 6,5, Typ und Qualität des Körperbaus 7,5.
Impassion ist ein Vertreter des DSP-Anschlussverbandes Rheinland-Pfalz, ein Sohn des Iron, der eigentlich von Cathrine Laudrup-Dufour für Besitzerin Annabella Pidgley hätte ausgebildet werden sollen, aber Ende 2022 verstarb. Vorher zeugte Iron unter anderem noch Impassion, hier in Anpaarung mit einer Fürsten-Look-Mutter. Züchterisch verantwortlich ist hier Martin Franz. Besitzer des Hengstes ist auch hier Thomas Casper. Vorgestellt wurde Impassion von Nicola Haug für eine 7,5 in Trab und Galopp sowie 8,0 in allen anderen Kriterien.
Aus Impassions Stamm ging übrigens auch der ebenfalls im Gestüt Birkhof beheimatete Bundeschampionatsmedaillengewinner Elocin hervor. Beide Hengste sind Enkel der Stute First Lady M v. Fidertanz.
Der beste dreijährige Württemberger Hengst war Barnaby HJ v. Banderas-Chambertin aus der Zucht und im Besitz von Karin und Wolfgang Rettenmeier. Er wurde mit einer 7,2 als Endnote Sechster. Problem: Um zum Champion gekürt werden zu können, müssen die Reitpferde im Ländle mindestens eine 7,5 erreichen. Darum gibt es dieses Jahr keinen Württemberger Champion bei den Dreijährigen.
Springen
Die ersten Schärpen des Württemberger Landeschampionats in Weilheim in den Landesfarben Schwarz und Gelb wurden aber trotzdem schon verteilt, und zwar im Parcours. Den Anfang machten gestern die vierjährigen Springpferde, die in einer Springpferdeprüfung Klasse A** antraten.
Die Siegerin der Vierjährigen stammt aus einem der letzten Jahrgänge des großen Holsteiner Vererbers Calido I von der Station Maas J. Hell, der 2023 mit 32 Jahren starb. Seine Tochter Calida de Coco (Mutter v. Magnus Romeo/Hansi Dreher) wurde nun mit 8,6 Landeschampionesse. In ihrem Sattel saß Benjamin Maier. Damit ist die Stute ein echtes Familienprodukt, denn die ZG Maier und Mayerföls ist hier als Züchter verzeichnet und Leo Maier als Besitzer.
Silber ging an eine weitere Stute, Carlota One v. Codex One-Inshallah de Muze (Z.: Lenard u. Viviane Böpple, B.: Pferdezucht Pech GbR) mit Marvin Frey im Sattel. Eine 8,4 erhielten die beiden.
Dahinter belegte Charlie Sheen v. Chacoon Blue-Tangelo van de Zuuthoeve unter Miriam Bohn den Bronzerang. Der Wallach aus der Zucht von Horst Schipper und im Besitz des Zucht- und Vermarktungsleiters sowie Geschäftsführers des Pferdezuchtverbandes Baden-Württemberg, Norbert Freistedt, wurde mit einer 8,3 bedacht.
Fünfjährige
Bei den Fünfjährigen setzten sich Anne Götter und die Schimmelstute Hanna v. Hickstead White-Sandro (Z. u. B.: Roland Deuß) mit der Traumnote 8,8 an die Spitze des Feldes. Damit holten sie nicht nur die Schärpe der Landeschampions, sondern auch die Qualifikation fürs Bundeschampionat.
Eine 8,5 erhielt Silbermedaillengewinner Cranko v. Cornet de Semilly-Christian (Z.: Georg Gödiker, B.: Klaus Kellhammer) unter Benjamin Maier. Bronze ging mit 8,3 an Kassandro S v. Kassander van’t Roosakker-Champion For Pleasure, den sein Züchter und Besitzer Tobias Sawatzki höchst selbst vorstellte und für Warendorf qualifizierte. Schon die Großmutter und die Mutter stammten aus eigener Zucht. Letztere war mit Sawatzki erfolgreich bis Klasse S.
Sechsjährige
Einen Doppelerfolg mit ihren Million Dollar-Kindern feierte Pia-Luise Baur bei den Sechsjährigen. Den Hengst Marracudo aus einer Holsteiner Candillo-Contender-Mutter ritt sie mit 8,8 zum Sieg und direkt zum Ticket für Warendorf. Platz zwei belegte sie mit Million’s Malaika v. Million Dollar-Casall (Z.: ZG Eggers/Polte, B.: Kaija Johanna Feldmann). Die Stute ist allerdings eine Holsteinerin.
Das zweitbeste DSP-Ergebnis war eine 8,4 für den Hickstead White-Emerald-Sohn Hennessy E (Z.: ZG Eisele, B.: Colin u. Elin Sorg), den Besitzer Colin Sorg selbst präsentierte.
Nummer vier fürs Bundeschampionat und Nummer drei im Ländle wurde PIA de Mariposa, eine Tochter des Poker de Mariposa aus einer Mutter v. Zuccero. Heiner Sommer ist hier Züchter und Besitzer, Jochen Schelling stellte die Stute für eine 8,2 vor.
Goldenes Band an Cordelia
Colin Sorg konnte sich nicht nur über eine Medaille an diesem Wochenende freuen, sondern auch über das Goldene Band des Baden-Württembergischen Springpferdes. Das gab es für den Auftritt mit seiner von Familie Colin selbstgezogenen Cordelia v. Caroly-Balou du Rouet, die in der Springprüfung Klasse S* über 1,40 Meter für Sieben- und Achtjährige allen davon sprang.
Da musste sich Marcel Marschall auf dem italienischen Wallach Nadamas Di Villagana v. Baloubet du Rouet-Voltaire (Z. u. B.: Anna Bruna Zorza) hinten anstellen. Rang drei ging an die westfälische Stute Kalouba v. Karajan-Balou du Rouet (Z.: Josef Ruyter), die im Besitz von Ann-Cathrin Rieg steht. Letztere hat sich als Dressureiterin mit ihrem Pony Steendieks Derrick bis in den Grand Prix-Sport hinein einen Namen gemacht hat. Kalouba wird allerdings von Sönke Aldinger geritten.