Trakehner Prämien- und Elitehengst Tambour gestorben

Trauriger Tag auf Gut Elmarshausen – Tambour lebt nicht mehr

Zucht
Trakehner Elitehengst Tambour.
Foto: Facebook.com/Gut Elmarshausen Trakehner Elitehengst Tambour. Foto: Facebook.com/Gut Elmarshausen
Mit 30 Jahren ist der Trakehner Elitehengst Tambour gestorben. Ein gesegnetes Alter – aber für das Gut Elmarshausen trotzdem ein schlimmer Tag.

1996 brachte die Staatsprämienstute Tänzerin v. Consul-Herzensdieb aus dem Trakehner Hauptgestütsstamm der Tapete auf dem Gestüt Panker ein Hengstfohlen von dem populären Hohenstein zur Welt. Es erhielt den Namen Tambour und reifte zu einem typvollen Junghengst heran, optisch ganz in der Tradition seines Vaters und seines Großvaters Caprimond stehend.


Bei der Trakehner Körung 1998 wurde er zum Prämienhengst ausgerufen, und das, was Tambour an der Hand versprach, hielt er in den kommenden Jahren auch unter dem Sattel. Er wurde bis Klasse S in der Dressur gefördert. Er war aber vierjährig auch Trakehner Springpferdechampion.


Vor allem aber war er eine richtige Persönlichkeit.


„Cheffe“ ist tot …


Das Gut Elmershausen von Dr. Elke Söchtig hat heute selbst den Tod von Tambour bekannt gegeben und fand bewegende Worte zum Abschied:


„Es gibt Momente, von denen weiß man, dass sie kommen werden. Sie treffen einen trotzdem völlig unvorbereitet und mit voller Wucht.


Tambours 30. Geburtstag konnten wir dieses Jahr noch feiern. Der Rapphengst wurde von der Hessischen Hausstiftung, Gestüt Panker gezogen und befand sich seit 1998 in unserem Besitz. Er war ein sehr besonderes Pferd. Immer Alpha-Tier, immer Chef, mit einer so beeindruckenden Ausstrahlung und Aura wie sie Trakehner Stempelhengste innehaben.


Kompromisse machte er keine. Dafür hat Tambour uns so viel beigebracht: Disziplin, Demut, Geduld und die Erkenntnis, dass Hengste nicht mit Kraft zu händeln sind. Am besten funktionierte Tambour, wenn er im Glauben war, dass es seine Idee ist, was gerade passiert bzw. gemacht wurde.

Nur in den letzten 2 Jahren wurde er etwas altersmilde. Putzen und Kraulen waren plötzlich in Ordnung, das mochte er früher gar nicht.


Wir vermissen ihn sehr. War doch der erste Weg morgens immer zu ihm, zu seiner Box und auch der letzte Weg abends. Tambour – Tambourchen – Chef des Hauses – Tommy – Cheffe, er war und wird immer sehr eng mit Elmarshausen verbunden sein. Natürlich nicht wegzudenken aus der Geschichte des Gestütes und der Trakehner Zucht!“


Züchterisches Erbe


Was Tambour der Trakehner Zucht hinterlässt, sind vor allem tollte Töchter. Mehr als 70 sind als Zuchtstuten eingetragen und 29 davon als Prämienstuten. Hinzu kommen zwei gekörte Söhne: Herzensdieb und Herzog TSF. Die FN listet 139 sporterfolgreiche Nachkommen.


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