FN-Jungpferdegipfel: Reitpferde- und -Pony-Bundeschampionate ändern sich

Neuer Ablauf, neuer Modus für „jungpferdgerechtere“ Bundeschampionate

Zucht
Die Vorstellung an der Hand entfällt künftig sowohl bei den Drei- als auch bei den Vierjährigen auf dem Reitpferdeviereck des Bundeschampionats. Foto: sportfotos-lafrentz.de Die Vorstellung an der Hand entfällt künftig sowohl bei den Drei- als auch bei den Vierjährigen auf dem Reitpferdeviereck des Bundeschampionats. Foto: sportfotos-lafrentz.de
Anfang Februar hatten sich in Warendorf Vertreterinnen und Vertreter aus Zucht, Sport, Ausbildung, Veterinärmedizin und Richterwesen mit FN-Präsident Martin Richenhagen und dem FN-Vorstandsvorsitzendem Dr. Dennis Peiler zu einem "Jungpferdegipfel" zusammengefunden, bei dem sich mit der Ausbildung und dem Turniereinsatz junger Pferde beschäftigt wurde. Ein Arbeitskreis sollte Maßnahmen entwerfen und nun gibt es erste Ergebnisse.

Die ersten Anpassungen werden bei den Bundeschampionaten vorgenommen, also dem FN-eigenen Turnier in Warendorf. Um junge Pferde „noch altersgerechter und schonender auf ihre sportliche Laufbahn vorzubereiten“ wird der Prüfungsablauf für drei- und vierjährige Reitpferde und Reitponys verändert.


Dreijährige



  • Einstallen am Tag vor der Prüfung ist obligatorisch, um den Pferden Zeit zum Eingewöhnen zu geben und Chancengleichheit zu gewährleisten.

  • Die Dreijährigen gehen künftig nur noch eine Prüfung, also keine Qualifikation mehr. Am Vortag des Starts gibt es ein Training auf dem Prüfungsplatz.

  • Die Prüfung wird in Abteilungen mit je drei Pferden geritten.

  • Die Aufgabe aus 2025 ohne Tritte Verlängern bleibt bestehen.

  • Es gibt keine Gebäudebeurteilung an der Hand mehr – stattdessen gibt es eine Note für den Gesamteindruck, in die die Qualität des Körpers einfließt.

  • Künftig gibt es also Wertnoten für Schritt, Trab und Galopp, Rittigkeit mit besonderem Fokus auf die altersgemäße Erfüllung der Kriterien der Skala der Ausbildung (was allerdings auch schon bislang immer als entscheidendes Kriterium postuliert wurde, Anm. d. Red.) sowie Gesamteindruck

  • Statt wie bislang in 0,5-Schritten können nun auch Zehntelnoten vergeben werden


Vierjährige



  • Qualifikation weiterhin in Form einer Reitpferdeprüfung, geritten wird die bisherige Aufgabe.

  • Im Finale wird erstmals eine Dressurpferdeprüfung der Klasse A geritten.

  • Gebäudenoten werden auch bei den Vierjährigen nicht mehr vergeben.

  • Der Fremdreitertest entfällt


Veränderungen beim Tribünenaufbau


Bislang trennte es eine Stehtribüne den Vorbereitungs- vom Prüfungsplatz. Diese wird entfernt, um den jungen Pferden den Sichtkontakt zu Artgenossen zu ermöglichen. Das wird besonders bei den Vierjährigen relevant, denn für ihre Dressurpferdeprüfung Klasse A gehen die Finalisten alleine aufs Viereck.


Dies sei eine erste Maßnahme, erklärt Dr. Klaus Miesner, der Geschäftsführer des Bereichs Zucht innerhalb der FN. „Wir evaluieren, ob unsere beschlossenen Maßnahmen die Effekte haben, die wir uns wünschen“, so Klaus Miesner. Wo weiterer Anpassungsbedarf gesehen werde, sollten dementsprechend weitere Schritte folgen. Der Anspruch sei es, die Bundeschampionate „kontinuierlich so weiterzuentwickeln, dass sie junge Pferde bestmöglich und verantwortungsvoll auf ihre sportliche Zukunft vorbereiten“.


Zusammensetzung der Arbeitsgruppe


Die Arbeitsgruppe, in der die Maßnahmen diskutiert und beschlossen wurden, setzt sich aus Vertretern der Zuchtverbände, Richtern, Tierärzten, Züchtern, Trainern, Ausbildern, Reitern, Pferdewirtschaftsmeistern und FN-Mitarbeitern zusammen. Es sind 15 Personen. Einzelne Namen wurden auf Nachfrage nicht genannt.


Dieser Personenkreis soll sich auch weiterhin treffen, etwa um weitere Prüfungsformate für Jungpferde sowie die Ausbildung vom Anreiten bis zum ersten Turnierstart im Allgemeinen zu diskutieren, so die Mitteilung der FN. Ziel sei es, das „Pferdewohl noch stärker in den Mittelpunkt zu stellen“. Dies sei kein statischer Zustand, sondern ein „kontinuierlicher Anspruch“, wie Dr. Miesner es formuliert. Das Ziel sei es, den Pferdesport „weiterzuentwickeln, qualitativ zu verbessern und langfristig gesellschaftlich akzeptiert zu gestalten“, so Miesner.


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