Hannoveraner Körung 2025 – begehrte Dressurhengste

Zucht
Teuerster Kandidat des Verdener Hengstmarkts 2025: der prämierte Vivaldos-Sohn aus dänischer Zucht, der für 500.000 Euro zu Helgstrand Dressage ging. Foto: Hannoveraner Verband Teuerster Kandidat des Verdener Hengstmarkts 2025: der prämierte Vivaldos-Sohn aus dänischer Zucht, der für 500.000 Euro zu Helgstrand Dressage ging. Foto: Hannoveraner Verband
Die Hannoveraner Körung fand auch 2025 an zwei Wochenenden statt. Die Dressurhengste machten den Anfang. 41 von 76 Hengsten wurden gekört, acht prämiert. Auffallend waren in diesem Jahr unter anderem die Söhne des KWPN-Hengstes Opoque, der seinen Debütjahrgang präsentierte.

Noch ehe die Hannoveraner Körung 2025 begonnen hatte, war ein Hengst der Dressurkollektion in aller Munde und das war gleich die Katalognummer 1. Es handelte sich um einen Fuchs v. Opoque aus einer Bon Bravour-Show Star-Wolkenstein II-Mutter, die jenen Stutenstamm vertritt, der unter anderem auch Mannschaftsolympiasieger Rusty von Ulla Salzgeber hervorgebracht hat. Züchterin dieses Youngsters ist Dr. Christina Beuke in Lilienthal. Ausgestellt wurde er von der Bollmoor Partner GmbH & Co. KG in Lütjensee, hinter der sich die Familie Oatley verbirgt, der auch der Vater Opoque gehört.


Selbst wer nicht bei der Vorauswahl zugegen war, konnte durch das Video im Online-Katalog erahnen, dass dieser edel aufgemachte Fuchs das Gesamtpaket mitbringt, das man sich von einem Hengst in Sport und Zucht wünscht – zumindest, was Optik und Bewegungen angeht.Dementsprechend hoch waren die Erwartungen, die der auf den Namen Onatopp getaufte Youngster im Laufe seiner Körung erfüllen konnte. Er wurde mit einer Prämie bedacht. Verkäuflich war er nicht. Er wird auf der Station von Pascal Kandziora seine Laufbahn als Beschäler beginnen. Kandziora hatte ihn auch für Verden vorbereitet.


Auffallende Opoque-Söhne


Die Katalognummer 1 war einer von vier Söhnen des Opoque (v. All at Once-Davino V.O.D.-Fürst Heinrich), die bei der Verdener Körung zugegen waren. Der Fuchs war 2022 umjubelter Prämienhengst der KWPN-Körung. Zu dem Zeitpunkt gehörte er bereits anteilig Helgstrand Dressage und der Züchterin, Willeke Bos.


 


Opoque absolvierte seine niederländische Leistungsprüfung als Zweitbester mit 85,5 Punkten und ging für die weitere Ausbildung nach Dänemark zu Helgstrand. Unter Mette Sejbjerg Jensen gewann er 2023 die Prüfung für die Vierjährigen bei den Weltmeisterschaften der jungen Dressurpferde. 2024 wäre er im Aufgebot des KWPN für die WM der jungen Dressurpferde gewesen. Doch er wurde vorher an die Familie Oatley verkauft, die den 2021er Dressurpferde-Weltmeister Down Town zurückgaben, der diesen Herbst mit Sejbjerg Jensen siegreich in Klasse M war, im Prix St. Georges von Aarhus allerdings so widersetzlich war, dass die Reiterin aufgab.


 


2023 markiert den ersten Körjahrgang von Opoque. Allerdings hatte er bislang nur in Verden Nachkommen. Weder in Münster-Handorf noch in Vechta noch in Redefin gab es sonst Söhne von ihm. Dafür wurden in Verden drei der vier Nachkommen im Lot gekört und zwei zudem prämiert.


 


Zwei Landbeschäler v. Opoque


Der zweite prämierte Opoque-Sohn war die Katalognummer 3, ein aus schwedischer Zucht stammender Dunkelfuchs mit einer De Niro-Prince Thatch xx-Eldorado-Mutter. Diese Stute mit Namen Darina kann auf insgesamt vier gekörte Söhne verweisen, zwei davon prämiert. Der Hengst wird seine Karriere im Landgestüt Celle fortsetzen. Landstallmeister Dr. Axel Brockmann gab 135.000 Euro für den Youngster aus.


 


Der andere gekörte Opoque-Sohn aus einer Christ-Raphael-Bolero-Mutter (Z.: ZG Lange) aus dem Stamm der Schwanjungfrau (u.a. Frande-Preisträger Don Frederico) wird übrigens ebenfalls Beamter. Unter dem Namen Obsidian bereichert er künftig die Hengstriege des Landgestüts Warendorf.


 


Prämienhengste Marke Vivaldi


Vivaldi hat auch dieser Körung seinen Stempel aufgedrückt mit fünf prämierten Nachfahren. Besonders zufrieden dürfte die Station Sosath auf die Hannoveraner Körung 2025 zurückblicken. Ihr Stationshengst Vivaldos, der einst selbst Prämienhengst in Verden war, stellte zwei Vertreter in der Kollektion, die beide prämiert wurden und von denen einer zudem zur Preisspitze avancierte.


 


Dabei handelte es sich um die Katalognummer 34 v. Vivaldos-Revolution-Ferro-Lancier, ein in Dänemark gezogener und registrierter Fuchs, der für offiziell 500.000 Euro auch in seine Heimat zurückkehrt. Den Zuschlag erhielt nämlich Helgstrand Dressage.


 


Der andere Vivaldos-Sohn aus einer Mutter v. De Niro-Lauries Crusador xx-Pik Bube I, Kandidat der Verdener Elite-Fohlenauktion 2023, wird Stallgassenkollege seines Vaters. Die Station Sosath erwarb den auf solidem Fundament stehenden Braunen für 90.000 Euro.


 


Der zweithöchste Zuschlagspreis lag bei 365.000 Euro. So viel investierten Kunden aus den USA für den einzigen Sohn von S***-Sieger Valdiviani (Stall Werth) aus einer Feinrich-Sir-Donnerhall-Lord Loxley-Mutter. Dr. Norbert Grittern in Heinsberg hatte den Braunen gezogen, der zahlreiche S-erfolgreiche Verwandte vorweisen kann. Theo Lenzen stellte ihn aus.


 


Helgstrand sicherte sich noch einen zweiten Prämienhengst in Verden, einen kraftvollen Braunen v. Viva Vitalis-Dante’s Junior-Nor Or Never M-Stakkato aus dem Stamm der Championatsstute Sunrise von Imke Schellekens-Bartels. Hendrik Schäfer in Vechelde war Züchter und Aussteller und konnte sich über den Zuschlagspreis von 350.000 Euro freuen.


 


Nicht verkäuflich war der Prämienhengst mit der Katalognummer 85, ein nobler Brauner v. Livaldon-Diamond Hit-Fidertanz-Alabaster. Die Großmutter ist die Vollschwester zu Ingrid Klimkes Franziskus. Dessen Züchterin Elisabeth Albers ist auch die Züchterin dieses Prämienhengstes, der vom Gestüt Allerhop in Hambühren in Verden ausgestellt wurde. Seine Beschälerkarriere beginnt der Vivaldi-Enkel im Landgestüt Celle.


 


Ebenfalls unverkäuflich war die prämierte Nummer 66 v. Feliciano-Fürst Romancier-Competent-Glorieux aus dem Stamm des Burg-Pokal Finalisten La Vie (Therese Nilshagen). Er kam bei der ZG Muhle in Burgdorf zur Welt und wurde in Verden von der 360° Sportpferde in Duisburg präsentiert. Die hat dieses Jahr in Verden gute Erfahrungen gemacht, stellte sie im Sommer doch auch die Silbermedaillengewinnerin der Weltmeisterschaften der fünfjährigen Dressurpferde, die Oldenburger Stute Viva Diamond OLD unter Linda Weiß.


 


36 gekörte Dressurhengste kamen zur Auktion und wurden für durchschnittlich 82.444 Euro verkauft.


Körung der Springhengste


Ein Großteil der Niedersachsenhalle war mit Planen abgedeckt, als eine Woche nach den Dressurhengsten die Youngster mit Springabstammung zur Hannoveraner Körung 2025 antraten. Offenbar war das Interesse an den 52 Youngstern mit Zukunftsperspektive für den Parcours weniger groß. Gekört wurden letztlich 29 Hengste, fünf zudem prämiert.


 


Am begehrtesten unter den Verdener Springtalenten war die Katalognummer 108 v. Aganix du Seigneur-Cascavello-Colman-Barnaul xx. Rafal Krajewski war stolzer Züchter und zusammen mit Ralf Ferri auch Aussteller des bunten Fuchses aus dem Stamm, der auch den gekörten 1,60 Meter-Springhengst Carinjo von Patrice Delaveau hervorgebracht hat sowie unter anderem das Olympiapferd Monaco von Gerco Schröder. Für 125.000 Euro ging der Zuschlag an Kunden aus Belgien.


 


Nicht der Schönste, aber am Sprung in der Tradition seiner Vorfahren stehend – so kam die Katalognummer 115 daher. Caterina Schulz-Beelitz hat den Chacco Blue-Nabab de Reve-Lord Z-Carthago-Sohn aus bestem belgischen Mutterstamm (Emerald van’t Ruytershof, Le Blue Diamond van’t Ruytershof, Jilbert van’T Ruytershof, Messi usw.) gezogen. Über die Turnierauktion auf dem Hof Rosenbusch war er als Fohlen zu Hauke Heinrich in Lensahn gewechselt, der nun Zeuge wurde, wie sein Youngster für 102.000 Euro unter den Hammer kam. Ein Zucht- und Ausbildungsstall in Niedersachsen erhielt den Zuschlag.


 


Ebenfalls als Fohlen versteigert, jedoch in Verden, wurden zwei weitere Prämienhengste. Das war zum einen die Katalognummer 130, ein schick aufgemachter Schwarzbrauner, unverkennbar beeinflusst von seinem Vater, dem Vielseitgkeitsvererber Nummer eins auf der Welt, Diarado. Paul Bergen hatte den einstigen Holsteiner Siegerhengst an seine Chacoon Blue-Contender-Grundstein-Tochter Candy Girl angepaart. Über den Verdener Fohlenfrühling hatte sich 2023 Carola Grotheer in Worpswede den Zuschlag für den korrekten Junghengst gesichert. Nun geht er in die USA. 95.000 Euro investierte ein Stammkunde aus Übersee.


 


Das andere ehemalige Verdener Auktionsfohlen, das die Niedersachsenhalle nun als Prämienhengst verließ, war die Katalognummer 111, ein noch jugendlicher, blutgeprägter Sohn des Baloutaire PS aus einer Van Helsing-Carismo-Prinz Gaylord-Mutter, der den Stamm des 1986er Weltmeisters The Natural repräsentiert. Züchter sind Bernhard und Helmut Jasken in Hagen. Die IB Berger stellte den Schwarzbraunen zur Körung vor. Für 33.000 Euro erhielt ein Sportstall in Tschechien den Zuschlag.


 


Last nut not least wurde die Nummer 99 prämiert, ein korrekt aufgemachter Rappschimmel v. Valensky-Stolzenberg-Contendro-Raphael, gezogen und ausgestellt von Peter Wisch in Otterndorf. Seine Mutter, die Staatsprämienstute Stina, ist eine hoch erfolgreiche Schaustute und hat bereits einen prämierten Sohn v. Grey Top. Aus dem Stamm gingen nicht nur erfolgreiche Spring-, sondern auch hoch dekorierte Dressurpferde hervor, wie der Sion-Sohn Sterntaler von Matthias Alexander Rath oder Frederic Wandres‘ ehemaliger Weltmeister der Jungen Dressurpferde, Zucchero v. Zonik. Bei 28.000 Euro fiel für diesen Prämienhengst der Hammer.


 


Der Durchschnittspreis für die 26 verkäuflichen gekörten Springhengste lag bei 37.981 Euro.


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