Exterieur Beurteilung nun am Vortag des Bundeschampionats der Reitpferde und -ponys
Erneute Anpassung des Reitpferdebundeschampionats
Nachdem es ursprünglich hieß, die Beurteilung der Reitpferde und -ponys an der Hand solle beim Bundeschampionat ganz entfallen, gibt es nun einen Kompromiss. Foto: sportfotos-lafrentz.de Vor wenigen Wochen hatte die FN erklärt, beim Bundeschampionat solle es keine Exterieurbeurteilung auf dem Reitpferdeviereck mehr geben. Stattdessen sollten Typ und Qualität des Körperbaus während der Prüfung unter dem Sattel beurteilt werden und in die Wertnote für den Gesamteindruck einfließen. Das stieß bei vielen namhaften Experten auf Unverständnis, unter anderem bei dem Vorsitzenden der Deutschen Richtervereinigung (DRV) und langjährigen Bundeschampionatsrichter Dr. Carsten Munk, wie er in einem Interview mit EQUI PAGES erläuterte.
Der neue Plan: Exterieurbeurteilung am Vortag
Heute hat die FN nun erklärt, man habe den Modus gemeinsam mit der DRV erneut überprüft und angepasst. Ergebnis: Die Bewertung der Körperqualität soll am Vortag der eigentlichen Reitpferdeprüfung stattfinden.
„Wir haben beschlossen, dass die Pferde und Ponys am Vortag der Prüfung an der Hand vorgestellt werden. Die Richter bewerten an diesem Tag die Körperqualität des Pferdes“, sagt Dr. Klaus Miesner, Vorstand Zucht von Pferdesport Deutschland.
Die Richter bewerten dabei die Körperqualität der Pferde und Ponys, die als vorläufige Note in den Gesamteindruck einfließt. Gegebenenfalls kann diese Note am Ende der eigentlichen Vorstellung angepasst werden – transparent und mit Begründung auf dem Prüfungsplatz.
Wenn ein Pferd also beispielsweise eine sehr gerade Oberlinie hat, wirkt sich das bei der Beurteilung der Körperqualität ohne Sattel negativ aus. Wenn das Pferd sich aber unter dem Reiter trotzdem elastisch schwingend bewegt, kann die Note wieder nach oben korrigiert werden. Hier liegt der Unterschied zwischen der Beurteilung des Pferdes unter Reitpferdegesichtspunkten und aus züchterischer Sicht. Für eine züchterische Selektion wäre man an dieser Stelle strenger.
In der eigentlichen Prüfung werden die Reitpferde weiterhin mit fünf Noten bewertet: drei für die Grundgangarten, eine für die Rittigkeit sowie eine Gesamtnote, die Körperqualität und Harmonie der Vorstellung zusammenfasst.