Bundeschampionat 2026: Qualifikation Siebenjährige Dressurpferde: Ex-Bundeschampionesse Felice FRH meldet Titelansprüche an

Bundeschampionat siebenjährige Dressurpferde: Felice klar in Pole Position

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Felice FRH und Greta Heemsoth, hier im Finale der WM in Verden 2025 (Archivfoto). Foto: sportfotos-lafrentz.de Felice FRH und Greta Heemsoth, hier im Finale der WM in Verden 2025 (Archivfoto). Foto: sportfotos-lafrentz.de
48 Paare gingen in der Qualifikation für das Bundeschampionat der siebenjährigen Dressurpferde an den Start. Das Starterfeld umfasste ein breites Spektrum, an dessen Spitze unangefochten eine ehemalige Bundeschampionesse stand.

Ein Richterpärchen bei E, Thomas Keßler und Henning Lehrmann, verantwortlich für die Beurteilung der Grundgangarten sowie Durchlässigkeit und Gesamteindruck dazu eine Richterin bei C, Elke Ebert, die die Ausführungen der geforderten Lektionen in der Dressurpferdeprüfung Kl. S für Siebenjährige beurteilte. Dazu 48 Pferde, von denen, so bitter das klingen mag, nicht alle hätten den Weg nach Warendorf antreten müssen. Denn neben Spitzenleistungen sah man auch einige Paare, denen man zugutehalten mag, dass die Pferde noch nicht so viele Zuschauer und eine solche Atmosphäre erlebt haben. Dennoch schienen einige überfordert und bei anderen hatte man den Eindruck, dass sie mit den Prinzipien der Ausbildungsskala nicht ausreichend vertraut waren für einen Start in der nationalen Spitze.


In der Spitzengruppe aber gab es qualitativ hoch veranlagte Pferde und weitestgehend gutes Reiten im Viereck zu sehen. Allen voran bei dem mit Abstand am höchsten bewerteten Paar des Freitags.


Auf zum nächsten Titel?


Greta Heemsoth und Felice FRH verknüpfen beste Erinnerungen an das Viereck in Warendorf. Vor zwei Jahren konnten sie hier das Bundeschampionat gewinnen und man konnte den Eindruck haben, dass dieses Selbstbewusstsein sich auch in der Darstellung im Viereck widerspiegelte. In der Zwischenzeit war die Stute zweimal Finalistin bei der Weltmeisterschaft junger Dressurpferde landete beide Male unter den Top Ten. Die elegante, nahezu zarte Fürst Samarant-Tochter hat an Kraft gewonnen, damit noch mehr Schmelz in der Trabtour entwickelt. Vor allem aber sind sie und ihre Ausbilderin Greta Heemsoth ein absolutes Traumpaar.


Man sah kaum eine Hilfe während der gesamten Prüfung. Was sich beispielsweise in einem wirklich gut gerittenen, versammelten Schritt darstellte. Im starken Schritt fehlte noch ein bisschen mehr Raumgriff, mehr Vortritt.


Darum ist der Takt die Grundlage allen guten Reitens


Beispielhaft wie die Stute in den Trablektionen nichts an Schwung oder Kadenz, geschweige denn taktmäßigen Traben verlor – sei es in den Traversalen, dem Schulterherein oder auf der Volte. Ein ausbalanciertes Pferd, das immer im richtigen Rahmen vorgestellt wurde.


Im Galopp stockte die Stute noch minimal in der zweiten Phase der fliegenden Galoppwechsel.


Im Trab gab es von den „Qualitäts-Richtern“ (hier die Einzelnoten) eine 9,5 und zweimal eine 9,0, für Durchlässigkeit und den Gesamteindruck (insgesamt: 88,6 Prozent). Technisch landete die Hannoveraner Stute bei 75,192 Prozent. Beides waren die klaren Höchstbewertungen. Der Eindruck: Man kann sich schon auf das kommende Jahr und den Nürnberger Burg-Pokal freuen. (Qualität: 88,6/Lektionen: 75,192, Total: 81,896 Prozent).


Franz Trischberger und Zaubermann: Die Ersten werden die Zweiten sein


Als erstes der 48 Paare mussten Franz Trischerberger und Zaubermann ins Viereck. Das Paar hinterließ mehr als nur eine gute Visitenkarte. Trischberger legte die Latte für die Konkurrenz schon einmal richtig hoch!


Der auffällige Fuchs mit vier doch recht hohen weißen Beinen hat im Look viel von seinem Muttervater Belissimo M mitbekommen. Trischberger präsentierte den Wallach schon sehr routiniert und ausgereift. In der Rückführung des Tempos kamen zwar hin und wieder ein oder zwei Schwebetritte in der Trabtour dazwischen (was die !Qualitäts-Richter“ auch in der Durchlässigkeitsnote berücksichtigten), dafür zeigte der westfälische Zoom-Sohn einen taktsicheren versammelten Schritt, aus dem sich dann auch mit Öffnen der Reiterhand sofort ein losgelassener starker Schritt entwickelte, der ausreichend Übertritt zeigte vor allem aber durch seine absolute Losgelassenheit zu überzeugen wusste.


Insgesamt könnte der Fuchs aus noch aktiverer Hinterhand heraus noch ein bisschen mehr tragen. Das zeigte sich in kleineren Anlehnungsproblemen und auch Balancethemen beispielsweise auf der Trabvolte. Insgesamt konnte er in der Galopptour noch einmal Punkte holen. Zwar wurde der Wallach bei der Einleitung der Galopppirouetten eng, dafür konnte Trischberger den Siebenjährigen bereits sehr sicher auf engstem Kreis in der halben Galopppirouette darstellen. So, wie das im Verlauf der weiteren Prüfung kaum ein anderes Pferd zeigte. Die Serienwechsel gelangen, wenn auch mit leichter Spannung. Aber alles so, wie man das sich bei einem Siebenjährigen in dieser Ausbildungsphase sich vorstellt. (77,957/72,115/77,957)


Secret, was sonst…


Auch der Drittplatzierte der ersten Abteilung, der Hannoveraner Semenyo N v. Secret hatte eine Belissimo M-Mutter. Der von Christian Alexander Kömpf vorgestellte, großrahmige Braune ist aber ein ganz anderes Pferd als Trischbergers Zaubermann. Der mit großen, schwungvollen und elastischen Bewegungen ausgestattete Wallach fnd zunehmend zu mehr Losgelassenheit im Verlauf der Prüfung, was sich vor allem im direkten Vergleich der beiden Galopptouren zeigte. Kleines Manko: Im versammelten Schritt hielt das Pferd den Takt, hätte aber etwas losgelassener und selbstverständlicher schreiten können, so dass das Vorderbein wirklich dorthin tritt, wo es auch im ersten Moment hinzeigt.


Im starken Schritt entwickelte sich das Pferd auf der Diagonalen immer besser Da hätte man sich den Hals insgesamt etwas länger gewünscht und vor allem, dass der Secret-Sohn von sich aus deutlicher ans Gebiss heranzieht. Die Seitengänge im Trab waren geschmeidig, auf der Trabvolte verlor der Wallach an Schwung und war auch im Genick leicht verworfen. Andererseits ritt Kömpf im Gegensatz zu vielen anderen eine wirklich nur acht Meter große Volte. Das Gros der Pferde kam doch ziemlich dicht an die Mittellinie heran in dieser Lektion.


In der Galoppade zeigte der Walach viel Bergaufrendenz, hätte aber noch geschmeidiger über den ganzen Rücken arbeiten müssen, vor allen Dingen im ersten starken Galopp. In den Traversalen hätte man sich phasenweise noch mehr Biegung gewünscht. Die fliegenden Galoppwechsel sprang der Braune sicher. (81,4/72,5/ 76,95).


Es folgten in der weiteren Platzierung in der ersten Abteilung Nachkommen von Zackerey, Escamillo (2 x), Secret und Belamour.


Zweite Abteilung an Ellen Richter


Found Gody PS hat die Farbe und auch die Mechanik seines Vaters Foundation dabei aber die Hochbeinigkeit und Eleganz seines Muttervaters Vivaldi geerbt. Ellen Richter stellte den hoch aufgeschossenen Wallach geschickt vor, wenngleich es ihr nicht gelang, ihn konstant mit der Nase vor der Senkrechten zu halten. In der Galoppour zeigte sich das Pferd schon sehr ausbalanciert, vor allem in den halben Galopppirouetten. Die fliegenden Galoppwechsel sprang der große Wallach sicher. Was sich durch die Prüfung zog: Man hatte den Eindruck, der Wallach könnte in allen Gangarten von sich aus noch beständiger an die Hand heranziehen. Lektionssicher zeigte er die fliegenden Galoppwechsel, auch schon die in Serie. Aber auch hier wäre ein bisschen mehr Selbstverständlichkeit im Zug nach vorne nicht schlecht gewesen. (GGA: 88,0, Lektionen: 73,846, Total: 80,982).


Trischberger mag es gerne bunt


Franz Trischberger hatte es in dieser Prüfung mit den bunten Füchsen mit hochweißen Beinen. Auch sein zweites Pferd, FBW Emiliano H. E., ein Escolar-Sohn aus einer Lingh-Mutter, der in Baden-Württemberg gezogen wurde, passte farblich zu dem Zweitplatzierten der ersten Abteilung, Zaubermann. Emiliano zeigte sich schwungvoll in der Trabtour. Der starke Schritt im klaren Viertakt, abermals tiefenentspannt. Das Pferd zog dabei sicher an die Hand heran, etwas, das wenige Pferde in der Prüfung zeigten. Die sichere Galopptour hätte vielleicht noch gereicht, den Stallkollegen zu überholen. Aber der letzten fliegende Galoppwechsel misslang. (83,00/72,692/77,846).


Zuccador QD und Nicole Wego-Engelmeyer hatten zum Auftrag der Aufgabe ein Angaloppieren im starken Trapp auf der Diagonale, was die Noten drückte, der Oldenburger v. Zenon hat eine Lauries Crusador xx-Mutter. Phasenweise rutscht das Pferd immer wieder hinter die Senkrechte mit der Nasenlinie. Ein Höhepunkt des Paars ist der starke Schritt: In idealer Fußfolge mit viel Raumgewinn sowohl aus der Schulter ausgreifend als auch weit überfußend (8,0). Dabei der versammelte Schritt auch sicher im Takt. Was das Bild störte: Der Braune neigte dazu, sich im Genick zu verwerfen. (83,6/70,192/76,896).


Da Costa (2x), Don Frederic, So Unique und Jovian waren die Väter der weiteren Platzierten in der zweiten Abteilung.


Ergebnisse Finalqualifikation Siebenjährige Dressurpferde


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