Die Dressur Ergebnisse bei den Weltmeisterschaften der jungen Vielseitigkeit in Lion d'Angers

WM Lion d’Angers: Liedekerke-Meier und Verbakel in Führung, Top-Platzierungen für Bierlein, Hoffrichter und Leuwer

Lara de Liedekerke-Meier und Tara van het Leliehof bei der WM 2025, wo sie den Titel gewannen. Foto: FEI/PSV Lara de Liedekerke-Meier und Tara van het Leliehof bei der WM 2025, wo sie den Titel gewannen. Foto: FEI/PSV
Die belgischen Titelverteidigerinnen konnten ihre Dressur Führung bei der WM der jungen Vielseitigkeitspferde in Lion d'Angers behaupten. Bei den Sechsjährigen freut sich ein niederländisches Paar über die Spitzenposition und drei deutsche Paare liegen gut im Rennen vor dem morgigen Geländetag.

Das Feld der Sechsjährigen bei den Weltmeisterschaften der jungen Vielseitigkeitspferde in Lion d’Angers ist mit 45 Paaren kleiner als das der Siebenjährigen mit Buschtalenten. Dementsprechend wurde die Prüfung der Siebenjährigen auf zwei Tage aufgeteilt und die Sechsjährigen waren heute in einem Rutsch dran mit ihrem Auftritt auf dem Viereck. Sie machten heute den Anfang.


Niederländischer Underdog ganz oben


Patrick wer? Die Frage mag sich manch einer stellen, der auf die Ergebnislisten der Dressur bei den Weltmeisterschaften der sechsjährigen Vielseitigkeitspferde schaut. Der Niederländer, der im März seinen 60. Geburtstag feierte, ist 2015 seine erste internationale Prüfung geritten und seine CCI Resultate passen auf eine Seite der FEI-Datenbank. Mehr als 50 sind es also nicht. Letztes Jahr feierte er den größten Erfolg seiner Karriere mit einer Teambronzemedaille bei den Europameisterschaften der ländlichen Vielseitigkeitsreiter. Dementsprechend ist schon die Qualifikation für die WM der jungen Vielseitigkeitspferde ein Riesenerfolg für ihn – und das dann auch noch mit einem selbst gezogenen Pferd, nämlich dem Diamant de Semilly-Enkel Passoa v. Liamant W. Kann es noch besser kommen? Ja, kann es!


Mit einer sehr schönen Runde des bewegungsstarken Dunkelbraunen übernahm Verbakel bei seinem ersten WM-Auftritt in Lion d’Angers die Führung in der Dressur. 28 Minuspunkte haben die beiden auf ihrem Konto, Personal Best. Und wer sich jetzt fragt, ob die beiden das in Gelände und Springen werden halten können – die Chancen stehen nicht schlecht! Vier CCI2*-Prüfungen ist Passoa bislang gegangen. Nur bei der ersten hatte er noch einen Vorbeiläufer. Bei den anderen Prüfungen war er nicht nur hindernisfehlerfrei, sondern auch zweimal in der Zeit und einmal nur um zwei Sekunden darüber. Und was das Springen angeht: vier Prüfungen, drei Nullrunden, eine mit einem Abwurf.


Bierlein mit Traumrunde


Ein Paar, das heute ebenfalls zu begeistern wusste, waren Ann-Catrin Bierlein und ihre Westfalen-Stute ACSI Daisy Diamond! Die Schimmelstute v. Diacontinus-Casall zeigte sich taktischer im Gleichmaß ganz sicher, fleißig von hinten an die Hand herantretend und mit einer sicheren, vertrauensvollen Anlehnung. Das belohnten die Richter mit 29,4 Minuspunkten, dem zweitbesten Ergebnis auf dem Viereck.


Das müssen die beiden sich allerdings teilen mit der Neuseeländerin Caroline Powell im Sattel ihres irischen Christo-Sohns WLS Ravenscourt, die ebenfalls 70,56 Prozent erhielten. Das drittbeste Ergebnis und wegen des geteilten Platzes Rang vier holten Lara de Liedekerke-Meier und ihr Hannoveraner Wallach Herakles v. Herald mit 29,8 Minuspunkten.


Ebenfalls unter die Top Ten haben es Sven Lux und der Trakehner Hengst Berlioz geschafft. Der Zauberdeyk-Sohn (Mutter v. Heuberger, Z.: Monika Mittermeyer) vom Haupt- und Landgestüt Marbach kam auf exakt 31 Minuspunkte. Das ist vorerst das siebtbeste Ergebnis.


Drittes deutsches Paar waren Andreas Dibowski und der sympathische Holsteiner Codero v. Corfu de la Vie. Die beiden hatten schöne Momente, aber auch ein paar teure Fehler, etwa als die Aufgabe Trab verlangte, aber Codero Galopp zeigte. Mit 36,4 Minuspunkten liegen die beiden derzeit auf Platz 31.


Tara und Lara bleiben Spitzenreiter


Die Vorjahressieger, Lara de Liedekerke-Meier und ihre belgische Comme il faut-Enkelin Tara van het Leliehof (v. Pegase van’t Ruytershof, hatten bereits gestern das beste Dressurergebnis bei den Siebenjährigen erzielt und konnten ihre Spitzenposition auch in der zweiten Hälfte der Starter behaupten – allerdings teilen sie sich Rang eins nun mit dem Franzosen Alexis Goury im Sattel des Selle Francais-Hengstes Jeroboam Wal v. Vleut, die ebenfalls 28,6 Miuspunkte erzielt hatten.


Damit gibt es keinen zweiten Platz, aber ein zweitbestes Ergebnis. Das liegt bei exakt 29 Minuspunkten, mit denen der Brite Hector Payne und sein Vertreter des Anglo European Studbook, Bueno v. Dante’s Junior, bedacht wurden. Bereits gestern hatten Yasmin Ingham und Club Class eine 29,9 Minuspunkte Dressur ins Viereck gezaubert. Das war gestern Platz zwei und ist in der Endabrechnung der Dressur folglich der vierte Rang.


Um den musste Ingham gleich beim ersten Paar am heutigen Tag fürchten. Die beiden Deutschen Amateur-Meister, Rechtsanwältin Caro Hoffrichter und ihr selbstgezogener Alaba-Sohn Archie CC, waren nämlich genauso gut unterwegs und sind dementsprechend derzeit ebenfalls Vierte.


Ben Leuwer und Alf PH, ebenfalls ein Alaba-Sohn, hatten ja gestern eine neue persönliche Bestleistung im Viereck erzielt, 30,3 Minuspunkte. Heute zeigte sich: Das war gut genug für Rang sechs der laufenden Wertung, so dass auch die beiden mit einer wunderbaren Ausgangsposition ins morgige Gelände starten.


Die weiteren deutschen Ergebnisse


Für die anderen beiden deutschen Paare bei den Siebenjährigen war es in der Dressur nicht ganz so optimal verlaufen. Anna Siemer und Eliope sind mit 35,8 Minuspunkten 35. der 53 Paare. Christin Schulz und Heho Dennis reihen sich an 44. Stelle ein (38,4). Und Jule Wewer und Deena bilden auch nach dem zweiten Tag mit ihren 43 Minuspunkten das Schlusslicht.


Aber morgen werden die Karten noch einmal neu gemischt. Start- und Ergebnislisten finden Sie hier.


Eine Übersicht über die sportlichen und züchterischen Hintergründe der deutschen Pferde haben wir hier zusammengestellt.


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