Lange Vier-Sterne-Vielseitigkeit in Wiener Neustadt an Vanessa Bölting
Vanessa Bölting und Ready to Go W bei Weltmeisterschaften der jungen Vielseitigkeitspferde 2019. Foto: Archiv Sportfotos-lafrentz.de Zwar war die lange Vier-Sterne-Prüfung mit fünf Paaren eher dünn besetzt, aber dennoch dürfte sich die Pferdewirtschaftsmeisterin mit eigener Anlage daheim in Münster über das siegreiche Ergebnis von 40,1 Punkten sehr gefreut haben. Die setzten sich zusammen aus 29,7 Punkten für die Dressur, 6,4 Punkte für Zeitüberschreitung im Gelände und einem Hindernisfehler (vier Punkte) im Springen.
Vanessa Bölting und Ready To Go
Vanessa Bölting feierte am Ostersamstag ihren 45. Geburtstag. Sie betreibt gemeinsam mit ihrer Familie eine Reitanlage in Münster und erhält laut eigener Aussage genug Unterstützung, um dem Teil „Ride“ von ihrem Lebensmotto „Life is simple, eat, sleep and ride“ genügend nachkommen zu können. Fünf Pferde hatte sie vor zwei Wochen zum Saisoneinstieg in Kronenberg (NED) mit dabei, darunter Ready To Go, der dort in der CCI3*-S mit 34,7 Punkten 23. wurde.
Der 14-jährige Rock Forever-Sohn aus einer Weinberg-Mutter wurde von Jörg Winterscheid gezogen und steht im Besitz von Hubert Hermesmeyer. Der westfälische Wallach und Vanessa Bölting kennen sich schon lange. Sie brachte den Braunen sechsjährig, also 2018, in den internationalen Sport. 2022 nahmen Vanessa Bölting und Ready To Go an den Deutschen Meisterschaften in Luhmühlen teil. In Wiener Neustadt wurde es nun der zweite Sieg in einer CCI4*-L nach einem Erfolg im rumänischen Floresti im Jahr 2024.
Erfolge für Familie Siegl
Nur drei Teilnehmer zählte die lange Prüfung auf Drei-Sterne-Niveau. Hier siegte Jordy Wilken aus den Niederlanden im Sattel des achtjährigen Diarado-Sohns Darkness (31,5 Punkte), gefolgt von zwei Reiterinnen aus Deutschland: Sophia Frank und Ballinaguilkey Velvet v. Ars Vivendi (39,5) und Anna Haag mit Little Caterpillar, ebenfalls von Diarado abstammend (47,8).
Die CCI4*-S wurde von Familie Siegl aus Österreich dominiert. Allen voran von Lea Siegl. 19 Pferde gingen in der Prüfung an den Start. Nicht weniger als vier Pferde davon stellte Lea Siegl vor. Ihr bestes Pferd, Van Helsing P, dieser nunmehr 16-jährige Brandenburger Wallach v. Van Gogh, galoppierte zum Sieg dank der mit Abstand besten Dressur des Teilnehmerfeldes (25,1), sechs Punkten für Zeitüberschreitung im Gelände und einem Hindernisfehler im Springen. Unter dem Strich schlugen somit 35,1 Punkte für die beiden zu Buche.
Am dichtesten auf den Fersen war diesem Ergebnis Lea Siegl selbst, dieses Mal im Sattel von Watermill Giorgio RS v. Carambole (37,7). Auf den dritten Platz ritt Leas Vater Harald Siegl mit dem zehnjährigen Millennium-Sohn Monroe de Hus und dem Ergebnis von 39,1 Punkten.
Sieg für Sophia Frank mit Routinier Lord Locksly
Deutsche Teilnehmerinnen oder Teilnehmer gab es in dieser Prüfung nicht, aber in der Kurzprüfung auf Drei-Sterne-Niveau. Dort ließ Sophia Frank keinen Zweifel aufkommen und arbeitete sich mit dem erfahrenen 18-jährigen Lord Locksly nach der zweitbesten Dressur (31,2) und einem nahezu idealen Gelände (1,2 Punkte für Zeitüberschreitung) trotz zweier Hindernisfehler Springen auf Rang eins vor.
Besonders das Gelände hatte die insgesamt 13 Paare dieser Prüfung vor große Herausforderungen gestellt. Drei Teilnehmer gaben auf, darunter Vanessa Bölting mit Birkhof’s Lady Ciacomo. Sieben Paare kamen mit mehr als zehn Strafpunkten aus dem Gelände.