Reitmeister Udo Lange, weltweit gefragter Dressurausbilder, lebt nicht mehr

Reitmeister Udo Lange lebt nicht mehr

Szene
Udo Lange mit seinem Erfolgspferd Fashion beim Deutschen Dressur-Derby, in dem das Pferd des Reitmeisters das blaue Band als bester vierbeiniger Athlet erhielt. Foto: toffi-images.de Udo Lange mit seinem Erfolgspferd Fashion beim Deutschen Dressur-Derby, in dem das Pferd des Reitmeisters das blaue Band als bester vierbeiniger Athlet erhielt. Foto: toffi-images.de
Im Alter von 83 Jahren ist Udo Lange am Pfingstwochenende verstorben. Der Ausbilder war eine prägende Persönlichkeit im deutschen Dressursport. Dem mehrfachen Deutschen Meister der Berufsreiter wurde 1996 der Titel „Reitmeister“ verliehen. Zu seinen Schülerinnen und Schülern zählten Antonie, „Ton“, de Ridder, Margit Otto-Crepin (FRA) und Christilot Boylen (CAN).

Udo Lange kam als Teenager nach Düren in Köln. Geboren wurde er am 13. April 1943 in Dresden. Zu reiten begann er im Stall von Otto Nagel, 1958 begann er eine Bereiterlehre, zunächst in Hilden. Die Ausbildung beendete er in der Westfälischen Reit- und Fahrschule unter der Leitung von Paul Stecken.


Nach einer ersten Anstellung in Nordrhein-Westfalen wechselte Udo Lange auf Vermittlung Paul Steckens dann in den Süden zum Reit- und Fahrverein Ludwigsburg. Die Region sollte für fünf Jahrzehnte seine Heimat werden. Nach Abschluss der Reitlehrerprüfung war er zunächst für den Turnierstall des Stuttgarter Bauunternehmers Gustav Epple tätig.


Udo Lange: in allen Sättel erfolgreich am Start


Während Udo Lange als junger Mann auch in der Vielseitigkeit und in Springen bis Klasse S erfolgreich war, konzentrierte er sich bald vollständig auf die Dressur. 1971 ritt er seinen ersten Grand Prix. Lange, der sich 1975 selbstständig gemacht hatte, gewann in seiner Karriere ab 1978 fünfmal das Deutsche Berufsreiterchampionat mit Pferdewechsel. Sein Pferd Fashion war das beste Pferd im Deutschen Dressur-Derby 1985, in dem Lange sich im Finale Dr. Reiner Klimke geschlagen geben musste. Im Ländle gewann Udo Lange sieben Mal die Baden-Württembergischen Meisterschaften in der Dressur. Und einmal in der Vielseitigkeit.


Ausbilder von Pferd und Reiter


Udo Lange war ein ehrgeiziger Ausbilder von Pferd und Reiter. Viele Pferde hat er in den Grand Prix-Sport gebracht. Zu seinen Schülerinnen und Schülern zählten unter anderem die Europameisterin Margit Otto-Crepin aus Frankreich und der Belgier Antonie, „Ton“, de Ridder, der als Trainer nicht nur seiner Frau, Mannschafts-Olympiasiegerin Alexandra Simons-de Ridder, international seit Jahrzehnten Erfolge feiert. Vor seiner Selbstständigkeit war Lange zwei Jahre für die Eltern von Ulla Salzgeber tätig gewesen. Mit der kanadischen Dressurreiterin und siebenfachen Olympiateilnehmerin Christilot Boylen betrieb er von 1990 bis 2014 eine eigene Reitanlage in Unterfranken. Beide waren auch privat ein Paar.


Sein Auftreten in der Öffentlichkeit war eher zurückhaltend und ruhig. Udo Lange war kein Aufschneider, der mit Erfolgen prahlte. Aber im Training verlangte er Präzision, Arbeit und Aufopferung. Aus der Arbeit mit den Pferden schöpfte er Kraft. Christilot Boylen hat gesagt, das Rezept von Udo Lange sei gewesen, auf die Stimmung von Pferden einzugehen „und nichts zu erzwingen“.


Schwere Krankheit


Bis zuletzt hatte er viele Projekte und Pläne, obwohl eine Krebserkrankung ihn immer wieder zu Pausen zwang. Kleinkriegen lassen wollte er sich von der Diagnose aber nicht. Nach der Chemotherapie auf den Golfplatz – das war Udo Langes Antwort auf die schwere Krankheit.


Seine letzten Jahre hatte er in Medingen in der Lüneburger Heide verbracht. Von hier aus war er für Lehrgänge durch ganz Deutschland gereist. Mit Philipp Hess, dessen Trainings er sich in den vergangenen Jahren angenommen hatte, hätte er eigentlich am kommenden Wochenende auf ein Turnier fahren wollen.


Udo Lage ist am Pfingstwochenende in seiner Wohnung in Medingen verstorben. Aus erster Ehe hinterlässt er einen Sohn.


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