Der bisherige Präsident des Reitsportverbands Brasilien ist zurückgetreten, ein Nachfolger ist bereits gefunden

Nach Causa Mansur – neuer Präsident beim Brasilianischen Reitsportverband

Szene
Für Brasiliens Springreiter endete die WM in Aachen abgeschlagen auf Rang 16 der 30 Mannschaften. Wenige Tage nach der WM gewann Yuri Mansur in Valkenswaard seinen ersten Global Tour Grand Prix.
Foto: sportfotos-lafrentz.de Für Brasiliens Springreiter endete die WM in Aachen abgeschlagen auf Rang 16 der 30 Mannschaften. Wenige Tage nach der WM gewann Yuri Mansur in Valkenswaard seinen ersten Global Tour Grand Prix. Foto: sportfotos-lafrentz.de
Kurz vor Beginn der Springreiter-WM hatte Yuri Mansur seinem Ärger über den brasilianischen Reitsportverband Luft gemacht. Der Präsident ist nun zurückgetreten.

Seit dem 1. Januar war Constantino Scampini als Präsident für die Geschicke des Brasilianischen Reiterverbandes (Confederação Brasileira de Hipismo, CBH) verantwortlich. Gestern, am 9. September 2026, hat er seinen Rücktritt bekannt gegeben – betonend, dass er dies nicht tue, weil er die Vorwürfe, die gegen die Verbandsführung erhoben würden, für gerechtfertigt halte, sondern weil er Platz machen wolle für eine neue Führung. Die gibt es bereits. Aber zunächst zu den Hintergründen.


Causa Yuri Mansur


Die LKW mit den Springpferden für die WM in Aachen standen bereits Schlange vor der Albert-Servais-Allee, da kam die Nachricht, dass Yuri Mansur nicht mehr für Championate und Nationenpreise in brasilianischen Teams zur Verfügung stünde.


In seinem auf Social Media veröffentlichten Statement warf er dem brasilianischen Verband u.a. „Inkompetenz“ und „fehlende kompetente Führung“. Er habe „bewusste Kommunikationsverweigerung“, „fehlende transparente Regeln und Abläufe“ und „Günstlingswirtschaft“ erlebt.


Es habe „Machtkämpfe unter den Athleten“ gegeben. An Engagement für das Wesentliche mangele es ebenso wie an Zusammenhalt und Siegermentalität.


Der Brasilianische Verband hatte daraufhin ebenfalls ein Statement veröffentlicht, in dem er unter anderem erklärte, Yuri Mansur habe das Trainingslager nach Bekanntgabe der offiziellen Mannschaftszusammensetzung verlassen. Jedoch habe er seine Entscheidung noch vor der endgültigen Nominierung der Reiter mitgeteilt. Diese wäre erst nach dem offiziellen Training und der Eingewöhnung erfolgt. „Hätte sich Yuri Mansur für einen Verbleib entschieden, wäre er weiterhin Teil der brasilianischen Delegation gewesen.“


Mansur wäre mit dem Hengst Alfons Santo Antonio Ersatzpaar gewesen.


Rücktritt von Scampini


In seinem Rücktrittsschreiben erklärt Constantino Scampinis nun, das Ziel seiner Entscheidung sei es, „die Institution zu bewahren, die Stimmung zu beruhigen und jenen, die sich als Alternative präsentieren, die Möglichkeit zu geben, die Verantwortung für die Geschicke des Verbandes zu übernehmen“.


Im Folgenden weist er die an der Verbandsführung geübte Kritik zurück. Seiner Auffassung nach habe der Verband es mit „einer Bewegung bestimmter Gruppen und Personen“ zu tun gehabt, die „geleitet von Interessen die er selbst nicht mit dem Wohl des Verbandes für vereinbar“ hält, „systemische Fragen“ aufwarfen.


Durch die geäußerte Kritik sei die geleistete Arbeit infrage gestellt worden. Sie habe dazu beigetragen, das Ansehen der Institution zu beschädigen. Er erkenne zwar „die Legitimität der Anschuldigungen nicht an“, lege das Präsidentenamt jedoch nieder, um einer neuen Führung Platz zu machen.


Der neue CBH Präsident


Ein neuer Präsident ist bereits gefunden. Anders als das Rücktrittsschreiben Scampinis ist die Antrittsrede seines Nachfolgers auf der Verbandswebsite einsehbar. Der Neue im Amt ist der bisherige Vizepräsident und Vorsitzende des Bereichs Springen, Daniel Khury.


Khury in seiner Antrittsrede:


„Heute übernehme ich das Amt des Präsidenten des Brasilianischen Reitsportverbands (CBH) – mit einem ausgeprägten Verantwortungsbewusstsein, Respekt vor unserer Institution und dem festen Willen, die Zukunft des brasilianischen Reitsports zu gestalten.“


Er bedankte sich bei seinem Vorgänger für die geleistete Arbeit und stellte in Aussicht:


„Ich trete diese Aufgabe mit dem Versprechen an, mich für Einheit, Dialog und die institutionelle Stärkung des Verbands einzusetzen – stets mit dem Ziel, die Interessen des brasilianischen Reitsports an erste Stelle zu setzen.“


Er sagt, er wünsche sich eine „Zeit des Zuhörens, der Teilhabe und der Zusammenarbeit, in der wir unsere Strukturen stärken, unsere Disziplinen aufwerten und Lösungen entwickeln können, die zur nachhaltigen Entwicklung des brasilianischen Reitsports beitragen“.


Er jedenfalls übernehme das Präsidentenamt mit der „Bereitschaft, zuzuhören, zu arbeiten und Brücken zu bauen – stets geprägt von Verantwortung, Transparenz sowie Respekt gegenüber Institutionen und Menschen“.


Abschließend sagte er:


„Es liegt viel Arbeit vor uns, und ich bin überzeugt, dass wir gemeinsam noch mehr für unseren Sport erreichen können.


Heute beginnt ein neues Kapitel. Wir gehen diesen Weg gemeinsam – für den brasilianischen Reitsport.“


 


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