Richard Vogel gewinnt Großen Preis von Spruce Meadows – sein dritter Sieg am Pan American Wochenende
Regen bringt Segen für Richard Vogel in Spruce Meadows
Richard Vogel und Gangster Montdesir – hier beim Weltcup-Finale 2026 in Fort Worth, Texas, wo sie Neunte wurden.
Foto: Archiv sportfotos-lafrentz/Tiffany van Halle Während in Europa wegen Temperaturen um 39 Grad auf Starts verzichtet wurde und Turniere abgesagt wurden, hatten die Reiter beim Pan American Wochenende in Spruce Meadows heute das gegenteilige Problem: intensiver Dauerregen, Windböen mit bis zu 32 Stundenkilometern und fröstelige Temperaturen.
Von 39 Paaren, die sich für den Großen Preis qualifizieren konnten, zogen acht zurück. Zwei weitere schieden aus, fünf andere gaben auf, darunter u.a. Cian O’Connor. Und hätte die Neuseeländerin Katie Laurie nicht schon als vierte Reiterin mit ihren Django II gezeigt, dass der von Anderson Lima gestaltete Parcours auch unter diesen Bedingungen zu bezwingen ist, hätten viele wohl nicht mehr daran geglaubt. Die Pfützen platschten, die Stangen fielen. Bis zum letzten Viertel sah es nicht so aus, als würde es zu einem Stechen kommen. Doch erster Reiter des letzten Viertels war Richard Vogel …
Lehrstück à la Europameister
Richard Vogel hatte schon heute Vormittag Ortszeit ein Springen mit seinem Sieger von gestern, Phenyo van het Keysersbos, unter diesen Bedingungen gewonnen. Er wusste also, was auf ihn zukam. Mit seiner Nummer zwei im Stall hinter United Touch S und neben Cloudio, Weltcup-Finalist Gangster Montdesir, zeigte der Weltranglisten-Zweite einmal mehr eindrucksvoll, wie es gehen kann.
Er ritt den zehnjährigen Selle Français-Hengst v. Kannan rhythmisch, zügig und immer passend durch den Normalparcours und schloss sich Katie Laurie für das Stechen an. Er sollte der einzige bleiben.
Einziger Doppelnuller
Katie Laurie war die erste, die ins Stechen ging. Sie ritt zügig, aber nicht verrückt. Eine Stange fiel dennoch. Damit war der Weg frei für Richard Vogel.
Sein Gangster ist ohnehin ein schnelles Pferd und er musste keinen Druck machen. Einen kurzen Schreckmoment gab es, als Gangster an einem Oxer kurz die Balance verlor, sich aber zu helfen wusste und ohne Abwurf landete. Der Rest des Parcours verlief wie ein Stilspringen.
Richard Vogel berichtete später, der Hengst sei von solchen großen Grasarenen wie in Spruce Meadows immer etwas eingeschüchtert. Das sei einer der Gründe, warum er ihn hier reiten wollte. Abgesehen vom sportlichen Erfolg – während sein Reiter den Pokal in die Kamera hielt, gönnte Gangster sich an der Hand seiner Pflegerin einen herzhaften Snack des heiligen Rasens von Spruce Meadows. Das dürfte doch zur Beziehungspflege mit Grasarenen beitragen.