IOC will Olympische Sommerspiele verschlanken, Vielseitigkeit könnte betroffen sein

Olympische Spiele Brisbane 2032 ohne Vielseitigkeit? FEI beschwichtigt

Der Geländekurs im Park von Versailles bei den Olympischen Spielen 2024 gehörte sicherlich zu den schönsten der Olympiageschichte. Foto: Sportfotos-lafrentz.de Der Geländekurs im Park von Versailles bei den Olympischen Spielen 2024 gehörte sicherlich zu den schönsten der Olympiageschichte. Foto: Sportfotos-lafrentz.de
Das Internationale Olympische Komitee (IOC) will Einsparmaßnahmen für zukünftige Olympische Spiele. Die Kriterien, anhand derer diesbezügliche Entscheidungen gefällt werden sollen, treffen unter anderem auf die Vielseitigkeit zu.

Noch nicht im Juni, aber im letzten Quartal 2026, spätestens aber Anfang 2027 solle die Entscheidung über das Olympische Programm für Brisbane 2032 getroffen werden, kündigte IOC Präsidentin Kirsty Coventry im Rahmen einer Pressekonferenz am 7. Mai an.


Was sie aber bereits jetzt sagte, war: „Ich denke, der Umfang wird sich ändern.“ Und: „Ich denke, man kann mit Fug und Recht sagen, dass wir in Brisbane NICHT mit 36 Sportarten rechnen.“


36 Sportarten werden bei den Olympischen Sommerspielen 2028 in Los Angeles vertreten sein. Zum Vergleich: In London 2012 waren es noch zehn weniger.


Im Anschluss daran erklärte IOC Sportchef Pierre Ducrey, wie das IOC die Olympischen Spiele vereinfachen will.


Disziplinen auf dem Prüfstand


Ducrey erläuterte, dass man zunächst einmal eine Aufteilung vorgenommen hat zwischen Sportarten und Disziplinen. Demnach waren in Paris 2024 28 Sportarten vertreten, aber 47 Disziplinen. So unterteilt sich zum Beispiel Radfahren als Sportart in die Disziplinen BMX Freestyle, BMX Rennen, Mountainbiking, Straßen- und Bahnrennen. Oder Reiten in Dressur, Springen und Vielseitigkeit.


Das IOC plant nun eine Verschlankung des Programms, indem Disziplinen innerhalb einer Sportart auf den Prüfstand kommen, und zwar solche, die eine eigene Wettkampfstätte oder besondere Anpassungen an bestehende Gegebenheiten erfordern. Denn das sei es, was zusätzliche Kosten und Komplikationen produziere. Zudem würden die Spiele dadurch geografisch stärker zersplittert.


Kirsty Coventry ergänzte, dass die Olympischen Spiele nicht unendlich weiter wachsen können und dass man festlegen müsse, wie auch „neue, innovative Sportarten und Disziplinen in das Programm aufgenommen werden sollen“.


Vielseitigkeit als Beispiel


All das wurde bei der Pressekonferenz des IOC am 7. Mai öffentlich gemacht. Dort wurden jedoch keine potenziell betroffenen Sportarten oder Disziplinen genannt. Aber die Kollegen des Internetportals „Inside The Games“ haben ihre Schlussfolgerungen aus den Aussagen bei der Pressekonferenz sowie aus Ankündigungen des Brisbane-Organisationskomitees gezogen, nach denen die gesamte Planung der Wettkampfstätten dieses Jahr noch einmal überarbeitet wird, dabei aber keine zusätzlichen Kosten entstehen dürfen.


Die Kollegen schlussfolgern: „Von daher werden Disziplinen, die spezielle Austragungsstätten erfordern, einer genaueren Prüfung unterzogen“, und sie nennen Beispiele: „Mountainbiken innerhalb des Radsports, Kanuslalom sowie Vielseitigkeit im Reitsport.“


Das sagt die FEI


Wir haben den Weltreiterverband um Stellungnahme gebeten, wie man auf die Pläne des IOC reagiert. Dort wird beschwichtigt:


„Dabei (bei der Erläuterung der Überprüfung durch das IOC) wurde keine spezifische Sportart oder Disziplin hervorgehoben. Wie stets wird die FEI vollumfänglich mit dem Überprüfungprozess des IOC kooperieren und bleibt zuversichtlich, dass die Olympischen Reitsportdisziplinen Springreiten, Dressur und Vielseitigkeit ihren festen Platz im Programm künftiger Olympischer Spiele behalten werden.“


Als Austragungsstätte für die Olympischen Spiele der Reiter 2032 wurde im vergangenen Jahr das Reitsportzentrum Towoomba bekannt gegeben. Es liegt etwa zwei Stunden westlich von Brisbane und hat bereits einen Geländekurs, auf dem internationale Turniere ausgerichtet werden.


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