Saddadd gewinnt den Großen Preis von Baden 2026, zwei Pferde gestorben in Iffezheim

Britischer Sieg im Großen Preis von Baden, zwei Unfälle überschatten Rennwoche

Saddadd siegte im Großen Preis von Baden 2026.
Foto: Marc Ruehl Saddadd siegte im Großen Preis von Baden 2026. Foto: Marc Ruehl
Anders als erwartet endete gestern der Große Preis von Baden auf der Galopprennbahn in Iffezheim. Ein spannendes Finish beendete eine Rennwoche, die unter unschönen Vorzeichen begonnen hat.

Als Favorit auf den Sieg im Großen Preis von Baden war der irische Hengst Giavellotto v. Mastercraftsman gehandelt worden. Der siebenjährige Fuchs hat bereits Gruppe I- und II-Rennen in Hongkong und Ascot gewonnen. Doch gestern war nicht sein Tag. Er endete als Vierter, während es an der Spitze ein englisch-französisches Duell gab.


Beim Zieleinlauf des 2400 Meter-Rennens setzte sich unter den Anfeuerungsrufen von 18.000 Zuschauern der in England stationierte vierjährige Saddadd unter Jockey Jack Mitchell gegen Parachutiste mit Clement Lecoeuvre aus Frankreich durch. Bestes deutsches Pferd war der dreijährige Bright Light unter Benjamin Marie aus dem Trainingsstall von Andreas Suborics.


Für den in Newmarket beheimateten Saddadd, der dort von Roger Varian für Scheich Ahmed al Maktoum trainiert wird, war dies der fünfte Sieg beim zehnten Start. Und der erste über 2400 Meter, wie ein überglücklicher Jockey Jack Mitchell berichtete. „Er hat das bravourös gemeistert.“


Kann man wohl sagen. Für Mitchell war es der bislang größte Erfolg seiner Karriere. „Ich habe noch nie ein solches Gruppe-I-Rennen gewonnen, war oft Zweiter und Dritter, aber ganz vorne noch nie.“


Suborics plant groß


Andreas Suborics als Trainer des besten deutschen Pferdes Bright Light analysierte das Rennen seines dreijährigen Stars: „Anfangs war ihm das Tempo auf der schnellen Bahn zu zügig. Daher hatte er nicht die gewünschte Position. Benjamin Marie hat ihm an letzter Stelle Zeit gegeben. Auf den letzten 300 Metern war Bright Light das schnellste Pferd. Auf weicher Bahn wäre er noch besser aufgehoben gewesen.“


Und er stellte etwas Großes in Aussicht: “ Wenn er gesund bleibt, gehen wir nun in den Arc.“


Der „Arc“ ist der Prix de l’Arc de Triomphe. Dabei handelt es sich um einen der ganz großen Klassiker im Rennsport, der in einer Reihe mit dem Kentucky Derby und dem Epsom Derby steht. Seit 1920 wird dieses Rennen auf der Rennbahn Paris Longchamps im Bois du Boulogne ausgetragen, immer am ersten Oktober-Wochenende und inzwischen mit einem Preisgeld von rund 7 Millionen Euro dotiert.


Rennbahnleitung happy – fast


Stephan Buchner, der Geschäftsführer von Baden Galopp, war prinzipiell glücklich über den Ausklang der „Großen Woche“, aber: „Wir hatten tollen Sport, wir hatten Riesenstimmung, alles war eigentlich prima – bis auf den Dienstag mit den beiden Unfällen, der natürlich ein schwerer Wermutstropfen ist in dieser Woche“, so Buchner im SWR Interview.


Was war geschehen? Zwei Pferde kamen an besagtem Dienstag ums Leben. Das eine durch einen Rennunfall, bei dem es sich das Fesselbein brach und infolgedessen eingeschläfert werden musste. Das andere erlitt einen Aortenriss und starb.


Vor sechs Jahren wurde Baden-Galopp gegründet. Seither seien 5000 Pferde über die Bahn galoppiert und vier seien zu Tode gekommen, sagt Buchner. Statistisch sei das sehr wenig, „dennoch aber nicht weniger bedauerlich“.


Vergleiche


In der Tat sprechen die Zahlen der Todesfälle auf den Rennbahnen der USA eine andere Sprache. Zu Beginn der 2020er Jahre gab es einen öffentlichen Aufschrei der Empörung, weil auf der Rennbahn Santa Anita in Kalifornien, dort, wo 2028 die Olympischen Spiele stattfinden sollen, zwischen Dezember 2018 und Januar 2020 42 Pferde ums Leben kamen. In Churchill Downs, dort wo das Kentucky Derby ausgetragen wird, starben 2023 innerhalb eines Monats zwölf Pferde.


2020 wurde die „Horseracing Integrity and Safety Authority (HISA)“ gegründet, eine private Organisator, die einheitliche Sicherheits- und Dopingkontrollen für den Galopprennsport in den USA eingeführt hat – nach eigenen Angaben mit Erfolg. 2022 erfolgte die praktische Umsetzung der von der HISA angeordneten Maßnahmen. 2025 meldete die Organisation einen historischen Tiefstand der Todesfälle von 1,04 bei 1000 Rennen.


Die Rennleitung war damals auf Ursachenforschung gegangen


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